1313: Nightmare Mansion

ava-2052Ich habe gelogen. Weil IMDB mich angelogen hat. Es gibt gar nicht 13 Filme in der 1313-Reihe, sondern tatsächlich 14, weil alles andere würde ja Sinn machen, und die Franchise sträubt sich mit jeder Faser genau dagegen. Es ist nur so, dass der erste Film, 1313: Nightmare Mansion, in der IMDB-Übersicht mit seinem Alternativtitel A Dream Within A Dream geführt wird. Außerdem hatte er wohl den Working Title Son of a Witch. Da bereits der nächste 1313 schon immer als 1313: Wicked Stepbrother geführt wurde, nehmen ich mal an, wir haben es hier mit einem Film zu tun, der wegen seiner starken Gemeinsamkeiten zu einem 1313 umbenannt wurde. Ähnlich wie Heidi eigentlich noch vor der World Masterpiece Theater Reihe erschien, oder Nausicaä vor der Gründung vom Studio Ghibli produziert wurde, aber in den Canon integriert wurden.

Wobei 1313: Nightmare Mansion direkt mit einer Sache überrascht, die ich so noch in keinem Film von David DeCoteau zu Gesicht bekommen habe: Die Nachtszenen sind tatsächlich nachts gedreht! Dafür auch hier komplett alles in dessen Haus. Was etwas merkwürdig ist, wenn wir zu Beginn des Filmes angeblich an anderen Orten sein sollen. Denn unser Bösewicht lädt 6 Mitschüler zu einer Party bei sich ein, weil er eben jene Sünder für ein Ritual braucht, um seine Hexenmutter wiederbeleben zu können. Netterweise gibt er uns damit auch schon direkt ihre Archetypen an, bevor wir überhaupt einen Cut zur Einladungsszene haben, die uns den Charakter dann zeigt. Wir haben also den Religiösen, den Clown, den Bücherwurm, den Trinker, den Schwulen, und das Alibi-Weib. Und jene Einladungen übergibt er ihnen theoretisch in der Schule, aber ich habe bereits zu viele 1313-Filme gesehen, um all dies nicht als DeCoteaus Haus zu identifizieren. Im Wohnzimmer steht der Elefant und der Sesse in Autoform, im Flur hinter der Bar die Kuh mit der Krone, hinter der Treppe ins Obergeschoss der Baumstamm mit den Schlampenstiefeln. Ich kenne mich hier aus. Nicht, dass DeCoteau sonderlich versucht, dies hier wie eine Schule aussehen zu lassen, wenn Hexen-Kerl den Bücherwurm einlädt, dreht er die Szene mit der Hausbar eindeutig im Hintergrund ersichtlich.

Aber jetzt kommt überhaupt das Beste im ganzen Film. Es sollte mittlerweile klar sein, dass DeCoteau immer gern eine Ausrede findet, um die Schauspieler in Unterwäsche zu präsentieren. Bei Nightmare Mansion war „weil Magie“ scheinbar bereits Grund genug. Unsere 6 Charaktere tröpfeln also nach und nach einzeln oder als Duo beim Haus ein, und das noch mitten am Tag, obwohl die Einladung eigentlich spezifisch nach Sonnenuntergang sagte, aber über das Editing der Zeit sollte man sich eh nicht sonderlich den Kopf zerbrechen, später ist nämlich jede Außenszene eindeutig nachts gedreht, sobald die Charaktere dann das Haus wieder betreten aber strahlend helle Sonne durch die Fenster scheinend. Okay, jedenfalls sobald jemand das Haus betritt gibt es einen weißen Flash, und plötzlich wachen sie wo ganz anders auf, und das in nichts außer weißer Unterwäsche – abgesehen vom Alibi-Mädel, die bekommt ein pinkes Nachthemd oder so an, weil wer will die schon unbekleidet sehen. Und ich kann mir nur vorstellen, dass zuerst das Script geschrieben wurde, die zehn Minuten, die das wahrscheinlich überhaupt gedauert hat, und erst später jemand auf die Idee kam, dass „weil Magie“ genug Grund dafür ist, warum die plötzlich nackt ins Haus warpen. Denn niemand spricht es an. Alles andere schon. Wo bin ich? Was war das weiße Licht? Wo ist mein Freund, mit dem ich angekommen bin? Nur irgendwie nie: Warum bin ich fast nackt? Erst 40 Minuten und beim fünften Gast kommt es, dass jener mit den Worten „woah, wo sind meine Klamotten hin?“ aufwacht, sobald er dann aber Hexen-Kerl zur Rede stellt erneut komplett vergisst dies erneut  zu fragen.

