GameBoy Obscurities: Alien 3

ava-1899Alien 3 würde sich ganz gut als Survival Horror machen. Wir haben eine düster-klaustrophobische Lokalität, ein stalkendes Alien, und einen überschaubaren Cast an Charakteren. Die meisten Spiele gehen natürlich dennoch eine Action-orientiertere Richtung ein, so auch Alien 3 für den GameBoy.

Die Starthandlung ist gleich: Ripley macht eine Crashlandung auf einem Gefängnisplaneten, überlebt sie als Einzige, und ist nun in jenem Komplex untergebracht. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn das Gefängnis im hiesigen Spiel ist wesentlich dichter bevölkert, nicht nur was herum streunende NPCs angeht, sondern auch in Sachen Aliens. Ziel des Spieles ist auch das Entkommen der Planetens, nachdem man das Raumschiff wieder in Schuss gebracht hat, nicht die Selbstaufopferung.

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Es gibt Waffen, und es sind halt winzige GB-Sprites aus der Vogelperspektive, aber vom Aufbau her ist Alien 3 einem sagen wir mal Resident Evil nicht unähnlich. Es wird sich durch die 4 via Luftschächte verbundene Ebenen des Gebäudes gerätselt, via aufnehmen von Schlüsselkarten gehen neue Bereiche auf, und die herumlaufenden Aliens sind doch so stark, dass es trotz des Aufsammelns von Waffen und Munition zunächst eigentlich einfacher ist, ihnen aus dem Weg zu gehen zu versuchen. Erst wenn die stärkste Waffe des Spieles aufgelesen ist, ist eine Auseinandersetzung mit der Plage wirklich ratsam, und leider auch unumgänglich.

Denn um das Spielziel erreichen zu müssen, müssen dann doch alle Aliens besiegt werden. Was etwas schade ist, denn wie gesagt ist das mehr Survival-Horror-artige Puzzeln durchs Gelände und Abwägen, ob eine direkte Auseinandersetzung bei der unterpowerten Ripley wirklich einzugehen wert ist, besser gefällig, als dann plötzlich mit der starken Knarre alles über den Haufen schießen zu müssen. Die paar Alien-Eier in ihren Nestern ausfindig zu machen, und mit dem Flammenwerfer zu zerstören ist da noch eine Sache, aber dann die oberen drei Ebenen von 60 Face Huggern, 50 Dronen und 40 Soldaten zu befreien, dass wird schon irgendwo geradezu langweilig. Zumal die Aliens wie gesagt ziemlich schnell die Lebensleiste verringern können und im kleinen GB-Bildschirm schnell versehentlich in sie gerannt werden kann, weswegen man sich auch nicht spannender am Besten in einer relativ sicheren Zone positioniert, und von dort aus die eintrudelnden Viecher über den Haufen schießt.

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Sind alle normalen Aliens besiegt und keine Eier mehr da, um sie respawnen zu können, erst dann taucht die Königin auf der untersten Ebene auf, kann dort nur mit Köpfchen statt Munition zu Fall gebracht werden, und Ripley darf den Planeten wieder verlassen. Mit Endstatistik, die Punkte danach verteilt, wie viele NPCs es überlebt haben, wie viele Aliens besiegt wurden, ob man die Königin unschädlich gemacht hat, und ob Ripley entkommen konnte. Die kommt natürlich auch bei einem Game Over, welches auf einem 3-Strike-System basiert.

Eigentlich ist Alien 3 schon ein recht cooles kleines Horror-Action-Spielchen für den GameBoy, wobei ich es wie gesagt ganz schön gefunden hätte, wenn man eben mehr auf Horror denn Action gesetzt hätte, in dem die Waffen eben das ganze Spiel über weniger Power gehabt hätten, und nicht jedes Alien besiegt werde hätte müssen. Stattdessen einfach so sich aus dem Komplex puzzeln zu müssen – Extrapunkte wenn man die Königin besiegt, die ruhig schon hätte spawnen können, wenn alle Eier erledigt sind. So macht es ein wenig den Eindruck, als hätte jemand befürchtet das ursprüngliche Spiel würde zu kurz (es ist so oder so in einer halben Stunde spielbar) und habe nicht genug packende Action, also so schnell auf die Schlussstrecke noch das Ausräuchern des Gefängnisses hineingeworfen.

