Quickies: Porn Spoof Edition

ava-1810Meiner Recherche zu Folge scheint es doch tatsächlich keine Gay Porn Parody von 300 zu geben. Wenn das mal nicht die größte verpasste Chance der Industrie ist. Der Film bietet sich doch so dafür an, immerhin ist er schon schrecklich lachhaft dämlich, und homoerotischer als das berüchtigte Batman & Robin von Joel Schumacher. 300 ist quasi schon sein eigener Gay Spoof, es fehlt nur noch ein bisschen heißer dominanter Perser auf submissivem Spartaner Sex.

Also musste ich mir anderweitig Befriedigung besorgen, beginnend in den Oldies, denn The American Adventures of Surelick Holmes stammt aus den 70ern. Als Porn Parody Titel noch nicht einfach [Nachgemachter Film] + XXX Parody waren, sondern man sich dämliche Wortspiele einfallen ließ. Damit fällt der Film auch genau in das Jahrzehnt des Porn Chics, als Sexfilmchen tatsächlich eine gewisse Verbreitung und Präsenz außerhalb der Schmuddelecken bekamen. Sehr chic ist Surelick Holmes allerdings leider nicht.

Der ganze Film ist dann doch ziemlich peinlichst 70er. Das startet bei der nervtötenden und fast zufällig eingespielter und dann wieder nicht existenten Musik, geht über auf die lächerlich faken übersynchronisierten Laute fürs Fellatio, weiter zu den unattraktiven Akteuren, die fast alle etwas zu schwabbelig wären und zu wenig Haar an den richtigen, zu viel an den falschen Stellen aufwiesen, um heutzutage für irgendeinen Porno angeheuert zu werden, ganz zu schweigen von Schwulenpornos, wo die männlichen Akteure die Hauptattraktion sind. Der Kerl, der den Mr. Head spielt schaut sowieso ständig drein, als wäre er total auf Droge, und die anderen sind es wohl auch, was erklären würde, warum sie die meiste Zeit beim simulierten Sex nicht mal richtig einen hoch kriegen. Immerhin ist besagter Sex der Ära gerecht relativ schnell rum, statt das sich eine einzelne Kopulationsszene wie heutzutage 30 Minuten in die Länge zieht, was natürlich nichtig ist, wenn sie so unsexy sind und 90% davon ein Blowjob nach dem anderen ist, statt mal was anderes zu zeigen.

Ach ja, irgendwo geht es darum, dass dem reichen Mr. Richbitch die Kerle kastriert werden, weswegen Surelick Holmes und sein Denkanstoß Watson (statt an einer Pfeife zu ziehen, hat Holmes die besten Durchbrüche, wenn Watson seinen Schwanz nuckelt) vom befreundeten Mr. Head eingeladen werden, dies zu lüften. Die Handlung ist aber wirklich mehr als Nebensache, die meiste Zeit wird an schlaffen Penissen gesogen. Außerdem sollte es keinen überraschen, dass der Bösewicht der Kerl ist, der sich in schlechtem Drag als Haushälterin ausgibt, und deren Name eine Anspielung auf Moriarty ist.

Springen wir knappe 15 Jahre weiter, ins Jahr 1989, als Tim Burton seinen ersten Batman auf die Leinwand brachte. Denn das gleiche Jahr sah einen Film, dessen Title Card schlicht Batdude sagt, der überall anders allerdings als Batdude und Throbin angepriesen wird. So wie sich 300 eigentlich für eine Gay Porn Parody anbietet wie eine läufige Hündin einem Rüden, so bietet sich natürlich auch das älteste homosexuelle Paar in der Comic-Geschichte an.

Die beiden sind die Helfer von Libido City oder so, ich hab den Namen schon wieder vergessen, jedenfalls geht es in die Richtung, ist aber kein „cleverer“ Reim auf Gotham. Dabei müsste man dessen Namen nicht mal unbedingt ändern, sondern schlicht als Got ham aussprechen. In jener Stadt, deren Einwohnerschaft scheinbar komplett männlich ist, hat natürlich jeder gern Sex. Aber nur unter gegenseitigem Einverständnis, während Schurken wie der Peeper, der Poker und der French Tickler ihn erzwingen. Und da ist nichts spaßig dran, wie uns Batdude sagt. Also wieder nicht wirklich ein Anflug von Handlung, sondern eine Aneinanderreihung reines Sexes. Ist es wirklich ein Porn Spoof/Parody, wenn man Leute einfach nur in halbwegs passable Kostüme steckt (übrigens hier angelehnt nicht an Tim Burton, sondern die Adam West Version, inklusive Soundwords beim Sex) und einander das Hirn herausvögeln lässt?

Umso schlimmer, wenn der Sex erneut die Achillesverse des Steifens ist, er aber sonst nix zu bieten hat. Die Schauspieler sind hier nicht so schwabbelig wie in Surelick Holmes, aber so wirklich attraktiv ist das alles auch nicht. Auch wieder nicht sonderlich kreativ, sondern ziemlich „Ich blase dir einen, du bläst mir einen, doggystyle, abspritzen“ in fast jeder Szene. Die Soundwords sind zunächst witzig, sowie Batdudes schräge Cape-Action beim Sex, aber wirklich Spaß will ebenfalls nicht aufkommen. Und eine Porn Parody die weder sexy noch humorig ist, ist schon ein ziemlicher Fail.

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Willkommen im neuen Jahrtausend und beim entsprechend langweiligen Titel Batman & Robin: An All Male XXX Parody. Superhelden-Comics bieten sich halt eben auch sehr an, mit ihren muskulösen Kerlen mit geheimer Zweitidentität in hautengen Kostümen, und eben Batman, der es bei keiner Freundin lang aushält, sich aber gelenkige Waisenjungs als Protegé hält.