Ist auch herrlich, wie Religiös-Kerl und Gutmensch-Mädel sofort zum Schluss kommen, dass hier was Übernatürliches am Werke sein muss, weil die Ereignisse so unerklärlich sind. Wirklich? Ihr werdet von einem Kerl, den ihr kaum kennt, zu einer Party bei sich eingeladen. Sobald ihr das Haus betretet habt ihr einen Black Out, wacht anschließend nur in Unterwäsche auf nem Bett oder Sofa auf. Also mein erster Gedanke wäre, dass mich jemand betäubt und ausgezogen hat, entweder wegen eines echt schlechten Streiches, oder zum Zwecke von Date Rape. So super unerklärlich ist das soweit nämlich noch nicht. Na ja, kurz darauf finden sie ja auch ein interessantes Buch, welches uns der Film nie zeigt, weil Requisiten kosten Geld und Zeit, stattdessen erzählen uns die beiden, was sie darin sehen. Und scheinbar ist auf der ersten Seite eine Liste aller Eingeladenen, dann kommt ein Stammbaum des Hexen-Kerls, dann ein Bild einer Hexenverbrennung, welches die beiden sofort schließen lässt, er muss eindeutig eine Hexe sein, und dann „Bilder aller menschlichen Katastrophen der letzten 300 Jahre“. Wow, das Buch ist mal beliebig.

Jedenfalls muss Hexen-Kerl alle 5 Kerle tot sehen und das Mädel dann zur Wiedergeburt seiner Mutter machen oder so, denn genau genommen ist das alles etwas random erneut. Ein paar von den Leuten tötet er direkt, wie den Alkoholiker und den Bücherwurm, andere hetzt er wiederum gegeneinander auf, um sich gegenseitig umzubringen, weil warum auch nicht. Und der Schwule fällt ganz aus dem Film. Also wie gesagt hat jeder eine heimliche Sünde, und 1313: Nightmare Mansion nimmt scheinbar an, dass ein Kerl um die 20 aus der weißen Oberschicht im Jahr 2011 in Beverly Hills ernsthaft ein Problem mit seiner Homosexualität hat. Also ist das sein großes Geheimnis, dass der Hexer für sich ausnutzen will. Und dann kommt die unerotichste homoerotisch gemeinte Szene in einem Film ever, wenn der Hexer den Schwulen verführen will. Wie immer haben die Kerle keine Chemie, und halten gute eine Erektionsweite Abstand voneinander. Jedoch fangen sie an, sich gegenseitig zu berühren, und das so Fingerspitzig und so weit nördlich des Bauchnabels, dass es aussieht, als würden sie in nem toten Tier rumstochern oder so. Und dann gibt es einen Cut und wir sehen den Kerl nie wieder. Wir können nur davon ausgehen, dass er ihn dann wohl umgebracht hat?

Witzigerweise gibt es sogar eine homoerotische Szene, die zumindest ein wenig heiß ist. Und zwar, wenn er die Sünde des Clowns aufdeckt. Scheinbar hat er versehentlich als Kind seinen Hund umgebracht. Sünde: Mord! Wie kann er sie wieder gut machen? In dem er einen seiner Freunde umbringt. Also ich weiß ja nicht. Als 9-Jähriger versehentlich für den Tod eines Hundes verantwortlich zu sein, oder als 19-Jähriger ganz bewusst einen anderen Menschen abstechen? Klingt das wie ein guter Handel? Jedenfalls, warum auch immer, aber Gott segne wer auch immer den Einfall hatte, fangen Clown und Hexer an, die Klinge des Messers zu lecken. Zungenkuss-Dreier via Klinge, herrlich.

Was war eigentlich die Sünde der beiden Mains? Sowohl das #NoHomo-Alibi-Mädel, sowie der Priester-Sohn scheinen nicht wirklich eine zu besitzen. Bei allen anderen sagt uns der Hexer, was sie verbrochen haben. Bei denen nicht. Stattdessen warpt er sie in den Whirlpool, und eine weitere absolut nicht-erotische Szene beginnt, die gut 10 Minuten andauert. Und zwar stehen die jetzt bis zu den Knien im Wasser, und fangen an sich genauso unmotiviert mit den Fingerspitzen zu berühren, hauptsächlich die Arme und Schultern dabei nicht verlassend. Und irgendwann macht dann der Hexer auch noch mit. Irgendwann ist die Szene dann plötzlich rum, Hexer und Priester-Sohn sind in einem ganz anderen Raum bei einer ganz anderen Konversation, und genauso ruckartig wird der Hexer auch schon besiegt. Da wir aber immer noch die 80 Minuten nicht voll haben, gibt es noch einen Sinnfreien Epilog von 15 Minuten, der komplett aus zwei Szenen besteht: Zuerst nimmt der Clown eine lange Dusche, weil was wäre ein 1313 ohne den wahren Star der Franchise, DeCoteaus Duschzelle; und dann den Priester-Sohn im Bett, der vom Nicht-wirklich-Dreier im Pool träumt und sich dabei unsittlich betatscht, und diesmal ist das sogar ein kleinwenig erotisch, oder wäre es zumindest, wenn DeCotau nicht gut 10 Minuten drauf halten würde. 80 Minuten gefüllt, roll Credits.

