Lake Placid: Part Deux

ava-2731Drei Lake Placids sind wahrscheinlich bereits zwei mehr, als die meisten überhaupt ob dessen Existenz gewahr waren. Aber damit waren wir tatsächlich erst halb durch die Franchise. Es gibt wirklich noch drei weitere Filme. Die sind also ab dem zweiten Teil im Rhythmus von je 2-3 Jahren herausgekommen, bis gerade mal 2018 vorerst Schluss war.

Wie das bei Horror-Franchises so der Fall ist, werden die gern mal früher ins Finale getragen, als das wirklich real ist. Und so nennt sich der nächste Eintrag bereits Lake Placid 4: Final Chapter, manchmal auch ohne die Nummer, obwohl darauf noch zwei weitere Filme folgen sollten.

Diesmal hat sich was getan am See. Oder an den Seen. Ist das der erste Film, der benennt, dass es gleich zwei davon gibt und die Namen haben? Clear Lake und Black Lake sind das und die Krokodile sind wohl nur im Black Lake, weswegen dort nun ein Elektrozaun drum aufgestellt ist. Um Killer-Kroks drin und Zivilisten draußen zu halten. Was natürlich eines Tages schief läuft und durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Zufälle ein ganzer Bus des Schwimm-Teams versehentlich am Strand vom Black Lake landet, denkend sie sind am ungefährlichen Clear Lake. Darunter auch die Tochter des mal wieder neuen Sheriffs. Welche Unterstützung von Reba bekommt, die das Ende des vorigen Filmes unverhofft doch überstand und nun nicht mehr wildert, sondern dem Tierschutz beigetreten ist. Der Wilderer, welcher die Dino äh Kroko-Eier verkaufen will, wird stattdessen von Robert Englund verkörpert.

Bereits mehrmals erwähnt hatte ich ja, dass es die größte Schwäche der Filme ist, dass es ein wenig schwer ist, 90 Minuten mit der Prämisse von Killerkrokodilen in einem See zu füllen. Da fügt der hiesige Film allerdings auch nicht mehr Komplikationen ein, sondern präsentiert stattdessen schlichtweg mehr Charaktere. Zugutehalten darf man ihm definitiv, dass jene ziemlich sympathisch sind, zumindest die meisten. Reba und die neue Sheriff haben beispielsweise eine gute Chemie und auch die Kids im Schwimm-Team sind zum Großteil erträglich und arbeiten teils gut zusammen. Zumindest wenn es wirklich hart auf hart kommt, davor streiten sie sich gern mal, was die beste Fluchtmöglichkeit ist. Jede Menge Extras ohne großes Zeremoniell aus dem Nichts von einem pixeligen CG-Krokodil gekillt zu sehen, wird jedenfalls nie wirklich alt und davon bietet The Final Chapter ziemlich viel. Wie alle Sequels vielleicht immer noch nicht per se ein guter Film, aber definitiv eines der besseren und spaßigeren.

Anacando ist ein weiteres Creature Feature aus der zweiten Hälfte der 90er, welches sich SyFy einkaufte, um in den 2000ern dann eine Reihe Low-Budget-Sequels auf die TV-Bildschirme zu werfen. Am Ende sollte die Franchise ganze vier Filme bieten, bevor mit dem fünften Anaconda-Film auch ein fünfter Lake Placid herauskam. Wir haben es nämlich hier mit einem Crossover zu tun, Lake Placid vs Anaconda.

Robert Englunds Charakter ist zurück und hat diesmal Wissenschaftler mitgebracht, die scheinbar zu einer Organisation aus den Anaconda-Filmen gehören. Sie wollen die Riesenkrokodile mit den Riesenanakondas kreuzen, um das ultimative Serum zu entwickeln. Das geht natürlich schief und plötzlich machen sich beide Spezies in den Wäldern um den Clear Lake breit. Gerade als eine Gruppe an College-Mädels dort zum traditionellen Hazing unterkommt. Und joa, geht halt die gewohnten Wege.