Wo wir bei Robin sind, der hier… ich weiß ja nicht. Zunächst hätte ich mal erwartet doch irgendwie einen Twink-igeren Akteur gecastet zu sehen. Und dann ist sein „Kostüm“ ein nicht mal gut sitzender Pyjama, was ironischerweise diese Robin-Inkarnation zum am wenigsten sexualisierten macht, den ich je gesehen habe, selbst im Vergleich zu den Mainstream-Porträtierungen. Und sowieso ist er hier der Weakest Link, weder super gutaussehend, die Hälfte seiner Sexszenen hat er keinen Harten, und das monotone Gestöhne würde selbst bei einem Tennis-Tournier nerven. Es ist schon echt eine Leistung, der schlechteste Partizipierende zu sein, in einem Porno, in dem Kirk Cummings dabei ist. Der war gar nicht so schrecklich, wie ich ihn gewohnt war, allerdings war man schlau genug, ihn als Rocco the Minion zu casten, der eine Maske trägt und keinen Text bekam.

Apropos Kostümdesign, auch Batman & Robin richtet sich etwas mehr an die Adam West Version, denn die Batmänner seit den 90ern. Wahrscheinlich ist es halt einfach auch billiger ihn in ein graues Lycra-Ganzkörperkondom zu stopfen, als einen feschen Latex-Anzug mit falschem Sixpack modellieren zu müssen. Die zwei Eröffnungssätze der einzelnen Szenen sind auch Comic-Look-ig, ansonsten bleibts recht schnöde anzusehen.

Und da hätten wir wieder das Problem, denn zwei Sätze zwischen zwei Rammeleien ist auch hier alles, was an Plot geboten wird. Am Anfang heißt es glaub ich, eine Bank wurde ausgeraubt. Dann ficken diverse Figuren nach und nach miteinander, ohne dass dies wirklich noch mal angesprochen wird. Und dann haben Batman und Robin schon das HQ der Fieslinge gefunden, und nach einem Blackscreen mit ein paar „Pows“ und „Bangs“ sind sie angeblich schon abtransportiert und unser OTP darf endlich miteinander Analpiratieren. Somit war man zwar schlau genug zu wissen, dass keiner die Sissy-Slap-Fights sehen will, die normalerweise in Superhero Gay Porn als „Kampf“ durchgewunken werden, aber etwas anti-klimatisch war das schon. Und eben, man kann sich streiten, ob Porn an sich nun wirklich einer Handlung bedarf, aber bei einer Porn Parody gehört schon eine dazu, denn das ist der Teil, wo die Parody rein kommt. Ich kann nicht einem Kerl ein Kopftuch geben, einem anderen eine Augenklappe, die beiden 30 Minuten vögeln lassen, und das Teil dann Ass-Pirates of the Cockribbon: A Porn Parody nennen, ich muss schon ein wenig Dialog und eine notdürftige Rahmenhandlung haben, die sich über die echten Pirates of the Caribbean Filme lustig machen.

Auch übermäßig sexy war dieser Eintrag zudem wieder nicht. Meilen mehr, als die vorigen Drei, was keine große Leistung ist, mit den bisher attraktivsten Akteuren, auch das… aber mir war der Sex immer noch zu monoton, zu langgezogen, zu unkreativ. Kein per se schlechter, aber recht unspektakulärer Porn, und genau das sollte eine Batman & Robin Gay Parody vielleicht nicht unbedingt sein. Die Opening/Eding-Jingle rockt allerdings, Daumen hoch für die!

Auf zur Rettung eilte 21 Hump Street. Oder auch nicht. Zwei unfähige Cops gehen also Undercover an einer High School, wo die neue Droge HFS – Holy Fucking Shit – kursiert. Zuerst bekommt man einen Lach-Flash, dann wird man etwas dement, und dann hat man einen unstillbaren Hunger nach Schwanzlutschen. Knackig und zum Punkt, eh?

Bisher der beste Porn Spoof im Quartett. Die bisher attraktivsten Akteure mit dem bisher größten Equipment bietet er beispielsweise. Auch scheinen sie tatsächlich Spaß dran zu haben, sich zum Affen zu machen. Das bringt natürlich auch schon Goodwill mit. Und Bonuspunkte für Outtakes bei den Credits. Uuuund… das war es auch schon. Erneut ist mir das Ding ehrlich gesagt in der Gesamtheit etwas zu langweilig. Ich habe ja grundsätzlich keine Geduld für Sexszenen, die 25-30 Minuten gehen, scheinbar alle die gleichen Stellungen in gleicher Reihenfolge bieten, und bei denen mindestens einer der Kerle fünf Minuten einen geblasen bekommen muss, bis er richtig hart ist, wenn er den Gefallen zurückzahlt sofort wieder abschlafft. Dann sind auch noch alle Kerle innerhalb ner Minute komplett ausgezogen, statt zumindest mal etwas Diversität reinzubringen, in dem beim Sex mal Stücke des Cop-Outfits oder des Anzugs für den Abschlussball angelassen werden.

Ne, um befriedigend 105 Minuten zu füllen fehlt mir auch bei 21 Hump Street etwas der Biss und das Besondere. Man kann sich halt eben nicht rein auf das Gimmick des Titles und Parody verlassen, und dann absolute gleiches Standardrammeln für den Großteil der Spielzeit bieten.

Ich glaub aus regelmäßigen Porn Spoof Einträgen wird nichts. Gibt keinen Porn Parody Moansday, oder Wanksday, oder Thirstday. So dement-witzig die Titel teilweise sind, so interessant im Idealfall [Franchise X] + heißer Sex klingen mag, so deprimierend unoriginell sind leider viele der Ergebnisse, wenn man sich doch mal zum Schauen hinreißen lässt.

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