Ok, ich muss gestehen, in 1313: Nightmare Mansion habe ich mich fast ein kleinwenig verliebt. Ich finde es immer noch etwas schade, dass DeCoteau zwar reichlich lahme Ausreden findet, möglichst viel nacktes Männerfleisch aufzufahren, vom Framing her das aber immer noch oft so erotisch wie eine Metzgertheke gestaltet ist, wobei Nightmare Mansion zumindest in genannten zwei Szenen fast schafft, hierin Besserung zu präsentieren. Aber abgesehen davon ist das hier wirklich ein herrlich inkompetenter Film, mit dem man gut Laune haben kann, sowohl beim unsinnig Script, bei den idiotischen Dialogen, der schlechten Szenenabfolge, und der Kontinuitätsprobleme. Dumm, aber schön dumm ist 1313: Nightmare Mansion.

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1313: Actor Slash Model

ava-2050Mensch, während des Schauens dieser 1313-Filme kann man echt manchmal leicht verwirrt sein, in welchem man jetzt ist. Die sind alle komplett im gleichen Haus gedreht, und haben häufig sogar gleiche Schauspieler in den Rollen. 1313: Actor Slash Model beispielsweise als Alibi-Frau Michelle Bauer, die für DeCoteau bereits in den 90ern vor der Kamera stand, und in drei weiteren 1313s zu sehen war, beispielsweise als eine der Cougar in Cougar Cult. Auch in beiden Filmen wäre Carey James, der eigentlich Model ist, und bar jeglichen schauspielerischen Talents bleibt, was ich in Cougar Cult nur nicht mitbekam, weil er dort der Anfangskill war, der nach zwei Sätzen 5 Minuten unter der Dusche stand und dann das Zeitliche segnete.

Das ist tatsächlich auch schon das Thema von 1313: Actor Slash Model, ein Titel der wie Cougar Cult doppelte Bedeutung hat, und ein etwas merkwürdiges für einen Film von David DeCoteau: Ein Schauspieler bringt seine Konkurrenz um, die nur deswegen Rollen bekommt, weil sie so heiß aussehen, eigentlich nur Models sind, die nicht schauspielern können. Womit er bei den meisten auch recht hat, aber hey, ist ja nicht so, dass er jetzt um Meilen besser wäre. Es ist einfach ein wenig schizophren, wenn ein Film von David DeCoteau, der alle 10 Minuten einen neuen Kerl aus dem Nichts mit nacktem Oberkörper die Bühne betreten lässt, einen Moralischen bekommt, weil heutzutage nur noch hübsche Körper statt schauspielerisches Talent gecastet wird.

Woher kommt überhaupt der Gedanke, dass diese beiden Dinge automatisch einander ausschließen? Die Welt ist leider nicht so fair, dass einige Leute mit Intelligenz, andere mit gutem Aussehen, andere mit Charisma, und wieder andere mit Talent ausgestattet werden, nein, ganz unfair bekommen einige Leute alles und andere nichts davon in die Wiege gelegt. Nur weil ein Kerl so heiß ist, dass man Spiegeleier auf seinem Waschbrett braten könnte, bedeutet das nicht, dass er automatisch kein schauspielerisches Talent hat. Klar, die Kerle in den 1313 schon, aber die werden ja für diese Gigs nur damit bezahlt, eine kostenlose Pool Party in DeCoteaus Haus haben zu dürfen, während er sie filmt. Ganz davon abgesehen scheint das Script auch der Meinung zu sein, dass dies ein neues Phänomen ist. Attraktiven Leuten den Vorzug in einem Casting zu geben, es sei denn die Rolle ist spezifisch dagegen ausgelegt, gibt es so lange, wie es das Filmemachen gibt – das ist kein neues Phänomen.

Gutes Aussehen garantiert einem übrigens auch keine Rolle, so wie das dieser Film hier einen Glauben machen kann, oder zumindest keine Rolle außerhalb sowas wie einem an einem Nachmittag gedrehten Billig-Film der Marke 1313. Auch gutaussehende Schauspieler können es schwer haben sich einen Namen zu machen, sonst würden diese ganzen hübschen Kerle nicht in sowas wie Actor Slash Model auftreten müssen, um überhaupt mal in was ihren Fuß zu bekommen. Dann wiederum hat der Film eh kein großes Verständnis davon, wie die Branche funktioniert, immerhin ist ein Plotpunkt, dass einer der Kerle, der die Hauptrolle in einer extrem beliebten Fernsehserie spielt, überlegt, ob er in der nächsten Season dabei sein soll. Sorry, aber Serien machen keine Season by Season Verträge mit ihren Schauspielern, schon gar nicht mit den Hauptrollen. Man wird gleich für mehrere Staffeln verpflichtet, und natürlich läuft auch der mal irgendwann aus, aber wenn die Erfolgsserie definitiv weiterlaufen wird, dann erneuert man den Vertrag sicher nicht auf den letzten Drücker zwischen zwei Staffeln. DeCoteau hat seit 1985 über 100 Filme gedreht, sollte der sich nicht etwas besser auskennen?

