Project Zero 3: The Tormented

ava-2712Ist eine Weile her, dass wir Project Zero im Blog hatten. Hauptsächlich dadurch bedingt, dass ich die ersten beiden Teile vor Ewigkeiten recht günstig bekam, aber dann Teil 3 erst wesentlich später haben wollte, als er bereits hohe Second Hand Preise forderte. Für den von Fans übersetzten Teil 4 hatte ich die umgebaute Wii nie und Teil 5 war ja bis letztes Jahr noch auf der Wii U gestrandet. Die keine Sau besitzt. Doch mittlerweile habe ich Project Zero 3 via anderer Methoden nachgeholt.

Die Grundlagen der Handlung sind in den Spielen ja eigentlich immer gleich. Süße Mädels kommen aus Gründen in einer verwunschenen Lokalität an. Es stellt sich heraus das dort Rituale via menschlicher Opfer Tradition hatten. Doch dann lief was schief und nun ist der Ort verlassen und alle, die in das Ritual involviert haben, gehen als spukende Geister um. Inklusive dem Ritualopfer, welches den Endboss stellt.

Der Unterschied im dritten Teil ist, dass die Charaktere nicht zur verwunschenen Villa kommen, sondern die Villa kommt zu ihnen. Es handelt sich bei ihr nämlich um die Manor of Sleep, und Leute tauchen in ihr auf, wenn sie sich namensgebend schlafen legen. Das Ganze hat viel mit Survivor Guilt zu tun, denn jeder der in der Villa auftaucht, macht sich dafür verantwortlich ein Ereignis überlebt zu haben, in dem jemand Geliebtes gestorben ist. Die Manor of Sleep hat also ein wenig was von Silent Hill, eine personalisierte Hölle.

Projekt Zero 3 benutzt dies über seine diesmal gleich drei spielbaren Charaktere, um die Ereignisse der ersten beiden Spiele mit einzubinden. Hauptcharakter ist Rei, die einen Unfall überlebt hat, in dem ihr Verlobter starb. Besagter Verlobter hat übernatürliche Ereignisse studiert, darunter auch die Villa aus dem ersten und das Dorf aus dem zweiten Teil. Zusammen mit Mafuyu und Kei. Mafuyu kennen wir ja als den Bruder, der im ersten Teil verloren geht, weswegen Miku die dortige Villa erforscht. Miku ist dann auch der zweite spielbare Charakter. Sie wohnt mit Rei zusammen und hilft ihr bei ihrer Arbeit. Kei stellt den dritten und ersten männlichen spielbaren Charakter dar. Er ist der Cousin der Zwillinge aus dem zweiten Teil.

Da es sich bei der Villa um einen Traumort handelt muss sie auch nicht absolut Sinn ergeben. Das Gebäude ist ziemlich groß, und zwar, weil es sich aus mehreren zusammensetzt. Rei betritt es durch die Villa, in der die tätowierte Priesterin, welche die Menschen in der Manor of Sleep verwünscht, ums Leben gekommen ist. Miku hingegen startet in der Villa aus dem ersten Teil und Rei in einem der Häuser aus dem Dorf des zweiten Teiles. Die hängen jetzt alle in einem großen Gebäudekomplex zusammen.

Damit haben wir auch schon eines der Probleme des Spieles. Zumindest für meine Verhältnisse war das Gebäude eindeutig zu groß. Die Villa im ersten Teil war auch umfangreich, aber zum einen nicht so enrom, und zum anderen je nach Nacht eigentlich nur ein überschaubares Gebiet relevant. Das Dorf im zweiten Teil hatte hingegen mehrere Gebäude mittlerer Größe zu durchstreifen. Die Manor of Sleep allerdings ist gigantisch und je nachdem in welcher Nacht man sich befindet, werden bereits bekannt Wege magisch verschlossen, damit man einen Umweg durch diverse gescriptete Events gehen muss. Das macht es aber leider manchmal nicht so einfach die Orientierung zu behalten, und führt zu unnötigem Kopflosen Backtracking, bis der Ort gefunden wurde, an dem es weitergehen soll.

Ein weiteres mögliches Problem findet sich im Arsenal des Spieles. Wie gewohnt können die Geister, die das atmosphärische Gemäuer unsicher machen, nur darüber besiegt werden, dass man Fotos von ihnen schießt. Das ist und bleibt ein großer Pluspunkt der Serie. Denn es bedeutet, dass die angreifenden Spukgestalten so persönlich und nahe wie möglich angesehen werden. Denn sobald in den Kameramodus gegangen wird, geht das Spiel in First Person. Und ein Geist nimmt dann besonders viel Schaden, wenn der Exorzismus-Ring rot glüht, was in der Regel genau während der Attacke ist. Das Spiel forciert und belohnt also die Geister einem bis ins Gesicht kommen zu lassen. Das ist eine absolute Stärke der Serie und nicht das angesprochene Problem. Geister abzulichten hinterlässt Punkte, die dazu genutzt werden können, um die Eigenschaften der Kamera zu verbessern. Hier kommen wir zum möglichen Problem. Denn alle drei Charaktere haben eine eigene Kamera, die Geisterpunkte gehen aber in einen zentralen Pool. Das kann dazu führen, dass man viele Punkte auf die Kamera eines wenig relevanten Charakters vergeudet. Wenn mir der Tipp gewährt wäre: Rei ist der wichtigste Charakter. Mit ihr verbringt man mehr Nächte in der Manor of Sleep als mit den anderen beiden. Und auch Rei ist der Charakter, der durchs Finale und gegen den Endboss gehen muss. Ihre Kamera hat Priorität, Miku und Kei können mit ein paar wenigen Upgrades leben.

Nett ist auf jeden Fall, dass Project Zero 3 einen nicht auf offener See absaufen lässt. Und damit meine ich, dass das Spiel sein möglichstes tut, einen nie ohne Items dastehen zu lassen. Wann immer man einen neuen Traum betritt, gibt es einen Basis-Stock an Herbal Medicine und Type-14 Film. Auch respawnen diese beiden Items an den gleichen Stellen in der Villa jede Nacht. Von daher kann man zumindest nie die einfacheren Gegenstände komplett aufbrauchen. Bessere Heilgegenstände und Filme werden aber lieber doch für Bossfights aufgespart.

Beides sind kleinere Probleme, die Project Zero 3 zu dem schwächeren der ersten drei Teile machen. Aber dennoch am Gesamtbild nur unwesentlich kratzen. Ich hatte nämlich dennoch wie immer eine sehr atmosphärisch gute Zeit im Spukgemäuer. Es hat einfach so einen ganz besonderen Flair durch eine verlassene japanische Villa zu streifen. Die Mysterien hinter dem grausamen und schiefgelaufenen Ritual herauszufinden. Und dabei unheimlichen Geistern über den Weg zu laufen, die man direkt aus der Nähe ablichten muss. Im Kern ist und bleibt auch Project Zero 3 eben ein Project Zero und liefert die gewohnte Kost der Serie ab. Wer also die Vorgänger mochte, wird auch am dritten Teil seinen Spaß haben.

Ich beispielsweise habe den doch etwas langen 12-Stunden-Tripp durch Project Zero 3 genossen gehabt. Ich mag Project Zero eben einfach sehr gern und es ist Jahre her, dass ich eines gespielt habe. Von daher war mehr Project Zero einfach köstlich für mich und ich nahm die kleinen Makel kaum war.

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