Leider. Es ist etwas arg schade, wie wenig der Film aus der Crossover-Prämisse macht. Die erste Stunde über bringen zum Großteil wieder die schlechten CG-Krokodile Leute um, die schlechten CG-Anakondas sieht man kaum. Und miteinander interagieren tun beide erst ganz am Ende im Finale. Wäre cool gewesen mehr territoriale Kämpfe von Schlange versus Krok zu sehen. Oder das eine Kreuzung der Spezies die Gegend unsicher zu macht, wie es am Ende des Filmes leider erst geteased wird. Stattdessen haben wir nervige College-Weiber, die durch die Gegend zicken, bis sie von was gefressen werden. Glücklicherweise ist zumindest der Charakter von Reba (zum letzten Mal) zurück und weiterhin von Yancy Buttler verkörpert, welche dem Charakter viel Leben gibt. Sie ist wirklich mit die Beste im Cast vom dritten bis fünften Film. Im finalen wird sie allerdings nicht mehr dabei sein.

Denn Lake Placid: Legacy spielt an einem ganz anderen Ort und ist nur leidlich mit den anderen Filmen verbunden. Hier haben wir es mit einer Gruppe von Öko-Terroristen zu tun, wenn man die denn so nennen will. Deren glorreiche Aktion zu Beginn des Filmes ist allerdings lediglich ein Plakat von einer Firmenzentrale zu hissen, wonach sie davon ausgehen, dass alle deren Umweltverbrechen aufgedeckt sind. Wirkliche Beweise scheinen sie zumindest nie an die Presse oder so gespielt zu haben, sondern nur „Nestle vergiftet Wasser“ von deren Firmenzentrale wehen lassen. Ist aber auch nicht so wichtig, denn der eigentliche Film beginnt dann, wenn die Gruppe Aktivisten von einem alten Freund eine Videobotschaft bekommt, dass auf einer Insel in einem See eine alte Forschungseinrichtung steht, in der unethische Experimente stattgefunden haben. Als sie dort ankommen, müssen sie feststellen, dass die riesigen Killerkrokodile von hier stammen und teils auch noch welche umgehen.

Die Lake Placids werden gerne als Horrorfilme bezeichnet. Weil halt theoretisch Leute von Monstern bzw. monströsen Tieren gefressen werden. Gern mit der Erweiterung Horror-Komödie, um zu zeigen, dass sie sich nicht so super ernst nehmen, auch wenn einige Sequels jene eher als „kein Budget = funny“ haben. Legacy ist dahingehend interessant, dass es der erste Film ist, der wirklich cineastisch komplett wie ein Horrorfilm gefilmt wurde. Schon als die Gruppe auf der Insel ankommen, finden sie ein Camp voller Menschenüberresten im Dschungel liegen, und sobald es in den Forschungskomplex geht, gibt es nur noch dunkle und neblige Gänge und klaustrophobische Räume. Hilft natürlich auch dem immer noch eher mäßigen CG-Krokodil aus, wenn es nur sparsam eingesetzt wird und hauptsächlich durch Nebel und Dunkelheit verborgen oder nur halb sichtbar bleibt.

Und ich muss sagen, ich fand das wirklich ganz gut. Nach fünf Filmen, von denen gerade die vier Sequels ziemlich identisch und billig waren, bin ich schon alleine froh darüber, mal ein anderes Setting und neue Herangehensweise an die Materie geliefert zu bekommen. Aber der Film schaut halt auch einfach besser aus als gewohnt. Wie gesagt theoretisch ist er immer noch Low Budget und man sieht das auch noch. Aber hier scheint dennoch jemand mit ein wenig Ambition dahintergestanden zu haben, der das Beste rausholen wollte. Das Stage Setting und die Kamera-Arbeit sind einfach qualitativ viel höher, nutzen die gegebenen Schauplätze viel besser. Dadurch wirkt Legacy hochwertiger.

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