Wird dem Film selbst irgendwie dann auch ziemlich schnell zu doof. Nach knapp einer halben Stunde gibt er bis kurz vor Ende nämlich jegliche Handlung und Struktur auf, nachdem unser Actor-not-Model jeden benannten Actor/Model des Filmes bereits zerslashert hat. Stattdessen wird aus dem Film ein Ju-On: Es geben sich einfach komplett zufällige Neuankömmlinge die Klinke in die Hand, tauchen auf der Türschwelle des Hauses auf, netterweise bereits schon nur in Shorts oder Badehose bekleidet, so muss man keine Ausrede finden, warum sie den Oberkörper frei machen, laufen ein wenig durch das Menschenleere Haus, bis sie abgestochen werden und der nächste Namenlose die Einfahrt hoch tigert, um die Sache zu wiederholen. Wer sind diese Leute und warum kommen sie zu Besuch? Eh, ich nehm mal an es geht um ein Casting bei der Tusse, der das Haus gehört, immerhin haben wir am Anfang schnell etabliert, dass sie hübsche Kerle für ihre Serien castet, und sie anschließend als Teil ihrer Film-Familie ansieht, sprich sie unangemeldet auftauchen können, um halbnackt bei ihr abzuhängen und sich ein wenig betatschen zu lassen. Wer diesen Wegwerfsatz am Anfang überhört hat, wird allerdings jeglichen Kontext missen, warum einfach ein hübsche Gesicht nach dem anderen zur Fleischbeschau auftaucht, nur um direkt abgemurkst zu werden, bevor sie dem Film was beizutragen hatten, oder zumindest mehr als ein wenig mehr Beefcake.

Ich war doch etwas enttäuscht von 1313: Actor Slash Model. Der Film hat einfach mal so überhaupt keinen Spaß mit sich selbst, noch haben das die darin Beteiligten. Klar, er bietet immerhin wieder mehr nackte Haut als Night of the Widow das tat, und Beefcake ist sicherlich die Hauptattraktion jener Filme, aber das Framing derer ist auch total lustlos. Wo die Körper in Cougar Cult von der Kamera umschmeichelt wurden, als wäre man in einem Softcore-Porno, fühlt man sich hier echt wie beim Metzger. Erinnerte mich etwas an Showgirls, um ehrlich zu sein, welches im Stipper-Business angesiedelt uns auch die nackten Frauenkörper so nüchtern-sachlich-geschäftlich darbot, dass man dies kaum anziehend nennen konnte. Nur war es dort sicherlich mit beabsichtigt, in Actor Slash Model eher nicht. Klar ist die Handlung hirnrissig, aber das eben auch nicht auf spaßige Art, und wird sich halb durch den Film sogar selbst leid, so wenig Ambition steckt dahinter. Dabei könnte dies eine Gaudi werden, ein DeCoteau-Film, bei dem der Mörder was gegen attraktive Schauspieler hat, obwohl der Stahlgehalt der Bauchmuskeln das einzige Auswahlkriterium bei DeCoteau-Filmen ist? Das als ichbewusste Komödie oder sogar Selbst-Satire aufgezogen, und hier könnte was dran sein. Aber das würde voraussetzen, dass sich hier jemand mehr als 10 Minuten lang Gedanken drüber gemacht hätte, bevor er die Kamera auf halbnackte Kerle gerichtet und es anschließend einen Film nannte.

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1313: Night of the Widow

ava-2047Stopp, ich habe noch mehr DeCoteau zu bieten, denn 1313: Night of the Widow kommt auch noch dran. Und erinnert mich in der Anfangsszene gleich an ein Markenzeichen von DeCoteau, welches ich in Cougar Cult gar nicht zu sehen bekommen habe: Hello day for night, my old friend! Ernsthaft, DeCoteau könnte sich keine helleren, Sonnendurchfluteteren Tage aussuchen, um seine Nachtszenen zu drehen, und legt dann einen so halbherzigen Blaufilter drüber, ich brauch immer die halbe Szene, bis mir klar ist, dass es Nacht sein soll, und nicht irgendein ein zufälliger Artsy-Filter ist, wie die overexposed Shots, die in Cougar Cult mal und mal nicht für das Stalking der Cougar Ladys genutzt wurden. Hilft natürlich nicht, dass DeCotau die Szenen immer mit der Kamera dick und fett auf die leicht bläuliche Sonne beginnt, bevor er ins Haus umschaltet, und dort nicht mal die Vorhänge zuzieht, um das Ding zumindest etwas abzudunkeln. Aber keine Sorge, nach dem Opener gibt es in Night of the Widow nicht mehr eine einzelne „Nacht“-Szene.

Ich mein, die 1313s haben wahrscheinlich einen guten Grund dafür. So wie die Filme aussehen, war die komplette Drehzeit der Dinger jeweils nur ein einziger Tag von Drei bis Fünf nachmittags oder so. Würde auch erklären, warum es schon gern mal vorkommt, dass Charaktere übereinander reden, versehentlich einen Satz direkt wiederholen, den sie schon gesagt haben, oder man vom ganzen Schrittwiederhall beim Gang durch die Marmoraula kein Wort von dem versteht, was die Akteure sagen: Keine Zeit für Second Takes. Dennoch weiß man letztendlich immer, was gesagt wurde, da das Script die Schauspieler netterweise sich alles drei Mal in der gleichen Szene sagen lässt, jedes Mal reagierend, als wäre es das erste Mal, dass sie es hören.

