Disney Sunday – Atlantis

Milo ist ein Linguist zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der nicht für ernst genommen wird, da er Leuten ständig eine Expedition nach Atlantis aufschwanzen will, um den Traum seines verstorbenen Großvaters zu erfüllen. Da bekommt er das Angebot eines Freundes seines Großvaters, der ihm die Suche finanzieren will. Genau genommen hat er schon ein komplettes Team an Spezialisten zusammen gestellt und braucht nur noch Milo, der die Schrift, die zum Verbleib des sagenumwobenen Reiches führt, entziffern kann.

Also aufi geht’s und ruckzuck sind von der ehemaligen Zweihundertschaft nur noch gut ein Dutzend Leute übrig, bis sie endlich Atlantis finden. Welches überraschenderweise noch bevölkert ist, allerdings von einem vor sich hin schwindenden Volk, das nichts mehr mit der ehemaligen Zivilisation zu tun hat und dessen Wissen verloren gegangen ist. Milo kann da natürlich helfen, als Schriftenentzifferer und so, nur um rauszufinden, dass alle anderen die Expedition nur mitmachen, um die enorme Machtquelle das „Herz von Atlantis“ zu schnappen und zu verkaufen.

Ich mag Atlantis: The Lost Empire nicht, wirklich nicht. Ein wenig Indiana Jones hier, etwas Jules Verne dort und obendrauf Sprinkler von Laputa und The Secret of Blue Water… am Potential der Inspirationsquellen fehlt es dem Film freilich nicht. Leiter hapert es bei der Umsetzung gewaltig.

Und zwar an fast allem. Der Film hat zu viele Charaktere, über die wir zu wenig heraus finden und selbst die paar wirklich wichtigen bleiben überraschend schwachbrüstig. Die obligatorische Romanze zieht nicht. Die ganze Handlung an sich wirkt unausgegoren, häufig ziellos und weist gewaltige Plotholes auf. Immerin hält viel Action halbwegs bei Laune, genug langweilige Stellen gibt es allerdings dennoch, und der Versuch hier und dort etwas Witz einzustreuen wirkt hingegen eher deplaziert.

Das Ganze würde man, wenn es nicht dabei stünde, kaum als Disney erkennen. Wo ist der Charme, wo ist die Magie? Lediglich die üblichen Production Values sind da, die den modernen Stil (der allerdings auch nicht gerade mein Ding ist) ordentlich in Szene setzen. Und mehr habe ich zum ganzen Erlebnis auch schon nicht mehr zu schreiben, Atlantis: The Lost Empire war einfach in seiner Gänze so unglaublich… „meh“.