Certainly Simple: Oneechanbara

ava-2664Kurz zur Erinnerung: Die Simple 2000 Linie ist eine umfangreiche Reihe von simplen und mit niedrigem Budget erstellten Spiele und schnell gemachter Re-Releases, die D3 auf den japanischen Markt brachte. Und die zum Ausgleich bereits für 2000 Yen (daher die Zahl im Namen) statt der üblichen fast 8000 Yen eines Neureleases zu haben waren. Von den über 100 Spielen haben es sogar so einige nach Europa geschafft, in der Regel aber nicht nach Nordamerika.

Heute befassen wir uns mit der nach Earth Defense Force zweiten Serie, die schnell eine gewisse Notorietät aufbauen konnte und anschließend der Simple 2000 Serie entspringen und ihre eigene Franchise werden konnten: Die Oneechanbaras. Der Untertitel fürs westliche Release des späteren Wii-Spieles nennt prägnant eigentlich auch schon die Idee dahinter: Bikini Zombie Slayers. Auf der PS2 hat die Franchise vier Releases zu bieten, letztendlich handelt es sich dabei aber reell nur um zwei Spiele.

Den Anfang machte Simple 2000 Vol. 61: The Oneechanbara, welches in Europa unter dem Titel Zombie Zone veröffentlicht wurde. Etwas später erschien allerdings mit Simple 2000 Vol. 80: The Oneechanpuruu eine erweiterte Version, die hauptsächlich zwei neue spielbare Charaktere aus anderen von Tamsofts Simple 2000 Spielen einfügt. Das Spiel erschien in Europa als Zombie Hunters, auch wenn jemand in für die Serie üblicher kein Scheißt gegeben Manier dies übersehen hat und das Titelmenü weiterhin Zombie Zone besagt. Es ist natürlich hinfällig beide zu spielen, wenn man gleich zur erweiterten Version greifen kann.

Im Prinzip haben wir es hier mit einem Hordenschnetzeln zu tun, der Dynasty Warriors nicht unüblich ist. Allerdings mti kleineren, abgegrenzten Stages. Wir spielen Aya, das Aushängeschild der Franchise im Bikini mit Cowboyhut, die mit ihrem Katana sich durch die überall spawnenden Zombies schlägt. Die Aufgabe in jedem Stage ist dabei gleich. Sich durchschlagen (oder vorbeirennen), bis man einen Raum erreicht, in dem man mit den Zombies eingeschlossen wird, und dann so lange die aus dem Boden kommenden Gegnern zernichten, bis sie einen Schlüssel fallenlassen und der Raum sich wieder öffnet. Nun den Schlüssel benutzen, um im Stage weiter zu kommen, den nächsten Einsperr-Raum bestehen, und nach ein paar davon ist der bekommene Schlüssel endlich der für den Bossraum. Das alles in 6 Stages und dann ist Schluss.

Viel Abwechslung wird dabei mal wieder nicht geboten. So gibt es beispielsweise nur 3 Locations: Die Straßen der Stadt, das Innere eines Krankenhauses, und die unterirdischen Tempelruinen. Jene müssen dann jeweils für 2 der 6 Stages herhalten. Als Gegner gibt es entweder Zombies, die kaum entgegenhalten, später dann aber auch Krankenschwestern, die Skalpelle werfen. Polizisten, die nach einem schießen. Und auch Gegner, die nur im besonderen Rage-Modus getötet werden können. Übrigens kennt das Spiel einen einzigen Musik-Track, der in jedem einzelnen Stage läuft.

Wo es audiovisuell an Abwechslung fehlt, hat zumindest die Schnetzel-Steuerung etwas zu bieten. So kann Aya eine überraschende Anzahl verschiedener Schwertstreiche ausführen, ganz davon abhängig ob man im Lockon ist oder nicht, und wie der Steuerstick dabei gedrückt ist. Zusätzlich nimmt das Blut, das reichlich aus den Gegnerleichen spritzt, ein Element im Gameplay ein. Ayas Katana überzieht sich nämlich schnell damit und wird dadurch stumpfer. Ein schneller Schwertflick reicht, um es vom angestauten Blut zu befreien, dieser hinterlässt einen aber auch kurz ungeschützt. Zudem verfällt Aya nach einer gewissen Zeit in Blutrage. In diesem Modus macht sie mehr schaden und ist schneller, dafür verringert sich aber auch beständig ihre Lebensleiste. Aus Rage heraus kommt man nur durch den Besuch einer Göttinenstatue bzw. durch den Einsatz eines entsprechenden Items. Außerdem hat das Spiel ein Levelsystem, bei dem verschiedene Statuswerte des Charakters verbessert werden können.