Und kommen wir doch direkt gleich zum zweiten Markenzeichen von DeCoteau, denn der Film startet nicht nur nachts, sondern mit einem Adonis in Minihöschen, der gerade aufwacht. Und dann umgebracht wird. Das ist der Aufhänger, denn der attraktive Anwalt von ihm hat die 5 attraktiven besten Freunde von ihm zur Beerdigung eingeladen, plus ein No-Homo Alibi-Weib, die es in den Filmen immer gibt. Stellt sich heraus, dass der Kerl demjenigen sein ganze Vermögen vermacht, der zuerst in dessen Anwesen den Schlüssel zum Tresor findet.

Was folgt ist ein Film, der in seinen 75 Minuten viel Zeit damit streckt, dass die Witwe in ihrem schwarzen Traueroutfit und mit Messer bestückt die immer gleichen drei Räume und zwei Gänge des Hauses auf und abläuft, dabei seltsamerweise aber nie einem der auf der Schnitzeljagd befindlichen Charaktere über den Weg läuft. Umbringen tut sie tatsächlich mehrere, aber nie direkt nach einem jener Stalking-Szenen, sondern wenn dann mit einem Cut direkt zum zu Tode geweihten Charakter, hinter dem sie plötzlich auftaucht, ihr Messer erhebt, und Cut zur nächsten Szene. Wir können mal davon ausgehen, dass jeder jener Charaktere dies nicht überlebt hat, weil wir ihn nie wiedersehen werden, auch wenn wir weder den Mord sehen, noch Blut in irgendeinem der Räume, in dem jemand umgebracht wurde, zu sehen ist, ja sogar ihre Leichen spurlos aus dem Film verschwinden.

Abgesehen von einer zumindest. In einer weiteren Szenenabfolge, die so geschnitten irgendwie keinen wirklichen Sinn macht. Die Witwe ermordet einen Kerl im Obergeschoss im Schlafzimmer. Ein paar Szenen später einen anderen im Erdgeschoss in der Küche. Wieder ein paar Szenen später kommen zwei Leute in die Küche, und weil es kurz vor Ende ist, gibt es hier den Fake-Twist vor dem eigentlich Twist des Filmes, die man beide von weitem kommen sah, und von denen beide keinen Sinn machen. Aber egal, jedenfalls finden sie tatsächlich einen Kerl in seinen letzten Atemzügen in der Küche liegen, der den Witwen-Reveal macht, bevor er endgültig stirbt. Das ist aber nicht der Schauspieler vom Kerl, der kurz vorher in der Küche abgestochen wurde, sondern der Schauspieler, der wesentlich früher im Film im Schlafzimmer im Obergeschosse, ein halbes Haus entfernt, umgebracht wurde. Was? Hatte der Küchen-Schauspieler den Dreh schon verlassen, und dann ist erst aufgefallen, dass man zwar seine Erstechen-Szene dort gedreht hat, aber die Auffind-Szene noch ausseht, und einfach einen anderen Schauspieler, der noch abgehangen war, dort hingelegt?

Was wir allerdings sträflich vernachlässigt kaum über jene 75 Minuten zu Gesicht bekommen, ist stahlharte Waschbrettbäuche. DeCoteau hatte wohl nicht gerade sein kreatives Wochenende, als er Night of the Widow gedreht hat, und kam auf keine halbgaren Ausreden, warum die Kerle auf einer Beerdigung ständig keine Klamotten tragen. Wie wäre es mit einem falschen Feueralarm, der alle Anwesenden durchnässt, weswegen sie die Klamotten trocknen lassen müssen? Oder wir haben ja etabliert, dass der Verstorbene gerne blöde Streiche spielt, deswegen auch die testamentarische Schnitzeljagd um sein Vermögen. Warum ihn nicht aus Jux mit reinschreiben zu lassen, dass jene Schnitzeljagd nackt erfolgen muss? Bitteschön, Herr DeCoteau, ich bin gerade in einer Minute mit zwei dürftigen aber für einen solchen Film vollkommen ausreichenden Entschuldigungen gekommen, warum die Kerle in engen Boxer Briefs durch den Haus laufen würden. Stattdessen gibt und Night of the Widow gerade mal 3 Shirtless-Szenen, und die alle innerhalb der ersten halben Stunde. Wozu überhaupt 6 attraktive Jünglinge im Haus unterbringen, wenn uns dann eh nur 2 davon ihren Körper zeigen?

