Rainbow Moon Heart Ache!, or Rewatching the Sailor Moon Movies

ava-1434Wie bei jedem endlosen Anime gab es natürlich auch zu Sailor Moon jährlich einen Film in den japanischen Kinos, startend mit der zweiten Staffel und nur bis zur vierten gehend. Etwas seltsam, dass es nie einen Sailor Stars Movie gab – nicht das die Handlung da viel zulassen würde, aber wann hält das schon jemanden auf. Ähnlich Pokemon gab es hier sogar für den ersten und dritten einen kleinen Vorfilm. Make Up! Sailor Senshi ist allerdings nur eine weitere 15-minütige Vorstellung der einzelnen Kriegerinnen zu einer TV-Serien-Clipshow, was etwas seltsam ist, startet doch Sailor Moon R: The Movie selbst mit einer 2-minütigen Vorstellung, die komplett ausreichend ist.

Ein Kuriosum bei den Filmen ist, dass sie im japanischen Original-Titel einfach nur nach der jeweils aktuellen Staffel benannt sind, keine Untertitel, noch nicht mal ein „The Movie“ hintan gefügt. Zumindest trifft das auf die ersten beiden Filme zu, der dritte hat dann doch einen Untetitel.

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Sailor Moon R geht auf Mamorus Vergangenheit zurück, über die die TV-Serie ja nur mal kurz was hat fallen lassen. Nach dem Autounfall, der ihn zum Waisenkind gemacht hat, traf er im Krankenhaus auf den allein durchs All driftenden Fiore, der sich mit dem Menschenjungen anfreundete, jedoch nicht bleiben konnte. Zum Abschied gab Mamoru ihm eine Rose, was Fiore zum Versprechen verleitet hat eines Tages mit der übertollsten Blume des Universums zurückzukommen. Gefunden hat er dummerweise eine, die sich Charakterschwächen ausnutzt, um ihren Wirt zu kontrollieren. Fiore ist also zurück, gar nicht so begeistert davon, dass sich Mamoru eine Freundin angelacht hat, während seine blumige Gefährtin den Planeten mit Pflanzen überziehen und unbewohnbar machen will.

Sailor Moon S dreht sich um einen weiteren Charakter, über den wir in der Serie nie viel erfahren, obwohl sie in jeder Folge ist: Katze Luna. Die freundet sich nämlich mit einem brillanten jungen Mann an, der trotz seines Genies ganz romantisch von einer Mondgöttin träumt, weswegen er ausgelacht wird. Da er schwächlich ist kann er sowieso im Gegensatz zu seiner Freundin kein Astronaut werden. Gleichzeitig steuert ein Komet gen Erde, auf dem eine verbannte Schneekönigin ihren Plan zur Vereisung des Planeten brütet.

Der dritte Film hatte dann wieder einen 15-Minüter mitgebracht: Der unter Fans so bekannte Sailor Moon SuperS Plus: Ami’s First Love. Hier folgen wir dem beliebtesten Charakter der Serie, die einen neuen Rivalen hat, der ebenfalls in den Landesweiten Tests auf Platz 1 landet, und in den sie sich auch ein wenig verguckt. Treffen tun sie sich zwar nie, aber überraschend viel Komik kommt dabei rum. Tatsächlich erkennt man Ami hier fast nicht wieder, so abgedreht und humorig ist sie. Hat mir aber gut gefallen. Überraschend ist das Ding übrigens butterweich animiert, selbst besser als die drei vollwertigen Filme.

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Sailor Moon SuperS: The Nine Sailor Soldiers Gather! The Miracle of the Black Dream Hole! lehnt sich hingegen etwas an den Rattenfänger von Hameln an, in dem nämlich Flötenspieler Kinder rund um dei Welt kidnappen, um ihrer Herrin zu übergeben, die sie in ewigen Schlaf versetzt. Und damit ihr Black Dream Hole speist, um die Erde zu verschlucken. Chibi-Usa derweil freundet sich mit einem abtrünnigen Flötenspieler an, wird aber ziemlich schnell gefangen genommen.

Alle drei Filme haben dabei einen extrem ähnlichen Aufbau: Die Sailors bekommen Wind von einem seltsamen Phänomen, da geraten sie auch schon in den Kampf gegen neue Feinde, Rückzug und kurze Investigation, und dann geht es auch schon auf ins Finale gegen den Obermotz. Mit 60 Minuten sind die Dinger immerhin ziemlich kurz, und so muss es halt zackig gehen. S und SuperS haben sogar eine ähnliche Moral zu bieten – denn sowohl die Vereisung wie der ewige Traum und Kindsein stehen letztendlich für komfortablen Stillstand, während wir als Menschen in die Zukunft blicken und auch Risiken eingehen sollten. Der Bösewicht von R und S kommt auf einem Kometen angeflogen, beide wollen die Erde überziehen. Sowohl in R wie SuperS haben sie Untergebene, die sie belügen, um ihre Kooperation zu sichern. Sowohl in S und SuperS verliebt sich jemand in den neuen Charakter. Und in allen drei Filmen ist Sailor Moon am Ende bereit, ihr Leben zu opfern, um siegreich zu sein. Was es zusammen mit dem Ende von Staffel 1 und Anfang UND Ende von Staffel 5 schon etwas unfreiwillig komisch macht, wenn ihr Charaktere entsetzt entgegen rufen, mit dieser Aktion würde sie sich umbringen. Mittlerweile sollten alle wissen, dass es immer noch ein Hintertürchen gibt.

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Schön anzusehen sind die Filme natürlich allemal, als Kinoproduktionen sind sie wesentlich besser gezeichnet und viel besser animiert als die TV-Serie dies je war. Besonders den Kämpfen kommt das zu Gute, die hier mal nicht super kurz sind. Und eben wegen ihrer Kürze stellen sie einen netten kleinen Sailor-Moon-Fix für Zwischendurch da – immerhin ist alles in kleinen Rahmen hier, was die Serie ausmacht: Witz, Romantik, Kitsch und Charme. Der erste Film ist dabei glaub ich mein Favorit, die Sache das sich Luna in einen Menschen im zweiten verliebt, sowie die Romanze Chibi-Usas im Dritten fand ich immer etwas zu kitschig, um ehrlich zu sein. Dafür gibt uns SuperS die beste Michiru & Haruka Szene. Nachdem die Antagonisten erklärt haben, dass sie den Kindern einen Gefallen tun, indem sie sie nie aufwachsen lassen, meint Michiru mit einem Seitenblick nur, dass man als Erwachsener ganz besondere Arten von Spaß haben kann, woraufhin Haruka rot wird. Bei den beiden gibt’s so was von jeden Abend eine „Bescherung“.