Predator Week – Requiem

ava-1191Aliens vs. Predator: Requiem setzt genau dort an, wo der vorige Film aufgehört hat: Die Predator haben die Leiche eines der im Mannwerdungsritual umgekommenen Genossen geborgen und sind bereit abzudüsen, als aus dessen Brust ein Xenomorph ausbricht. Der hat jetzt gewisse Predator-Features, aber das war ja bereits in Alien³ etabliert, wo das Alien, das in einem Hund gewachsen ist, auf allen Vieren durch die Gegend rannte.

Predalien frisst natürlich die anderen Predators und das Schiff crashlandet wieder auf unserer Erde, da es jetzt keiner mehr so wirklich fliegt und so. Und zwar im Wald nahe einer amerikanischen Kleinstadt, die das nicht mitbekommt, sich aber über die nächsten Tage wundern wird, dass Menschen verschwinden oder gehäutet von Bäumen hängen. Ach ja, aus irgendwelchen Gründen waren auf dem Predator-Schiff auch Facehugger untergebracht, die jetzt entkommen sind und somit können auch „normale“ von Menschen ausgebrütete Xenomorphs im Film vorkommen.

Auf dem Predator-Planeten gibt es derweilen einen Alarm, dass am Arsch der Galaxie eines ihrer Schiffe abgestürzt ist, was sofort zur Investigation führt – von einem einzelnen Predator. Der versucht zunächst nicht nur die Aliens auszuschalten, sondern auch deren Treiben zu verschleiern, ist aber selbst weniger gut darin, sein Dasein zu verbergen, von wegen der dummen Angewohnheit, seine Opfer besagterweise gehäutet an hohe Stellen zu hängen.

Man sollte also mal wieder nicht mit zu viel Logik an den Film gehen.

Auffällig ist zunächst das Setting, so eine amerikanische Kleinstadt mit den üblichen Teenagern, ihren kaum älteren Twen-Geschwistern und dem Cop erinnern eher an einen Slasher oder Horror a la Stephen King. Nicht so unbedingt an einen Schauplatz, wo zwei ikonische Alien-Rassen gegeneinander kämpfen.

Aber immerhin, dies tun sie. Und dies häufig, da es diesmal keine enorm ausgearbeitete, aber letztendlich doch nach Bullshit schreiende, Geschichte dahinter gibt, warum das alles passiert. Sind halt crashgelandet und dat wars. Auch die Gewalt ist diesmal wesentlich blutiger, als das im Vorgänger der Fall war. Und auch schön, wird hier niemand geschont, egal ob nette Familienväter, Schwangere, Love Interests oder Kinder, jeden kann es treffen. Das würde normalerweise mehr Spannung um die Charaktere aufbringen, da man um ihr aller Überleben bangen muss, statt zu wissen, dass die Gutmenschen und Kinder auf jeden Fall am Ende überleben und dafür wahrscheinlich alle anderen Unsympathen umkommen werden. Da ist es etwas schade, dass die Charaktere einem durch die Bank weg so scheißegal sind und es einfach nicht interessiert, ob sie überleben oder nicht.

Es mag auch grundsätzlich erst mal nett sein, dass es mehr Action und Gore gibt, aber irgendwie hat jemand vergessen, dass man diese auch… sehen muss. Der Film ist so verdammt dunkel und hat so beschissen wenig Kontrast, dass man meinen sollte, dies kann nur ein Bildfehler sein. Aber so ist er. So war er im Kino, so ist er auf die Scheiben gepresst. Das führt dazu, dass in allen Szenen, die nicht unter direkter Sonneneinstrahlung stattfinden, was natürlich alle Alien-Kämpfe beinhaltet, es einem absolut unmöglich gemacht wird, überhaupt zu sehen, was da abgeht. Ich hab gehört das Predalien hat ein dämliches Design. Ich weiß nicht, ob ich mich da anschließen kann, denn mehr als eine Silhouette konnte ich nie ausmachen.

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Predator Week – AVP

ava-1190Noch bevor der zweite Predator in die Kinos kam, kam jemand auf die glorreiche Idee, die Predators einfach mal gegen die Xenomorphs kämpfen zu lassen. Diverse Comics und Videospiele später, nachdem beide Serien auf der Leinwand eingegangen waren, kam die Idee dann auch aufs Celluloid.

