Certainly Simple: Extra Deluxe

ava-2689Kurz zur Erinnerung: Die Simple 2000 Linie ist eine umfangreiche Reihe von simplen und mit niedrigem Budget erstellten Spiele und schnell gemachter Re-Releases, die D3 auf den japanischen Markt brachte. Und die zum Ausgleich bereits für 2000 Yen (daher die Zahl im Namen) statt der üblichen fast 8000 Yen eines Neureleases zu haben waren. Von den über 100 Spielen haben es sogar so einige nach Europa geschafft, in der Regel aber nicht nach Nordamerika.

Die Simple Line bestand übrigens nicht nur aus Spielen, die von Nischenfirmen für D3 unter geringem Budget programmiert wurden. Ein nicht unerheblicher Teil sind auch Re-Releases und Ports fürs kleine Geld. Die japanische Version von Puzzle Quest: Challenge of the Warlords, wurde beispielsweise auch in der Simple DS Line untergebracht. Heute behandeln wir dann auch zwei Spiele, die vor ihrem Auftritt als Simple 2000 bereits erhältlich waren.

So zum Beispiel das Arcade Shmup Shienryuu, welches 1997 in japanischen Spielhallen erschien und später auch auf PS1 und Saturn gehievt wurde. 2003 wurde es dann dank D3 als The Shooting: Double Shienryu der 37. Eintrag zu den Simple 2000 Spielen auf PS2. Wie der Titel übrigens verrät, ist es hier um Shienryuu Explosion erweitert worden, welches meines Wissens nach exklusiv im Simple-Release erhältlich ist. In Europa heißt das Double Feature dann Steel Dragon EX.

Das Titelmenü lässt dann auch gleich die Auswahl zwischen den beiden Spielen, in der europäischen Version als Steel Dragon und Steel Dragon Evolution betitelt. Wobei es etwas merkwürdig ist, dass es keine Möglichkeit gibt, anschließend das andere Spiel zu wählen, ohne die Konsole zu resetten.

Eine ziemlich coole Sache unter den Optionen bei Steel Dragon, die auch die üblichen Sachen wie Schwierigkeitsgrad und ab wie vielen Punkten es ein neues Leben gibt offerieren, ist die Möglichkeit den Bildschirm vertikal einzustellen. Denn das Arcade-Original ist ein vertikaler Shooter, sprich man man fliegt vom unteren zum oberen Bildschirmrand, womit auch die vertikale Ausrichtung die längere der beiden ist. Da Heimbildschirme in der Regel eher horizontal breiter sind, füllt das Spiel normalerweise mit Rändern auf. Oderr man stellt in den Optionen das Ding auf vertikal, so dass man den kompletten Bildschirm ausgefüllt bekommt, solange man jenen drehen kann, um die Action nicht auf Seitenlage erleben zu müssen.

Das Spiel geht durch ganze 8 Stages, jeweils gekrönt mit einem Bosskampf. An Power Ups gibt es die Möglichkeit jeweils die Schusskraft und die Geschwindigkeit zu erhöhen . Außerdem kann über die blau/rot/gelben Orbs die Waffe gewechselt werden. Rot ist der normale frontale Schuss. Gelb sind Raketen, die leichte Zielsuche beinhalten. Blau ist mein Favorit, die geschossene Elektrizität geht nämlich nach und nach durch alle Gegner auf dem Bildschirm. Dafür scheint der Schuss aber auch am schwächsten zu sein, denn einige Bosse, gerade der letzte Endboss, brauchen recht lange, bis sie mit ihm sterben. Aber dafür hat man ja auch noch ein paar Bomben im Gepäck.

Das Design ist optisch sehr gefällig, so gibt es eine Menge größerer Gegner und sogar Mech-Bosse, und auch die detaillierten 2D-Hintergründe haben ein wenig Parralex Scrolling zu bieten. Keine Designs mögen ein herausragendes Gimmick haben, was das Spiel gegenüber anderen Vertreter der Zeit heraushebt, auch spielerisch nicht, aber es ist definitiv hübsch anzusehen.

Leider ist das Spiel ziemlich hart, selbst auf Easy, wie man das leider von Arcade-Releases gewohnt ist. Ein Ableben bringt einen zudem zu einem Checkpoint zurück, die zwar großzügig gesetzt sind, aber doch einige harte Passagen hintereinander beinhalten können. Und wenn man im letzten Stage stirbt, geht es an dessen Beginn zurück, selbst wenn der Boss erreicht wurde. Ist also nicht so leicht, auch mit über Select-Taste Credits hinzufügen nicht.

Steel Dragon Evolution ist hingegen merklich das für das Budget-Release hinzugefügte Spiel, nicht das Hauptmahl der Compilation. Auch hier mag es 8 Stages geben, die gehen aber im Gegensatz zu den recht langen des Originals in Windeseile dahin. Auch sind die Gegnerdesigns nun zum Großteil wesentlich generischer und alles ist natürlich in nicht sonderlich detailliertem 3D gehalten.