Und was hatte es eigentlich mit dem einen Kerl an sich, der scheinbar auf den Verstorbenen stand? Er ist derjenige, der von seinem Tod am meisten mitgenommen war, und hatte sogar einen Flashback, wo er sich mit jenem bei nacktem Oberkörper einen Football zuwarf und darüber sprach, ob sie nicht beide auf eine karibische Insel abhauen und dort als Barkeeper leben sollten. Ein anderer Charakter später im Film, Gossip-Boy, durch den wir bereits erfahren haben, dass sowohl der Verstorbene wie seine Jetzt-Witwe fremdgegangen sind, lässt sogar die Frage offen, ob die beiden Kerle nicht vielleicht auch was miteinander laufen hatten. Gäbe der Witwe sogar einen noch bessere Durchdreh-Entschuldigung, da ihr Mann ihr dann nämlich nicht nur mit anderen Frauen fremdgegangen wäre, sondern selbst bei Männern seinen Schwanz nicht in der Hose lassen konnte, und die beiden vielleicht wirklich planten, miteinander abzuhauen. Aber das führt nirgendwohin, da der Flashback-Kerl der zweite Kill des Filmes ist. Niemand erörtert, ob die wirklich was am Laufen hatten, ob dies nur Wunschdenken vom anderen war, oder sie doch die üblichen No-Homo beste Freunde waren, die DeCoteau nur wieder in einem ziemlichen Gay-Framing gefilmt hat.

Das Script von Day of the Widow ist voller solcher Wegwerfdialoge, die irgendwas andeuten, und in einem besseren Film dieser Sorte sicherlich auch was zur Handlung beitragen würden, in dem sie dem Mörder eine Motivation bieten, ein Hinweis auf dessen wahre Identität sind, oder zumindest eine falsche Fährte legen. In diesem Film hingegen werden Sachen angesprochen, die dann nie wieder aufkommen oder wichtig werden, stattdessen gibt es eine komplett neue Ausrede für den Killer am Ende, die allerdings überhaupt keinen Sinn macht und wenig erklärt ist, da eben nicht mit Infos hinterfüttert.

Aber für den Sinn an der Sache schaut man einen Film von David DeCoteau nicht, und schon gar nicht einen der 1313s, sondern wegen dem mehr oder weniger unfreiwilligen Unterhaltungswert. Das Problem bei Night of the Widow ist allerdings, dass es davon gar nicht mehr so viel gibt. Der Film ist häufig überraschend spröde, einfach so dahin gefilmt, um damit fertig zu werden. Natürlich sind die Dinger am Fließband produziert, aber Cougar Cult hat im Gegensatz schon etwas mehr den Eindruck hinterlassen, als hätten die beteiligten ein wenig Spaß am ganzen Blödsinn gehabt, was das Script auch blödsinnig aber nicht ganz so löchrig wie hier, und vor allem gab es lachhaft dämliche Special Effects und unfreiwillig komisch sowie freiwillig sexy Fleischbeschau der Akteure. Davon ist bei Night of the Widow leider nicht mehr viel übrig. Vielleicht wäre es besser wenn man das Ding auf 25-30 Minuten kondensiert hätte, statt auf 75 zu strecken, die 1313-Filme mehr eine Anthologie mehrerer Vignetten wären, statt jeden Drei-Sätze-Einfall ein Script zu nennen und als Feature Film zu drehen.

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David DeCoteau’s 1313: Cougar Cult

ava-2045Ich muss ja sagen, David DeCoteau fasziniert mich irgendwo. Angefangen hat er mit Porn, kam aber schnell auf mehr oder weniger solide Horrorfilme, beispielsweise sind ein paar Puppetmaster-Einträge von ihm (hochprofilierte Filme waren also nie sein Ding), dann stieg er darauf um, schnell produziertes Zeug auf den Markt zu werfen, häufig blutleere „Horror“-Filme mit viel nacktem Männerfleisch wie die Brotherhoods oder Public Domain Poe-Adaptionen a la House of Usher. Und mit zügig produziert meine ich zügig produziert. Die 1313-Filme, ebenfalls Supernatural/Slasher-Gedöns mit halbnackten Kerlen auf den Covern, von denen es passenderweise 13 Filme gibt, hat er alle in 2011/2012 rausgehauen. Allgemein war 2012 ein produktives Jahr mit mehr DeCoteau-Filmen, als es Monate gibt. Und neuerdings macht er Kinderfilme wie A Talking Cat !?!, A Talking Horse !?! und ziemlich spät am Twilight spoofen My Stepbrother is a Vampire!?! (Interpunktion so in den Titeln)

  • cougar: noun, plural cougars (especially collectively)
    1. Also called mountain lion, panther, puma. a large, tawny cat, Felis concolor, of North and South America
    2. Informal. an older woman who seeks sexual relationships with much younger men

Mit welcher der beiden Definitionen haben wir es in 1313: Cougar Cult zu tun? Mit beiden. Wir haben hier drei im übertragenen Sinne Männerfressende ältere Ladys, die sich durch Hexenkraft in echt Männerfressende Großkatzen verwandeln können. Ihr erstes Opfer ist der Pool Boy des Horror-Film-üblichen Anfangskills, der sich weigert bei den dreien als Haushaltshilfe einzuziehen, weil seine Freundin was dagegen hätte, woraufhin Cougar #2 erst mal herzhaft lachen muss, als ob der Kerl ernsthaft an Frauen interessiert wäre. Aber na ja, in Filmen von David DeCoteau sind die hübschen gepflegten Kerle ja immer offiziell total hetero – obwohl sie sich gern nur in Unterhöschen bekleidet Blicke zuwerfen, als wollten sie einander besteigen, halten sie immer den No-Homo-Abstend von mindestens einer Erektion zwischeneinander.