In der Antarktis entdeckt ein Satellit eine Wärmequelle, die von einer Pyramide unterm Eis stammt, in der sich afrikanischer, südamerikanischer und asiatischer Pyramidenbau sowie Sprachen vereinen. Also wird ein Expeditionsteam von Weyland Ent. zusammengestellt, auf das der sterbende Chef seinen Stempel in der Welt hinterlassen kann. Stellt sich raus, die Predators haben die Erste Zivilisation besucht, denen eine Pyramide gebaut und dann alle hundert Jahre darinnen ein paar Xenomorphs umgebracht, als Mannwerdungsritus. Und unser Forscherteam ist jetzt genau in einem solchen drin.

Die wichtigste Regel, wenn man Alien vs. Predator schaut: Absolut und überhaupt nicht nachdenken. Nada. Dass dies beispielsweise überhaupt nicht in die etablierten Serien hineinpasst, nicht erst, seitdem Promotheus acht Jahre später klarstellt, dass es zu dieser Zeit noch gar keine Xenomorphs geben kann. Oder all der Blödsinn mit der Ersten Zivilisation und warum sich die Predators überhaupt die Mühe machen würden. Warum das überhaupt hier auf der Erde stattfinden muss. Zu denken führt nur dazu, dass man schnell überhaupt nichts mehr mitbekommt von dem, was da passiert, weil man sich an einer Logiklücke nach der anderen festhängt.

So sehr der Film nämlich ungeliebt ist, so wenig kann ich ihn wirklich schlecht finden. Ich mein, er ist nicht wirklich gut. Aber er unterhält gut genug. Es hätte von mir aus ein wenig mehr Predator auf Alien Action geben können, wenn man mal den Titel bedenkt, immerhin verbringt der Film einen Großteil seiner Zeit damit, die kreuzdämlichen Handlungsgrundlagen zu legen. Dennoch bleibt’s kurzweilig und ich mag, dass es wie bei Alien eine starke, weibliche Hauptrolle gibt, sowie der Film zumindest nicht das Klischee bedient, dass der Chef von Weyland fies ist und mehr über die Situation weiß, als er zugibt. Mich stört’s auch nicht so sehr, dass der Film weniger brutal ist, als die beiden Franchises, die er zusammenfügt, selbst in der Unrated, die eh nur schon bestehenden Szenen extrem künstlich aussehendes CG-Blut einfügt.

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Alien Week – Prometheus

ava-1184Bereits zu Beginn des neuen Millenniums, also gar nicht mal allzu lang nach Alien Resurrection, erwärmte sich Ridley Scott endlich zur Idee, Platz auf dem Regiestuhl eins weiteren Alien-Films zu nehmen. Doch dann musste das Filmstudio erst Mal die kurzlebigen Alien vs. Predator Spinoffs in den Sand setzen, bevor der Film wirklich grünes Licht bekam. Bis dahin hatte Scott daraus längst ein eigenes Ding gedreht, dass von der eigentlichen Franchise unabhängig ist, wenn auch im gleichen Universum spielt – so zumindest er.

Prometheus spielt in einer eigentlich sehr nahen Zukunft (ich werd sie wohl nicht mehr erleben [es sei denn ich werd so alt wie Heesters], würde ich Kinder adoptieren, gäb es die aber noch). Wobei, finden wir in den Filmen an sich je raus, wann Alien 1-4 stattfinden? Wenn ja, hab ich es überhört. Darauf komme ich jetzt nur, weil das Technik-Design in Prometheus der Optik in den ersten zwei Alien-Filmen sehr nahe kommt.

Egal. Also, man hat bei den altertümlichen Zivilisationen rund um die Erde, die nie eine Verbindung miteinander hatten, diverse Zeichnungen entdeckt, die alle das gleiche Szenario darstellen. Nämlich eine Überlebensgroße Figur, die gen Himmel zu einer Sternenkonstellation zeigt, die es tatsächlich gibt. Also mit Forscherteam dorthin gedüst, um rauszufinden, ob dort unsere Erschaffer abhängen. Dort angekommen sieht man auch so einige interessante Funde, die enträtselt werden sollen, doch noch bevor wirklich konkrete Antworten rauskristallisiert werden, geschehen weniger erfreuliche Dinge, die die Crewmitglieder nach und nach umbringen.

