Bikini Zombie Slayers

ava-2665Willkommen zu meiner neuen Sucht. Nach Mega Man und Shmups hat es wohl jetzt die Zombie-mordenden Bikini Babes getroffen. Nach den beiden PS2-Spielen war mir jedenfalls nach mehr Oneechanbara, so dass ich mir auch das billig gefundene Wii-Spiel angeeignet habe. Also ab in die Bademode, Katana in die Hand, und los geschnetzelt.

Wobei Bikini Zombie Slayers als Untertitel zum einen eigentlich perfekt darauf vorbereitet, was für ein Spiel man zu erwarten hat, als auch Falschwerbung darstellt. Ein dümmliches Spiel, bei dem man als heiße Mädels auf kalte Leichen eindrescht? Ja das ist Oneechanbara. Tatsächlich trägt aber nur Aya gewohnt einen Bikini, die anderen Zombie Slayers decken anderweitige Fetische ab. Schwester Saki zieht die Schuluniform an. Die im zweiten Spiel hinzugekommene Reiko hat ein freizügiges Lederoutfit am Leib. Und Misery, die wohl aus dem vorigen Spiel auf der Xbox360 stammt, ein blutüberströmtes Sommerkleid.

Witzigerweise macht das Bikini Zombie Slayers dann gar nicht mal so extrem sexy. Ja, alle Charaktere bringen Boob Jiggle mit, aber nur Aya und Reiko haben wirklich sexualisierte Outfits an. Die von Saki und Misery sind eigentlich harmlos. Und da das Spiel immer noch ziemlich low budget ist, gibt es auch keine großen Cutscenes, die an ihren Körpern hoch und runter lecken würden, sondern gewohnt die Text-Scrolls vor neutralen Hintergründen zu Beginn einer jeden Mission.

Das ist an sich eventuell etwas überraschend, denn Oneechanbara war zu jener Zeit kein Budget-Release mehr. Soweit ich weiß sind die Spiele, zumindest in Japan, ab dem Xbox360-Release zum Vollpreis in den Regalen gestanden. Im Westen war man etwas nachsichtiger und hat sie zumindest leicht budgetiert. Denn um ganz ehrlich zu sein, einen wirklichen Sprung vom zweiten PS2 Teil gibt es zur Wii nicht. Nicht wesentlich genug zumindest, um plötzlich den dreifachen Preis verlangen zu wollen.

Diesmal werden acht statt sechs Stages angeboten. Dafür ist es jetzt aber so, dass ein Stage nicht mehr auf einen Boss endet. Stattdessen ist jedes ungerade Stage ein längeres Level und jedes darauffolgende gerade Stage der Bosskampf. Von daher gibt es eigentlich sogar nur vier verschiedene Lokalitäten, weil die Bosskämpfe im letzten Raum stattfinden, den man im vorigen Stage erreicht hat. Zudem gehen alle vier spielbaren Charaktere genau durch die gleichen Level, lediglich in welcher Reihenfolge sie kommen wird geändert und eventuell mal eines in umgekehrter Richtung durchlaufen. Hält es zumindest zunächst etwas frischer als die gleiche Reihenfolge wie in den PS2-Spielen vorgesetzt zu bekommen, aber nicht dauerhaft.

Der Story-Modus muss übrigens diesmal wieder Solo mit jedem Charakter angegangen werden. Erst der Free Play Modus, in dem alle Missionen erneut gespielt werden können, und in dem die „Quest“-Challenges freigeschaltet werden, dürfen mit zwei jederzeit austauschbaren Zombie Slayers angetreten werden. Wobei erneut jede separat aufgelevelt wird, wer also vorranging nur mit einer davon die von Gegnern hinterlassenen Erfahrungskugeln einsammelt, hat die andere hinterher hinkend. Die vier Mädels spielen sich natürlich leicht unterschiedlich, bringen andere Kombos mit und vor allem unterscheiden sie sich stark in Geschwindigkeit und Schlagkraft. Mysery setzt den Gegnern schon extrem zu, hat dafür aber auch die langsamsten Hiebe. Mir persönlich lagen da die schnellen Aya und Saki besser. Sie bringen übrigens jetzt auch einen zweiten Kampfmodus mit, auf den gewechselt werden kann. Aya holt sich dann ein zweites Schwert raus. Saki macht Sumo-Moves ganz ohne Waffe. Reiko holt die Knarre raus. Und Myserys Fleischerbeil wird zur Klingenkette.

Etwas skeptisch gegenüber Stand ich allerdings dem Kontrollschema. Die Wii Waggle Controls sind nämlich mal wieder voll dabei, jeder einzelne Schwerthieb gehört via Bewegung ausgeführt. Überraschend geht das meist sogar ganz gut von der Hand, solange nur wild geschnetzelt werden muss, kann ja auch wild gefuchtelt werden. Um dann allerdings doch einen der präzisen Spezial-Moves machen zu wollen, was in den Quests oder auf höheren Schwierigkeitgraden angebracht ist, da lässt die Steuerung einen allerdings leider immer mal wieder im Stich.

Gegner gibt es nicht wesentlich mehr Auswahl in den endlosen Horden, die sich einem in den Weg stellen, als in den anderen Teilen. Sie sehen nur wie die Umgebung und Mädels etwas detaillierter aus – natürlich dennoch nichts, was die Wii sonderlich herausfordern würde. Dafür ist ihre KI etwas intelligenter. Und mit intelligenter meine ich, dass sie jetzt ab und zu zumindest mal blocken. Wie immer sind die nervigsten Gegner eh die Cops, die nach einem schießen können.

Eine Neuerung optischer Natur im Spiel ist übrigens, dass nun die Blut-Farbe eingestellt werden kann. Für denjenigen, der es nicht so natürlich rot will, sondern lieber pink präferiert, oder die Damen mit weißer Flüssigkeit bespritzt sehen will. Ansonsten gibt es wie gewohnt mehrere Schwierigkeitsgrade zur Auswahl und über die Quests drei weitere Kostüme pro spielbaren Charaktere freizuschalten. Ganz neu ist auch der Galerie-Modus, in dem die 3D-Modelle des Spieles nach Belieben beschaut werden dürfen.

Onechanbara: Bikini Zombie Slayers wirkt also tatsächlich eher wie eine Erweiterung der Simple-Line auf der Wii, nicht wie ein vollpreisliches Sequel. Das muss mich allerdings nicht stören, weil ich es ja Second Hand zum Spottpreis bekommen habe. Und ich muss nach alledem sagen, dass ich sogar mal wieder eine überraschend unterhaltsame Zeit am stupiden Geschnetzel hatte. Ich habe tatsächlich den Story-Modus aller Charaktere einmalig auf Easy duchgespielt. Über die Quets für Aya ein zweites und für Saki drei weitere Kostüme freigeschaltet. Und dann mit Saki, weil mir deren Gameplay am besten lag, noch weiter gemacht. Ihre Story auf Normal und Hard und Berserk erneut durchgespielt. Da hatten mir die Zombies dann allerdings zu viel HP, um auch Violent, den höchsten Schwierigkeitsgrad, ebenfalls noch zu machen.

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Ein Kommentar

  1. Lesenswert: Onechanbara, Spielen zur richtigen Zeit, Free-to-Play & Ethik, Geschichte der italienischen Spieleindustrie, kürzlich Verstorbene – SPIELKRITIK.com

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