Ok, und jetzt wird schnell klar, dass der Film echt merkwürdig gefilmt und editiert ist. Pool Boy geht also ins obere Stockwerk, um sich noch mal schnell den Schweiß man Adoniskörper zu duschen. Die nächsten 5 Minuten schauen wir also zu, wie der Kerl sich über den eigenen nassen Körper reibt, während die Kamera freudig an seinem Torso auf- und abstreicht, als wäre sie eine leckende Zunge. Währenddessen allerdings gibt es immer wieder Cuts zu den 3 Cougar-Ladys, die wie Wildkatzen durch die Gegend streifen, dazu „gefährliche Situation“-Musik. Dabei ist das so aufgenommen, dass es total ungefährlich aussieht, weil es so wirkt, als wollten die drei das Haus verlassen, nicht als kämen sie dem Pool Boy näher. Ganz am Ende haben wir dann endlich eine Szene, die uns zeigt, dass das Trio die Treppen ins Obergeschoss nehmen. Cut zurück zum Pool Boy, der endlich fertig geduscht hat, seine Boxer Briefs wieder überstreift, und weil er ein seltsames Geräusch gehört hat, an dem der Sound Designer das Publikum nicht teilhaben lässt, streift er nun suchend durchs Haus und geht wieder ins Erdgeschoss. Was? Müsste er den gerade nach oben gekommenden Ladys nicht direkt in die Arme laufen? Wo sind die plötzlich hin verschwunden? Erst als er wieder im Erdgeschoss ist, tauchen die drei plötzlich aus dem Nichts auf, verwandeln sich in Cougar, und fressen ihn. Zumindest bekommen wir einen Außenshot vom Haus, und ein Blutsplatter-Stock-Sound, wenn wir wieder ins Haus gehen, liegt der Kerl auffällig unversehrt zwischen den drei Frauen.

Und lasst uns mal über die Spezialeffekte dieses Filmes reden. Ich dachte ja wirklich, billiger als die Brotherhood-Filme könnte es nicht mehr werden. Aber hier hatte definitiv keiner ein Budget zur Hand. Kein Wunder, dass DeCoteau drei Filme pro Monat schießen kann, wenn er im Prinzip nur eine Hand voll Möchtegern-Schauspieler, die alles tun würden, um zumindest in irgendwas gecastet zu werden, für einen Tag in Buchse durch sein Haus streifen lässt, er dabei eifrig Hintern und Torso filmt, alles dann zu 70 Minuten zusammenschneidet, und es einen Film nennt. Wenn ein Kerl dann unblutig Off Screen angeblich gestorben ist, es sogar einen Horrorfilm nennt. Statt die schlaue Entscheidung zu treffen, und weil er das Budget für eine Werform-Verwandlugn nicht hat, eben jene nie zu zeigen, sondern die Kerle Off Screen von einem Wildkatzen-Soundeffekt ermorden zu lassen, legt er einfach ein in Photoshop ausgeschnittenes Bild eines Pumakopfes über das Gesicht der Frauen. Ohne jegliche Animation, und genau das gleiche Bild bei jeder wiederholt. Herrlich, einfach herrlich. Als die erste Verwandlung geschehen ist, musste ich schnell erst mal den Film pausieren, weil spontan hysterische Gelächter meinen Körper erschütterte.

Mit dem Pool Boy tot, brauchen die Mädels natürlich neue Opfer, also geben sie eine super unheimliche Anzeige auf, dass drei attraktive junge Kerle, deren Familie sie nicht vermissen würde, gesucht werden, um über gute Cash-Bezahlung und mit gestelltem Raum bei drei attraktiven älteren Ladys im teuren Beach House wohnen dürfen, und dafür nur etwas für sie aufräumen und kochen müssen. Jeder, der auf diese Anzeige antwortet, bittet förmlich illegalem Organ- oder Menschenhandel zum Opfer zu fallen. Herein kommen Dumm, Dümmer und Strunzdumm, die drei attraktiven College-Boys, die alles tun würden, um nicht nach Idaho oder Idowa oder sonst irgendeinem US-Staat, in dem nix los ist, zurück zu müssen. Einer von denen soll wohl der Schlaue sein, weil er eine Brille trägt, und der einzige ist, der die Situation darauf hinterfragt, dass dies alles schon echt merkwürdig ist, aber letztendlich genauso dämlich wie die anderen beiden mit der Schulter zuckt und mitmacht. Er ist allerdings sozusagen unser Hauptcharakter, man mache sich also schon mal bereit am Ende des Filmes jede Pore seines Körper genau unter der Kameralupe gesehen zu haben. Nicht das dies eine schlechte Wahl ist, der blonde Vorzeige-Arier hat den bestgebautesten Körper in einem Film, bei dem die einzige Casting-Voraussetzung „macht es für wenig Geld und sieht aus wie ein Abercromie & Fitch Model“ ist, hübsches Gesicht, welches mit Brille noch mal um 100% attraktiver wird, und einen zum Küssen einladenden Mund. Warum sie den nicht mit aufs Cover gepappt haben, erschließt sich mir echt nicht.