Prometheus ist definitiv ein Prequel zu Alien und zwar noch nicht mal ein so weit entferntes wie ursprünglich behauptet. Der Aufhänger des Filmes ist eine Figur, die wir im Schiff im ersten Teil, auf dem sie das Alien aufgabeln, zu sehen bekommen und hier als die Erschaffer-Rasse herhalten. Allerdings zeigt uns das Finale des Filmes dann auch die Geburtsstunde des Alien-Aliens.

Als Film an sich kann ich eigentlich nicht so wirklich sagen, was ich von ihm halte. Es ist so einer, der irgendwo einfach da ist. Ich hab ihn gesehen, ich war nicht gelangweilt, aber auch nicht begeistert und weiß nicht, ob ich mich noch lang daran erinnern werde, dass ich ihn überhaupt gesehen habe. Woran das liegt mag sein, dass er irgendwie leer wirkt. Der Film bietet keine Antworten, keine konkreten Ergebnisse oder Handlungsziele an. Zeug passiert, ihm fehlt aber das nötige Gewicht, weil wir keinen Bezug dazu aufbauen, weil es eben einfach passiert ohne wirklich wohin zu führen. Die ganzen philosophischen Anspielungen, die in der ersten halben Stunde fallengelassen werden, kommen nie wieder ins Spiel. Was die Erschaffer-Rasse nun wirklich bezweckt hat, erfahren wir nie. Was es überhaupt mit dem Zeug auf dem Planeten auf sich hat, wird nie geklärt. Und die wenigen Plottwists, die es dann doch gibt, die sehen wir von weitem kommen. Der ganze Handlungsverlauf der Filmes ist mir einfach nicht greifbar genug, um mich was zu scheren. Und so verliert man einfach langsam das Interesse an den Sachen, die er einem zeigt.

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Alien Week – Resurrection

ava-1183Man sollte meinen, Fincher hätte seinem Alien³ diese ziemliche Finalität gegeben, damit niemand mehr nach einem weiteren Film verlangen kann. Oder zumindest nach keinem weiteren Teil mit Ripley, immerhin wollte Sigourney Weaver auch nicht ihren Charakter wiederaufleben lassen. Doch Alien ist nun mal eine SciFi-Franchise und so kann man die Alte halt einfach klonen. Sogar mit Alien-Embryo noch in ihr drin gleich mit, irgendwie.

Denn die Kuriosität der Wissenschaft hat auch 200 Jahre nach Alien³ nicht nachgelassen und so wollen weiterhin Leute die Viecher erforschen. Nur das sie diesmal ihre Hände auch an jene bekommen, so mit Ripley post mortem nicht mehr wirklich mit Eingreifmöglichkeiten. Deren Klon lassen sie – ganz großer Fehler, aber das ist das Alien-Kloning sowieso auch gewesen – am Leben. Und Ripley ist jetzt übrigens ganz offiziell eine Superheldin, denn ihr Genpol hat sich mit dem des Aliens gemixt und so hat sie ganz pwnige Superkräfte, wann immer das Skript nach welchen verlangt und einen mentalen Link zu den Aliens sowieso.

Was nun folgt ist ein weiterer Cast an Charakteren rund um Ripley, die auf einem Raumschiff den Fluchtweg zu finden versuchen, während immer mal wieder ein Alien aus einem Luftschacht springt und dem einen oder anderen unter ihnen das Licht ausbläst, bis Ripley am Ende mit Hilfe ihrer neuen Azubiene die Viecher dann in die Luft jagt.

Das Übliche halt, nicht?

Es ist immer schlecht, seinen Film Resurrection zu nennen. Abgesehen davon, dass er super generisch ist – wenigstens hat er hier einen Bezug zur Handlung – lässt man die Türe weit offen für Gespött, wenn man der Serie den Todesstoß damit versetzt. Ich find ihn dann auch den schwächsten Teil der Reihe. Ich weiß noch nicht mal ganz genau, warum. Sicher, ein paar Einfälle sind irgendwo blöde und das Ding wirkt nie so richtig fokussiert, irgendwie konnte er mein Interesse einfach nicht so halten. Liegt vielleicht daran, dass der Schreibstil von Joss Whedon, dem wir das hiesige Drehbuch zu verdanken haben, nicht so gut mit der Franchise funktioniert. Die ersten drei Teile haben ein gewisses Feeling, das distinkt zur Reihe gehört, und welches hier nicht aufkommen will. Die Charaktere, die Handlungseinfälle, die Jokes, alles wirkt so… nicht-Alien. Vielleicht hat die Regie auch ihren Teil dazu beigetragen. Jean-Pierre Jeunet bringt einen identifizierbaren, doch französisch wirkenden, Stil in den Film, er mag mit Delicatessen, Die Stadt der verlorenen Kinder oder Die fabelhafte Welt der Amelie gefeierte Filme geschaffen haben, doch sind das alles eben Mal definitiv keine SciFi-Action-Streifen und der Stil lies mich eher dran denken, hier im Pilot zu einer francokanadischen TV-Serie gelandet zu sein.