Die normalen Upgrades fehlen. Welche Waffe man hat liegt nun daran, welches Schiff zu Beginn gewählt wird. Besiegte Gegner hinterlassen in Evolution aufnehmbare Tokens, die den Charakter langsam aufleveln, was hier die Art und Weise ist, wie das Schiff stärker wird und neue Leben und Bomben erhalten werden.

Evolution ist eindeutig wirklich eher ein kleines Nebenspiel, als solches jetzt aber auch nicht total schlecht, nur eben noch generischer als das Original, weil es eben auf kleinem Budget entstanden ist. Nach einmaligem Spielen wird man auch schon genug davon haben. Dafür ist wenigstens der Easy Mode auch seinen Namen wert, statt einem immer noch ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen.

Puzzle Bobble ist sicherlich einigen Leuten ein Begriff, wobei wahrscheinlich eher unter dem westlichen Namen Bust-A-Move. Taitos Puzzle-Spiel hat langjährige Tradition. Ich persönlich war von einem der PS1-Versionen damals total angetan. Auf der PS2 sind als Super Puzzle Bobble und Super Puzzle Bobble 2 dann in 2000 und 2002 jeweils zwei neue Einträge erschienen. Kurz bevor das schwächelnde Taito dann von Square Enix aufgekauft wurde, verramschten sie die Rechte sogar an D3, die 2004 beide Spiele zusammen als Simple 2000 Vol.62 Super Puzzle Bobble DX für den Budget-Preis anboten. Beide Spiele kamen in ihrer Einzelversion auch in den Westen, das Simple-Release blieb allerdings in Japan.

Das Spielprinzip von Bust-A-Move, oder eines ähnlichen Spieles, sollte relativ bekannt sein und ist natürlich nicht sonderlich kompliziert. Denn hierbei handelt es sich um einen Match-3-Puzzler. Sprich sobald drei oder mehr Kugeln der gleichen Farbe aneinandergrenzen, verschwindet die Farbenlinie. Und lässt im Versus-Modus beim Gegner zusätzliche Kugeln auftauchen. Im Falle von Bust-A-Move ist es allerdings so, dass sich die Bildfläche von oben hin nach und nach auffüllt und man verliert, wenn die erste Kugel den unteren Bildschirmrand berührt. Die nächste Kugel schießt man zudem von selbst nach oben und kann sie im Flug nicht mehr nachjustieren, muss also schon vor dem Schuss genau zielen. Zudem gibt es Situationen, wo eine ganze Traube an Kugeln nur an einem Faden aus zwei Kugeln gleicher Farbe hängen kann, und wenn jene durch eine dritte verschwinden die ganze Traube auf einmal zerfällt und vernichtet ist. Für mehr Punkte und mehr Störung beim Gegner.

Der Großteil der Modi ist in den beiden Spielen natürlich identisch, ganz genau wie die zehn farbenfrohen und schräg designten Charaktere, die man sich als Kämpfer aussuchen darf, wobei Super Bust-A-Move 2 noch zwei weitere hinzufügt.

Das erste Spiel bietet drei verschiedene Optionen zur Auswahl. 1P Puzzle führt einen Solospieler durch eine Reihe schwerer werdender Spielfelder, bei denen die bereits vorhandenen Kugelanhäufungen komplett ausgeräumt werden müssen, bevor der untere Bildschirmrand erreicht ist. Hier gibt es echt jede Menge Stages und sogar eine Karte, bei der man selbst auswählt, welcher Block als nächstes herhalten soll. Die anderen Beiden Optionen sind CPU-Battle und 2P Battle. In denen wahlweise entweder gegen die anderen vom Computer gesteuerten Charaktere oder eben einen zweiten realen Mitspieler angetreten werden kann.

Diese drei Modi kehren im zweiten Spiel zurück, erweitert um zwei neue. Zum einen gibt es hier nun einen Story-Modus, bei dem erneut gegen die KI-gesteuerten Gegner angetreten wird, diesmal aber eben eine kleine Handlung mit Cutscenes eingebaut ist, statt wie im CPU-Battle einfach so gegen sie anzutreten. Obendrauf gibt es noch den Edit Mode, bei dem eigene Puzzle erstellt und gespielt werden können.

Ich mag das Gameplay von Bust-A-Move, habe immer wieder gut Spaß daran, die bunten Kugeln durch die Gegend zu schießen und ganze Trauben an Zeug fallen zu sehen. Zusammen mit den charmanten Animationen des eigenen und gegnerischen Charakters. Und in hiesigen Package bekam man natürlich viel geboten, zwei komplette Spiele für den Preis von einem Drittel eines Neureleases. Besser geht kaum.

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