Was folgt ist ein Film, der sich definitiv nicht zu Schade ist, eine einmal gefilmte Szene alle zehn Minuten zu wiederholen. Wie beispielsweise das streunen der drei Ladys durchs Haus auf der Suche nach ihrem Opfer aus dem Anfangskill, wann immer eine der drei einem der drei Haushaltshilfen nachstellt, auch wenn die anderen beiden Frauen eigentlich wo ganz anders beschäftigt sind. Oder die Alpträume der Kerle, von denen uns der Film versichert, dass sie Alpträume sind, auch wenn es mehr wie feuchte Träume aussieht, da die Kamera gewohnt 5 Minuten den nur in Boxer Briefs bekleideten „schlafenden“ Körper hoch und runter leckt, während sie sich hin und her wälzen und dabei mit den eigenen Händen den Torso hoch und runter fahren, ungefähr 5 Millimeter vor einer Masturbation zurückschreckend (einer der drei Schauspieler spreizt dabei sogar die Beine, als wollte er den BBC seines Lebens in Empfang nehmen). Der Film weiß, warum das Publikum gekommen ist, wie auch dadurch bewiesen, dass es innerhalb der ersten 30 Minuten nicht nur zu einer zweiten, sondern auch einer dritten Duschszenen kommt.

Und doch, irgendwo verschenkt der Film dann wieder super Gelegenheiten, um noch merkwürdig aufgesetzt homoerotisch witzig zu werden. Wenn schon ständig zwischen Nippel und Schritt der Kerle beim Schlafen hin und her geglitten wird, warum deren Gemächt nicht mit Socken ausstopfen? Oder die Szene, wenn einer der Kerle den Masseur geben soll, aber davon keine Ahnung hat. Also geht er ins Zimmer seines Kumpels, der gerade erst aufgewacht gewohnt nur in engen Boxer Briefs ist, und lässt sich zeigen, wie man ordentlich massiert. Und was passiert? Der Kerl tatscht ihm drei Mal halbherzig auf dem Rücken rum und das war es mit der Szene. Das hier war die absolute Gelegenheit, um den anderen Kerl sich auch aufs Höschen ausziehen und aufs Bett legen zu lassen, während der andere sich auf ihn setzt und ordentlich durchknetet. Wo ist plötzlich das ganze Gay Gaze Framing des Restfilmes hin? Oder das Hexenritual der drei Ladys, die bevor sie die Typen fressen erst mal ein wenig Glitter und Wasser über sie spritzen, während jene natürlich erneut nur ne Buchse anhaben, und dabei zu ihrer Göttin beten? Das Script lässt sie sagen, dies wäre heiliges Öl, obwohl sie eindeutig nur drei Tropfen Wasser über den Torso sprenkeln. Hallo? Ihr hab da die Ausrede reingeschrieben, um einen Grund zu haben, den nackten Oberkörper der Kerle so richtig mit Öl einzureiben, bis sie glänzen wie ein blank gewichster Lederschuh, und alles was passiert, ist ein wenig Wasser auf sie zu tropfen? DeCoteau kann mir nicht sagen, dass er nicht reichlich Body Oil in Reserve hat, welches er hätte nutzen können.

Und dadurch dehnt sich der Film dann doch langsam in die Länge. Denn irgendwie ist der ganze Irrsinn schon recht komisch. Die attraktiven Körper sind definitiv kein Negativpunkt, und die Obsession sie zu zeigen und dabei fast wie in einem Softporno zu präsentieren schon unfreiwillig witzig, dazu die dämlichen Dialoge, merkwürdige Szenenabfolge, die selten so wirklich ganz Sinn zueinander ergibt, und das Gefühl, dass die Beteiligten hier durchaus self aware waren und einfach ihren Spaß mit dem Mist hatten, macht ihn schon unterhaltsam. Ich würde ihn fast uneingeschränkt für betrunkene Kumpelabende vorschlagen, muss dann aber leider doch einschränken. Ein blöder Trash-Asylum-Monsterfilm ist dann vielleicht doch die bessere Wahl, weil eben mehr trashige Action und Billig-Monster geboten werden, während 1313 eher zu 90% halbnackte Männerkörper auffährt. Und mit 70 Minuten ist das Ding definitiv zu lang, dem Spaß geht so ungefähr bei 50 Minuten die Luft aus.

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