Ne, der Funke sprang einfach nicht so richtig über.

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Alien Week – Alien³

ava-1182Nachdem der zweite Film der Franchise so lange auf sich hat warten lassen, wollte man den dritten eigentlich möglichst schnell auf die Leinwand bringen. Der ursprüngliche Plan war sogar, die beiden Filme back to back zu drehen und Alien³ das Jahr darauf in die Kinos zu bringen. In denen war er dann aber doch erst sechs Jahre später. Denn Alien³ war ein Opfer der Developement Hell, mit ständig wechselndem Staff und Rewrites, bis man unter David Fincher doch endlich mal ein finales Produkt hinbekam. Der Regisseur von so Filmen wie Seven, Fight Club und The Social Network wird allerdings nicht gern an seine erste Produktion erinnert, hatte er doch wenig Sagen, was den Final Cut des Machwerks angeht.

Ripleys Schiff ist bruchgelandet, die anderen Insassen tot. Und das auch noch auf einem Gefängnisplaneten weit ab jeglicher Zivilisation, lediglich ein Versorgungsschiff erreicht es alles halbe Jahr. Und selbst für ein Gefängnis ist es ein trister, verlassener Ort, ist das Teil eigentlich schon stillgelegt worden und nur von zwei Dutzend religiöser Insassen, die hierbleiben wollten, noch in Betrieb. Aber natürlich sind nicht wirklich alle Insassen tot – abgesehen vom Androiden, der so gesehen nicht sterben kann, hat Ripley natürlich mal wieder einen blinden Passagier mitgebracht.

Alien³ ist echt unbeliebt, nicht nur bei Fincher selbst. Wobei er sich in den letzten Jahren doch wieder ein wenig Respekt angeeignet hat. Ich glaube auch die große Enttäuschung war der Film nur, weil so viel mehr und vor allem was ganz anderes erwartet wurde. Ich fand ihn nämlich eigentlich ganz Ok.

Ich mochte es beispielsweise, dass es wieder mehr gen Horrorsetting geht. Wir haben wieder ein kleineres Areal, voller klaustrophobischer Gänge und ein einzelnes, in den Lüftungsschächten lauerndes, Alien, welches nach und nach den Cast ausdünnt. Ich mag den heruntergekommenen, dreckigen Look und die rasierten Schädel. Dass der Film trotz seiner 50 Millionen Budget (über das Doppelte von Aliens) erstaunlich Low Budget aussieht, hilft ihm hier sogar etwas, finde ich. Es erinnert mich etwas an Cube, wo die Budget-Einschränkungen der Atmosphäre wahrscheinlich sogar geholfen haben. Doch ganz so atmosphärisch ist der Film leider dann doch nicht, weil die Szenen häufig eben nicht entsprechend gefilmt sind. Keine langen Kamerafahrten durch verlassene Gänge beispielsweise. Ein wirklich gutes Beispiel hierfür ist eigentlich eine Szene früh im Film: Drei Insassen haben einen langen Pfad an Kerzen einen Gang hinunter aufgestellt und plötzlich fangen die an, eine nach der anderen auszugehen. Richtig Stimmung aufgekommen wäre bei einem Shot, der uns den ganzen langen, Kerzenbeleuchteten Gang zeigt und wie langsam näherkommend eine Kerze in der Reihe nach der anderen ausgeht. Stattdessen gibt uns der Film Nahaufnahmen von einzelnen Kerzen, die ausgeblasen werden und sogar wackelige Zwischencuts aufs Alien.

