Certainly Simple: Invaders from Space

ava-2692Kurz zur Erinnerung: Die Simple 2000 Linie ist eine umfangreiche Reihe von simplen und mit niedrigem Budget erstellten Spiele und schnell gemachter Re-Releases, die D3 auf den japanischen Markt brachte. Und die zum Ausgleich bereits für 2000 Yen (daher die Zahl im Namen) statt der üblichen fast 8000 Yen eines Neureleases zu haben waren. Von den über 100 Spielen haben es sogar so einige nach Europa geschafft, in der Regel aber nicht nach Nordamerika.

Das aktuell Thema lässt sich natürlich kaum besprechen ohne den Klassiker von Taito schlechthin, immerhin ist Space Invaders eine der Größen in der frühen Videospielgeschichte. Natürlich sprechen wir nicht über jene Form, sondern den wesentlich weniger zum Klassiker geratenen Reboot. Ursprünglich als Space Raiders auf der PS2 in Japan erschienen und nur nach Europa gekommen, wo es Space Invaders: Invasion Day genannt wurde. Das Jahr darauf kam in Japan und diesmal nur den USA ein Port für den Gamecube heraus. Und ein weiteres Jahr darauf kam das Re-Release durch D3 in der Simple Line als Simple 2000 Vol. 52: The Chikyuu Shinryokugun: Space Raiders, der neue Beititel definitiv Assoziation mit dem japanischen Titel der Earth Defense Forces heraufbeschwören wollend.

Bei Invasion Day handelt es sich um einen jener realistisch-düsteren Neuinterpretationen, nach denen niemand gefragt hat. Diesmal spielen wir nämlich einen von drei menschlichen Charakteren, als Aliens die Erde angreifen und die Stadt in Schutt und Asche legen. Justin verliert seine Freunde, Ashley ihren Verlobten, und Naji seine Militärtruppe an die Aliens. Woraufhin sie sich eine Knarre schnappen und anfangen die Angreifer niederzuschießen.

Die sechs Stages führen uns nun von den ruinierten Straßen der Stadt in die Kanalisation, einen Flugzeughangar, bis hin ins Mutterschiff der Aliens. Dabei müssen jeweils mehrere Wellen an Gegnern und am Ende ein Boss besiegt werden. Das Spielfeld ist hier schlichtweg eine angewinkelte Version des Originals. Die Charaktere können sich immer noch nur auf einer Linie am unteren Rand nach links und rechts bewegen, während die Gegner von „oben“ beziehungsweise hier vom Horizont aus einfallen und den Rest des Spielfeldes einnehmen dürfen. Immer mal wieder wird ein temporäres Upgrade abgeworfen, welches den Charakter schneller macht, heilt oder besser schießen lässt. Aber insgesamt heißt es das ganze Spiel über nach links und rechts dodgen und auf die Gegner schießen.

Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich es nicht besser gewusst, ich hätte nie daran gezweifelt, dass dies ein Spiel ist, welches direkt für die Simple 2000s gemacht wurde. Denn es schreit einfach ziemlich Budget Release – abgesehen davon, dass es ein paar wenige CG-FMVs hat. Aber die Grafik an sich im Spiel ist nichts besonderes, das Gameplay ist ziemlich repetitiv, hat einige Schönheitsfehler, und an Content gibt es nicht sonderlich viel im Spiel zu tun.

Eines der Probleme im Gameplay ist definitiv, wie langsam sich der Charakter ohne das Speed-Upgrade spielt, verschlimmert in der europäischen Version, die nur in 50hz läuft. Dazu kommt noch, dass dem gegnerischen Feuer auszuweichen oder teilweise hereinkommende Schüsse gut zu identifizieren überraschend schwer sein kann in einigen Situationen. Praktischerweise ist zu sterben abgesehen vom Score wenig hinderlich, da einem das Spiel unendlich Continues gibt. Das kann auch nicht geändert werden in den Optionen, genau wie es keine Schwierigkeitsgradeinstellungen gibt. Alle drei Charaktere mögen eine andere Handlungsbasis haben, doch die sechs Stages und ihre Gegner sind exakt identisch genau wie deren Ende. Neben dem sehr kurzen Storymodus gibt es noch einen 2-Player-Modus und das war es.

Wirklich viel gibt das Spiel also echt nicht her. Es ist sicherlich nicht schrecklich, aber in der Simple 2000 Line schon insgesamt gut aufgehoben, wo es sich im Mittelmaß der Spielerfahrungen einreiht.

Space War Attack, in Japan unter Simple 2000 Vol. 78: The Uchuu Daisensou bekannt, ist wieder ein Spiel, dass direkt für die Reihe entwickelt wurde. Und nicht in Nordamerika auf den Markt kam. Europäischer Publisher ist übrigens 505 Game Street, was leider wie so häufig bei der Firma die Action auf 50hz beschränkt.

Das Spiel ist im Prinzip Earth Defense Force in der Luft. Tatsächlich erwähnt die Backstory jene Organisation sogar. Dabei hat das Spiel aber nichts mit jener Reihe zu tun und ist auch von einem anderen Entwickler. Aber auch hier fallen Aliens über die Erde her, hauptsächlich in UFOs und mit gigantischen Insekten. Mit dem Unterschied, dass hier die Rieseninsekten tastsächlich auch mechanische Schlachtschiffe sind.

Als Spieler setzen wir uns in den Militärjet, wobei Fluggerät und die verschiedenen ausgerüsteten Waffen vor jeder Mission neu gewählt werden können, um jene abzuschießen. In 25 Missionen geht es nun also darum die UFOs in der Luft niederzuschießen, oder die Riesenkriechtiere zu Land zu zerstören. Entweder bis alle Ziele erledigt sind, oder die Basis vor Zerstörung gerettet ist. Viel mehr Abwechslung gibt es nicht, abgesehen von ein paar Bonusstages dazwischen. Das Spiel ist locker in kurzer Zeit erledigt. Wobei immer noch auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden und für ein besseres Ranking erneut gespielt werden kann.

Ganz so viel wie erhofft gibt das Spiel leider nicht her. Persönlich bin ich sowieso kein großer Fan oder sonderlich gut darin, ein Fluggerät zu steuern. Aber auch so hätte ich mir von Space War Attack ein wenig mehr den blöden Spaß von Earth Defense Force gewünscht. Jedoch ist die Gesamtpräsentation ziemlich bieder. Abgesehen von den Riesenmonstern (die letztendlich aber selten das Ziel darstellen und nur in Variante Skorpion oder Schrimp kommen) und den eingeblendeten Kommentarsprüchen, die den Erfolg oder eben Misserfolg der Mission besprechen (auf die man sich während es Gameplays aber selten konzentrieren kann).

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