Let’s Play Final Fantasy XV – 06. A King’s Tale

Ganz fertig bin ich mit der Welt von Final Fantasy XV dann also doch noch nicht. Irgendwie dachte ich immer, dass A King’s Tale ein einfaches Smartphone-Spielchen ist. Stellt sich heraus, dass es tatsächlich auf den Konsolen erhältlich ist, auf denen es auch das Hauptspiel gibt. Denn es war ursprünglich ein Pre-Order-Bonus, den es mittlerweile allerdings auch kostenlos zum Download gibt. Da es ganz nett aussah, eben nichts kostet, und auch ziemlich kurz sein soll, habe ich mich mal durchgeprügelt.

Ganz meine Erwartungen hat die Handlung übrigens nicht erfüllt. Ich bin dann doch etwas leichtgläubig davon ausgegangen, dass Regis seinem Sohn Noctis etwas über seine Abenteuer auf der Reise mit seinen Fuckbuddies erzählt. Da ja scheinbar jeder royale Nachkomme so einen Coming-of-Age Camping Road Trip mit seinen Kumpels hat. Einfach ein wenig Backstory zu einem jungen Regis und dem Verhältnis zu seiner Boy Band eben. Wäre doch eine ganz nette Möglichkeit gewesen, diese Charaktere, allen voran Regis, etwas genauer zu beleuchten.

Dem ist leider nicht so. Stattdessen erzählt Regis seinem Sohn ein kurzes Abenteuer darüber, wie er sich durch ein paar Horden Monster schnetzelt, weil jemand die Kristalle raubt, und letztendlich dem Übeltäter hinter alledem – niemand anderes als Ultros – einen Strich durch die Rechnung macht. Alles unter dem Schein des vielleicht ist etwas in der Art mal geschehen vielleicht aber auch nicht, letztendlich wollte Noctis ja nur eine Gutenachtgeschichte und meint direkt zu Beginn sogar, ihm sei es egal, ob sie stimmt, solange sie unterhaltsam ist.

Die drei Weggefährten von Regis wird man ausgenommen von kurzen Textboxen beispielsweise eigentlich nicht zu sehen bekommen. Denn sie schließen sich was das Gameplay angeht als reine Specials an, die Regis für eine Spezialattacke beschwören kann, wenn sich der entsprechende Balken genug aufgeladen hat. Wobei ich meist darauf gewartet hatte, dass der Balken voll ist, und Regis ein Special mit seinem Rad aus royalen Waffen vollführen kann, statt die Jungs zu rufen.

A King’s Tale ist natürlich kein voll ausgearbeitetes Spiel, aber doch für umsonst ganz launig geworden. Als Beat em Up schlägt man sich via Regis halt von links nach rechts durch die diversen Stages, während Monsterhorden einfallen, die umgenietet werden müssen, damit man weiterlaufen kann, bis das Ende des Stages erreicht ist. Regis hat drei Arten von Attacken (kraftvoll, schnell, Schild) für den Angriff und eine Rolle, um dem Gegner auszuweichen. Wobei verschiedene Gegner gegen unterschiedliche Attacken anfällig sind. Skelette beispielsweise blocken Kombos, die keinen Schildbash enthalten, Ronin hingegen schnelle Attacken und müssen mit einer kraftvollen erst aus dem Tritt gebracht werden zum Beispiel. Den besonders schweren aber gut telegraphierten Attacken eines Eisengiganten muss schnell weggerollt und dann in den Rücken geschlagen werden. Zudem gibt es die drei Elementarmagien, die besonders gegen die Flans nützlich sind, aber nicht, wenn sie deren Farbe entsprechen. Neben normalen Kombos gibt es auch noch solche, welche die Gegner in die Luft schlagen.

Das ist alles als schnelle Prügelei für Zwischendurch sicherlich ganz nett. Wobei mir der finale Boss nicht ganz gefallen hat, weil mich auf die letzte Phase zunächst so viele kleine Gegner umschwärmt hatten, dass ich gar nicht an den Kristall rankam, bevor Ultros ihn bei sich hatte. Allerdings lässt das Spiel einen in diesem Fall direkt wieder bei Ultros anfangen mit der Ausrede, dass Regis es nur spannend machen wollte, und die Geschichte natürlich nicht auf diese Art und Weise ausgegangen ist.

Auch grafisch ist der 2D-Sidescroller ganz gefällig geraten. So sind die Sprites groß und besonders Regis gut animiert und mit einigen coolen Posen und Bewegungsabläufen ausgestattet. Die Story-sensitiv eingesetzten Summons sehen beeindrucken aus. Und auch die Hintergründe in Insomnia und in der Steppe sind hübsch anzusehen, das finale Höhlensystem hingegen nicht ganz so. Von der Musik her – gerade zum Beginn auf dem Highway mit Stadtlandschaft in Insomnia – hatte ich sogar regelrecht ein paar Mega Man X Vibes.

Wer noch mehr dran spielen will kann nicht nur spezielle Challenges während des Storyverlaufes für die obligatorischen Trophies erfüllen, sondern das Spiel schaltet nach dem Durchzocken auch noch 25 separate Challenge-Stages frei. An sich also ein ganz feines, kleines Spielchen für den Brawler zwischendurch. Ich hätte halt gern ein wenig der im Hauptspiel vermissten Charakterisation gewünscht, die leider auch hier nicht zu finden ist.

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