Beaten by the Beat

ava-1198Auch fast ein Jahr her ist es, dass ich Rhythm Tengoku gespielt habe, weil mich die Wii-Version interessierte, auf dessen Europa-Release ja noch reichlich zu warten war. Wie dem so ist, hab ich das Spiel bis dahin ganz aus den Augen verloren gehabt und Ikkis Jahresendpost musste mich daran erinnern, dass ich das Ding seit US-Release erwartet habe.

Ich bin mir nun sicher, dass ich Rhythmus-Spiele auch aus meinem Repertoire streichen kann. Im Gegensatz zu Strategie- oder Sportspielen aber nicht, weil ich absolut kein Interesse oder Spaß dran empfinde, sondern weil ich einfach schlichtweg unfähig bin, sie zu spielen. Das hat mir nämlich Beat the Beat: Rhythm Paradies gezeigt. Ich fand das Spiel super launig, was die eingängigen Songs anging, die witzigen Minispiele dazu und die total abgedrehte Crazyness der daraus resultierenden Remixe.

Aber ich kann absolut keinen Rhythmus halten oder den Beat aus Songs raushören. Bei manchen Proben vor dem Spiel hab ich nicht einen Takt getroffen, auch wenn man sagen muss, dass dies häufig im eigentlichen Spiel an sich sogar einfacher ist, als in der Demo. Aber auch da hatte ich echt Probleme. Gewisse Takte halten wie in der Affenuhr, die Schrimps oder bei den Stepptänzern ist eine Umöglichkeit gewesen (fangt mir mit den Rappern gar nicht erst an) und wenn sich der Rhythmus schnell ändert, wie das eigentlich bei jedem einzelnen Remix schon allein der Fall bin, bin ich auch aufgeschmissen, damit mitzuhalten.

Neben meiner schockierenden Unmusikalischkeit ist ein weiteres Problem, dass ich auch kein besonders geduldiger Gamer bin. Ich bin schnell genervt, wenn ich irgendwo stecken bleibe und verliere dann schnell die Lust. Es ist also auch so, dass ich nicht eine Stunde an so einem Zwei-Minuten-Minispiel probiere, bis ich es endlich gemeistert habe. Drei Mal misslingen und es dann überspringen dürfen ist da tatsächlich schon das Maximum, wie häufig ich so einem Ding einen Retry geben würde. Ich werde also auch nicht kontinuierlich besser an den Spielen. Mir machen wirklich nur die Laune, die mich mit einem unmotivierten „OK“ weiter lassen, auch Superb brauch ich nicht holen. Häufig ist es auch etwas schwer zu sagen, welche Kriterien das Spiel überhaupt zur Hand nimmt – mal denkt man passabel gewesen zu sein, bekommt aber ein Nochmal, mal versemmelt man viel und bekommt doch ein Ok.

Das ist etwas schade, weil ich das Konzept und seine Exekution eben wirklich super finde. Ich bin halt zu unfähig. Ist eher ein Spiel, dass ich jemand anderem, der gut drin ist, bei zusehen würde oder als Party-Game nutze, wo jeder mal Reihum dran rumfailen darf. Wie gesagt, schade, ich hatte durchaus Spaß, wenn es recht gut lief, mir haben durchaus einige der Einlagen, wie beispielsweise die Mikroben, der Samurai, die Cheerleader oder die Wippe gefallen. Wenn es gut läuft, sorgen Beat und Visualisierung schon für ein sehr befriedigendes Gefühl – auf der anderen Seite der Medaille ist wiederholtes Versagen aber aus gleichem Grunde auch sehr deprimierend.