Kubrick Wednesday – 2001

2001: A Space Odyssey beginnt anders, als man es bei dem Titel wohl erwarten würde, denn das erste Segment, „The Dawn of Man“ zeigt uns Menschenaffen, die einen schwarzen Monolithen finden und daraufhin entdecken, dass man Gegenstände super als Werkzeuge oder Waffen nutzen kann. Erst danach, im zweiten Segment, geht es in die (damals) Zukunft. Wir folgen einem Wissenschaftler, der auf dem Weg zum Mond ist, da dort eine Anomalie gefunden wurde, die vor Millionen von Jahren dort bewusst vergraben zu worden schien. Es ist ein weiterer Monolith, der ein seltsames Signal aussendet.

18 Monate später finden wir uns im „Jupiter Mission“ Segment wieder, sozusagen dem Herzstück des Filmes. Eine sechsköpfige Manschaft ist auf dem Weg zum Jupiter, 3 von ihnen im Kälteschlaf, 2 zur Überwachung wach und das letzte Mitglied ist ein Computer der HAL-9000er-Serie, die für ihre Unfehlbarkeit und menschenähnliches Denken bekannt sind. Nachdem HAL einen Fehler zu machen scheint, aber darauf besteht, dass es wohl eher menschliches Versagen ist, wie jeder „Fehler“ der 9000er Serie bisher, statt Computerversagen, beschließen die beiden Männer, ihn im Auge zu behalten und Notfalls abzuschalten. Nur kann HAL das nicht erlauben, ist die Mission – die bisher nur er kennt – doch zu wichtig.

Kubricks Space Odyssey ist ein interessanter Film. War Science Fiction bis daher doch meistens sehr geprägt von Action und Kampf gegen andere Lebewesen, häufig gern in sehr bunter Optik, geht 2001 doch in eine ganz andere Richtung. Es gibt keine körperliche Auseinandersetzungen, keine Schlachten, keine Scharmützel, allgemein passiert weite Strecken des Filmes wenig bis gar nichts. Und das alles is sehr klinisch reinen Bildern, viel Weiß, hier und dort mal ein Farbkleks.

Es ist nicht mal so, dass der Handlung schwer zu folgen wäre, zumindest nicht in den ersten drei Akten, bis es dann im finalen Segment „Jupiter and Beyond the Infinite“ super trippy wird. Nein, es ist einfach so, dass es schlichtweg nicht sonderlich viel davon gibt, in den ganzen 2 1/2 Stunden des Filmes. Der spannendste Teil ist immer noch „Jupiter Mission“, weil es hier tatsächlich zu Reibereien kommt, nämlich menschliche Crew vs. HAL (zeigt auch wunderbar, wo Portal seine GLaDOS her hat). Davor und danach ist der Film bewusst langsam und Ereignislos. Da scheiden sich dann an ihm auch die Geister, 2001 ist monumental, nur ob monumental clever oder monumental langweilig, ist wohl Ansichtssache.

Mir hat er gefallen. Ich ging von ihm weg, weniger als einen Film im klassischen Sinne sehend, der mir viel zu erzählen hat, sondern ihn als audiovisuelles Erlebnis nehmend. Ein Space Ballet sozusagen. Lange Szenen, wie Schiffe durchs All driften, lange Shots der Charaktere, wie sie normale Gespräche oder alltägliche Abläufe in den hübsch anzusehenden Sets tätigen. Und Kubrick spielt schön mit seiner Szenerie, statt bestechend statisch wie viele SciFi-Sachen nimmt er hier gerne mal die ganzen 360° der künstlichen Schwerkraft in Anspruch, lässt Leute an der „Decke“ oder den „Wänden“ entlang laufen, da es hier ja so gesehen keine feste Spezifikation der Räume gibt. Und über allem sehr ruhige, klassische Musik laufend. Es lullt richtiggehend ein.

Was nun den Sinn hinter der ganzen Schoße angeht. Nun ja, interpretieren kann man in den Film eigentlich alles hinein, worauf man lustig ist. Dafür ist „Jupiter and Beyond the Infinite“ zu vage gehalten, gibt zu wenig Ansatzpunkte für Denkanstöße, um unumstößlich sagen zu können, was jetzt die Aussage der ganzen Sache war. Wer gern viel und wild interpretiert, ist hier also gut bedient. Wer auch einfach mal gar nicht interpretieren will und die Sache einfach so Erklärungs- und Endpunktlos hinnehmen kann, der auch, solang er eben die Sache als Erlebnis denn als kohärenten Handlungsverlauf nimmt. Ich muss eingestehen, ich hab mir hier ernsthaft nich allzu viele Gedanken gemacht, sondern mich einfach von Stil und Atmosphäre des Filmes tragen lassen.