Das sieht übrigens solala aus, wenn es Screentime bekommt. Man hat sich wohl dran erinnert, dass es ein sehr steifes Ergebnis war, jemanden im Kostüm am Set des Erstlings zu haben. Damit jener sich also besser bewegen kann, gerade wo er nun auf allen vieren ist, hat man ihn vor einem Blue Screen rennen und springen lassen, dies dann in die Szene eingefügt. Das führt tatsächlich zu ziemlich überzeugenden Bewegungen, aber der Blue-Screen-Effekt ist so unglaublich deutlich, dass es sofort jegliche Glaubwürdigkeit wieder aus den Szenen nimmt.

Nein, Alien³ hat filmische Probleme, es ist nicht so stilsicher wie Alien noch so ein Spektakel wie Aliens. Doch ein ganz netter Film war es schon, der extrem schlechte Ruf ist etwas übertrieben, wie ich finde.

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Alien Week – Aliens

ava-1181Alien war erfolgreich, hat die Kariere von Sigourney Weaver und Ridley Scott angetrieben. Bis zu einem Sequel hat es dann allerdings doch eine Weile gedauert, kam Aliens erst sieben Jahre später in die Kinos. Ohne Ridley Scott, der bei keinem der Sequels mehr beteiligt sein wird, sondern diesmal unter James Cameron.

Ganze fünfzig Jahre sind vergangen, bis Ripley entdeckt und aus ihrem Kälteschlaf erweckt wird. Die Geschichte vom Alien, das den Rest der Crew getötet hat und wegen dem Ripley das teure Schiff in die Luft sprengen musste, will ihr keiner der Firmenchefs so richtig glauben. Zumal auf dem Planeten, von dem sie behauptet, dort wären die vielen Alien-Eier, schon längst Kolonisten untergekommen sind, die nichts dergleichen entdeckt haben. Doch wie das dramaturgisch perfekte Schicksal nun Mal so spielt, ändert sich dies genau jetzt und jegliche Verbindung zur Kolonie bricht ab. Also wird ein Einsatzkommando mit Ripley dorthin geschickt, vorfinden tun sie aber nur einen verlassenen Komplex. Zumindest von Menschen verlassen heißt das, denn das Ding ist voll mit Aliens.

Aliens ist größer und ausufernder, wie das bei guten Sequels angeblich der Fall sein soll. Mehr Handlung, mehr Hintergrundgeschichte zu Ripley, mehr Charaktere, eine größere Lokalität, viel mehr Action und viel mehr Aliens – mit 2.5 Stunden auch mehr Spielzeit. Aliens ist definitiv der größere Film, dem ist schon Mal klar. Damit und mit dem Wechsel zu Cameron ist es somit auch vom Ton her ein ganz anderer. Scotts Alien war ein Horrorfilm, minimalistisch gehalten, wenige Auftritte des Monsters an sich und keine groß inszenierte Action. Camerons Aliens ist das genaue Gegenteil davon und bewegt sich so vom atmosphärischen Horror weg und ist mehr ein knallharter Actionfilm im Sinne von Predator oder Terminator. Die Optik und das Feeling sind eben ganz anders.

Dies ist ja kein Negativpunkt, einfach den selben Film wieder und wieder zu drehen wird schnell langweilig und so ein komplett anderer Stil hält die Franchise definitiv frisch. Cameron war schlau genug, zu machen, worin er am besten ist, statt den vorigen Film imitieren zu wollen. Ich mag zwar dann tatsächlich das minimalisitsch-atmosphärische Original lieber, da es mehr meiner Mentalität zuspielt, doch das spektakuläre Actionfest des Nachfolgers hat auch enormen Unterhaltungswert.

Die Macher von Metroid: Other M hätten sich mal vorher Aliens anschauen sollen. Ripley ist, wie man einen starken weiblichen Hauptcharakter richtig macht. Hauptsächlich deswegen, weil die Filme nie die Tatsache, dass sie eine Vagina hat, zur Sprache bringen. Sie ist ein starker Charakter, der nur eben eine Frau ist und niemand macht daraus ein großes Ding, sie muss sich nicht beweisen, nur weil sie kein Y-Chromosom hat. Aliens erinnert uns nicht auf Schritt und Tritt daran, dass Ripley menstruiert, aber doch eben total tough ist und so, als würde sie das zu einer besonderen Ausnahme machen. Und das, wo Aliens ihr eine verstorbene Tochter andichtet, um ihren besonderen Beschützerinstinkt gegenüber dem Mädchen, das sie in der Kolonie vorfinden, zu hinterfüttern. Aber eben erneut, dies wird einem nie mit einem ganzen Gartenzaun eingebläut, bis man der Message gegenüber taub geworden ist, weil jedes dritte Wort aus Ripleys Mund irgendwas über Mütter oder Babys ist.

