Dirty Pair: On Mission with the Lovely Angels

ava-2691Bei Dirty Pair handelt es sich um eine Reihe an japanischen Light Novels, die seit den 80ern publiziert werden, also einen gewissen langlebigen Klassiker-Status genießen müssen. Wobei hier nicht wie mit Vampire Hunter D jährlich mindesten ein Eintrag auf den Markt geworfen wurde, in knapp 40 Jahren hat es das Dirty Pair auf 9 Bände gebracht.

Bekannter im Westen sind da schon eher die Anime-Adaptionen. Weniger die TV- oder OVA-Serie der 80er, sondern mehr die Filme. Vielleicht noch die drastisch verjüngerte Dirty Pair Flash OVA-Serie der 90er. Wobei es sich bei Dirty Pair um etwas handelt, was ich als vergessenen Klassiker betiteln würde. In den späten 80ern bis in die Mitte der 90er hatten die Filme schon einen gewissen Bekanntheitsgrad als gute SciFi-Komödie, die man sich anschauen kann. Mich würde allerdings wundern, wenn in den letzten 20 Jahren jemand and die Anime gedacht hätte. Wobei das deutsche Anime Label Anime House, die in ihren ersten Releases eher das rausbrachten, was sie als alteingesessene Hasen interessant finden, statt was sich sonderlich gut verkaufen würde, das Dirty Pair dann verspätet 2006 doch auch nach Deutschland brachten.

Mir war zumindest mal nach einer seicht-humorigen Unterhaltung und etwas nostalgisch altem Anime-Konsum. Und deswegen habe ich nach dem Dirty Pair gegriffen. Nicht nach einer der längeren Serien, sondern die drei Filme sind es geworden, die auch die einzigen damals hier releasten Folgen des Duos geblieben sind. Wobei gesagt werden muss, dass es sich nur bei einen der drei Einträge um einen richtigen Kinofilm handelt, die anderen beiden sind einzeln erschienene OVAs.

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Chronologisch nach Erscheinen vorgegangen beginnen wir im Jahr 1985, fünf Jahre nach dem ersten Light Novel, aber noch im ersten Jahr der Anime-Umsetzungen. Neben der TV-Serie erschien nämlich auch die 60-minütige OVA Affair of Nolandia. Hier verschlägt es die beiden Agenten Yuri und Kei auf einen Planeten, der zum Großteil unbewohnbar ist, auf den ein Großkonzern allerdings eine Stadt erbaute, um die Ressourcen auszubeuten, weswegen jener auch die dortige Regierung stellt. Die beiden Mädels sollen ein verschwundenes Mädchen ausfindig machen, die lokale Regierung will die beiden aber lieber wieder loswerden. Allerdings bekommen sie einen Tipp, dass sie es mal im Nolandia-Wald versuchen könnten, wo sie neben magischen Wesen und Visionen auch tatsächlich das Psi-begabt Mädchen ausfindig machen. Allerdings ist der Großkonzern ebenfalls hinter ihr her.

Die erste OVA ist wie gesagt nur 60 Minuten und das merkt man auch. Als Zuschauer wird man direkt in die Handlung geworfen, alles geht unglaublich schnell, scheinbar wird wirklich erwartet, dass wir die beiden Charaktere und ihre Dynamik bereits kennen. Nicht, dass man sich jene nicht auch bald zusammenreimen kann. Die beiden sind Agenten einer Weltraum-weiten Organisation, aber auch berühmt berüchtigt. Während sich die Damen, die sich Space-Bikinis als Arbeitsoutfit ausgesucht haben, selbst als die „Lovely Angels“ bezeichnen, nennt sie jeder andere nur das „Dirty Pair“, weil nämlich wenn sie eine Mission annehmen damit zu rechnen ist, dass viel zu Bruch geht. Die insulare Missions-Story der hiesigen OVA ist auch nicht super schwer verständlich. Aber wie gesagt, mit doch einigen Charakteren, vielen Lokalitäten, jeder Menge Traumsequenzen und Action-Szenen, wirkt alles einfach nur  überhastet und davonrasend. So richtig auf was konzentrieren kann man sich nicht.

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Zur Rettung kommt der vollwertige Kinofilm, Project Eden. Das sicherlich berühmteste Dirty Pair Werk, welches bereist 1986 auf die Leinwände Japans kam und satte 80 Minuten für seine Erzählung parat hält. Die hiesige Mission bringt das Dirty Pair auf einen Planeten, dessen Hauptexport ein wichtiges Mineral ist, weswegen auch hier Großkonzerne das Sagen haben. Im hiesigen Fall gibt es allerdings zwei konkurrierende Unternehmen, die sehr unterschiedliche Meinungen über den Abbau und Verkauf des Rohstoffes haben. Neuerdings kommt es zu Zwischenfällen auf beiden Seiten und merkwürdige grüne Echsenaliens attackieren Arbeiter – beide Unternehmen bezichtigen das jeweilig andere der Sabotage. Yuri und Kei müssen allerdings herausfinden, dass stattdessen ein verrückter Professor dahintersteckt, der das Mineral für eine ultimative Lebensform in Ruheschlaf hält, welches er wiedererwecken will.

Project Eden ist um so vieles besser als Affair of Nolandia. In jeglicher Hinsicht. Es ist immer noch ein schnell voranschreitender Film. Immerhin haben wir es hier mit SciFi-Action und Comedy zu tun. Unsere beiden Mädels lassen nix anbrennen, flux geht es zwischen Schauplätzen, Action-Sequenzen, und Witzelei und Sprücheklopferei hin und her. Dennoch wirkt es in Project Eden alles wesentlich weniger gehetzt. Szenen haben Zeit zu atmen, Dialoge können aufeinander aufbauen. Zudem bekommen Kei und Yuri hier mit Damien auch noch einen Mit- und leichten Gegenspieler geboten, der sie ordentlich auf Trab hält und gute Chemie mit den beiden mitbringt. Als Kinofilm sieht das alles auch super gut aus und ist toll durchanimiert. So richtig schön handgezeichnetes, Alt-Anime-Flair. Project Eden ist total sehenswert als kurzweiliges Missions-Spektakel.

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Damit kommen wir zu einer weiteren 60-minütigen OVA, Flight 005 Conspiracy. Diesmal in 1990 erschienen, was sich auch in einen leicht veränderten, moderneren Zeichenstil gegenüber den beiden Vorgänger auszeichnet. Allerdings weit davon entfernt nicht wiederzuerkennen zu sein wie Dirty Pair Flash vier Jahre später. Diesmal ist ein Flug mit 300 Passagieren auf der Reise zwischen drei Planeten verschiedener Regierungen verschwunden gegangen. Merkwürdig ist dabei, dass niemand davon von Familie als vermisst gemeldet wurde. Abgesehen von einem Professor, dessen Forschung jeder gern in seine Hände bekommen hätte.

Flight 005 Conspiracy ist teils anders and die vorigen beiden Missionen. Die Handlung, wenn auch nicht sonderlich kompliziert, ist politischer. Die OVA insgesamt etwas ernster und weniger humorig. Viel Action gibt es aber immer noch. Und sie hat ein wenig das Problem, welches ich schon bei Nolandia hatte: Alles fühlt sich etwas überhastet und gehetzt an und insgesamt ists dadurch einfach nicht super interessant.

Die beiden OVAs sind also nicht super herausragend und ein definitiver Skip, Project Eden macht aber Laune und sollte sich ruhig reingezogen werden.

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