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Alien Week – Alien

ava-1180Ich war nie ein großer SciFi-Fan beim Aufwachsen, weswegen ich bis vor kurzem eben auch nie die großen Franchises wie Star Trek oder Star Wars geschaut habe. Stargate mochte ich – zu Beginn zumindest (dem damit geholfen ist, dass ich mich eine Zeit lang fürs Alte Ägypten interessiert habe), und Babylon 5, aber ansonsten konnte man mir damit ziemlich fern bleiben. Die Alien-Filme hingegen habe ich alle mal zum einen oder anderen Zeitpunkt geschaut. Wahrscheinlich, weil sie mehr Horrorfilme sind, die halt im Weltraum spielen.

Die Besatzung eines Raumschiffes ist recht desorientiert, als sie aus dem Kälteschlaf erwachen, jedoch noch weit von ihrer Heimat entfernt sind. Stellt sich heraus, ihr Navi hat einen Hilferuf aufgeschnappt und dementsprechend einen kleinen Abstecher in ihrer Rückflugsroute eingebaut, damit sie dem nachgehen können. Kaum ist ein Teil der Crew weg, wird auch noch klar, dass es sich wohl nicht um ein SOS- sondern Warnsignal handelt.

Im Prinzip ist Alien tatsächlich ein Haunted House Plot, bei dem eine Gruppe Charaktere mit einem Monster in einer Lokalität eingesperrt werden. Hier sogar mit einem ganz prächtigen Grund, warum sie derer nicht entfliehen können, so als Raumschiff mitten im O²-losen Weltall weit ab jeglicher Zivilisation. Ich mein, die haben ja sogar eine verdammte Katze dabei, die für zwei oder drei Jump Scares sorgt, dem Genre-Klischee schlechthin.

Es ist auch echt ein verdammt guter Film. Sehr minimalistisch gehalten eben, überschaubare Crew, eine Lokalität (fast, den kurzen Abstecher um das Alien aufzugabeln ausgenommen) und das Alien gibt es kaum zu sehen. Was keine so üble Idee ist, in den wenigen Auseinandersetzungen – die auch kurz gehalten sind – merkt man nämlich schnell, dass das Vieh wohl nicht so beweglich ist. Stattdessen gibt es viel Atmosphäre. Lange Kamerafahrten, einsame Korridore, mental auseinanderfallende Gruppenmitglieder, nur kurze Shots aufs Alien. Nicht zu vergessen natürlich das tolle Design. Das Raumschiff irgendwo zwischen 2001 und Hellraiser, Alien und das andere Schiff mit dem gewohnt spektakulären Giger-Design. Dazu dann noch der eklige Body Horror, mit den Face Huggern, die einem ins Gesicht springen und die Eier den Hals runter legen, bis dann irgendwann das Babyalien aus der Bauchdecke rausbricht. Gigers Designs sind ja bekanntermaßen gern sexuell angehaucht und das nutzt der Film für sich. Auch nicht uninteressant die Rollenauswahl, wo der Held am Ende mal eine Frau ist (und nicht im Slasher-mäßgen Last Girl Sinne) und die meisten Opfer Männer sind.

Ich fand es tatsächlich sehr spannend und atmosphärisch, gerade das Finale ist Nervenaufreibend. Allerdings, die Katze find ich eine seltsame Entscheidung. Warum ist die jedem so wichtig? Warum ist die überhaupt auf dem Schiff? Frei rumlaufend in den tiefsten Tiefen davon sogar. Und warum geht Ripley zurück, um das Vieh zu retten? Die wirkt einfach etwas deplaziert in einem ansonsten so feingetunten Film. Gut, ein paar Szenenschnitte sind etwas abgehackt, was aber gut daran liegen könnte, dass ich den „Director’s Cut“ gesehen habe, der 5 Minuten an Material hinzufügt, die Ridley Scott damals fürs Kinorelease rausschnitt, dafür aber 5 Minuten zur Straffung aus anderen Szenen entfernt.

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