Sobald die Handlung mit Aya durchgespielt ist, wird übrigens auch ihre Schwester Saki als spielbarer Charakter freigeschaltet. Im Falle vom erweiterten Re-Release stehen alternativ auch noch Bikini Idol der Simple Serie Riho zur Auswahl und sobald mit ihr durchs Spiel gegangen wurde auch deren jüngere Schwester als vierter spielbarer Charakter. Während jeder Charakter eine leicht andere Backstory auffährt, sollte es wenig verwundern, dass sie allerdings dennoch durch die identischen 6 Stages gehen und sich ziemlich gleich spielen. Dafür ist aber wenigstens das Levelsystem universal und muss nicht mit jedem Charakter neu von vorn begonnen werden.

Nebst dem Story-Modus, der in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden begangen werden kann, darf sich übrigens auch in Survival versucht werden. Namensentsprechend geht es schlicht darum, so lange gegen die Zombie-Horden zu überleben, wie möglich. Der Menüpunkt Quest ist hingegen kein eigener Modus, sondern listet lediglich besondere Aufgaben, die im Story-Modus erledigt werden müssen, um weitere Kostüme für die Charaktere freizuschalten.

Als Simple 2000 Vol. 90: The Oneechanbara 2 erschien letztendlich der wirkliche Nachfolger des ersten Teils in Japan und nur dort. Allerdings gab es auch hier eine spätere Version, die um neue spielbare Charaktere erweitert wurde. Was in Japan unter Simple 2000 Vol. 101: The Oneechampon lief, wurde in Europa dann zu Zombie Hunters 2.

Und der zweite Teil kommt tatsächlich mit einigen Verbesserungen daher. Beispielsweise darf man jetzt doch tatsächlich selbst die Kamera justieren, statt auf das Spiel und den Lockon verlassen zu sein. Der rechte Analogstick darf endlich was tun, wie schön für ihn. Abgesehen davon spielen sich die Charaktere jetzt teilweise wirklich unterschiedlich, auch wenn sie natürlich alle weiterhin mit Katanas kämpfen. Neu-Ankömmling Reiko, ein Biker-Chick in Lederausrüstung, schießt sogar mit ner Schrotflinte als Zweitwaffe um sich und kennt keinen Rage-Modus wie Aya und Saki. Sobald man das erste Stage mit Reiko bestanden hat, spielt man dann auch wieder die beiden Schwestern aus dem Erstling. Auch hier neu ist, dass sie beide zusammen sind. Es kann jederzeit während des Spielens zwischen Aya und Saki gewechselt werden. Weniger schön ist, dass dafür nun aber auch jeder Charakter separat aufgelevelt wird, statt das sie sich die Statuswerte teilen.

Ein neues Combo-System, sollten die Angriffe im richtigen Rhythmus ausgeführt werden, gibt es nun auch. Was der ganzen Kämpferei wahlweise mehr Feinschliff verleiht. Netterweise bietet das Menü nun die Practice-Option, um jene neuen Feinheiten des Kampfsystems auch in Trockenübung lernen zu können. Bei den Items hingegen hat sich nun eines hinzugefügt, welches das Korruptions-Level eines Charakters anhebt, um besser kontrollieren zu können, wann sie in den Rage-Modus verfällt, statt ewig Zombies zu schnetzeln, bis sie von ihnen blutgetränkt ist.

Von der Struktur her hat sich allerdings nicht wirklich was geändert. Die Locations mögen jetzt etwas besser aussehen und die Gegner etwas mehr Varietät aufweisen, aber insgesamt ist es natürlich immer noch ein relativ stupides Rumgeschnetzle. Rein ins Stage, den Raum finden, der sich magisch verschließt, Zombiehorde umbringen, bis er sich öffnet. Irgendwann ist man dann beim Bossund das war es. Dies durch sechs Stages und einen finalen Boss, wobei sich wieder jeweils zwei das gleiche Setting teilen müssen.

Freigeschaltet werden können dabei über die „Quest“ Challenges weitere Kostüme sowie der Endboss als spielbarer Charakter. Und da wir es hier mit einem erweiterten Re-Release zu tun haben, gibt es noch ein paar weitere Bonuscharaktere. So gibt es erneut die Möglichkeit die gleichen Stages mit leicht geänderter Story als Riho und Makoto Futaba durchzustehen. Zudem sind jetzt auch die beiden Mädels aus Tamsofts Beat em Up Dragon Sisters der Oneechanbara-Riege beigetreten.

Das Witzige ist, dass ich das erste Zombie Hunters vor Ewigkeiten schon mal angefangen und ziemlich schnell lustlos wieder fallengelassen habe. Es gab sogar einen Eintrag im Vorgänger-Blog dazu. Diesmal fand ich es aber eigentlich ganz Ok. Es hat einen ähnlichen Vibe wie Earth Defense Force, denn es ist stupide and bietet streng gesehen zu wenig Abwechslung, aber einfach so dummm vor sich hin zu Schnetzeln, in genau der Stimmung scheine ich gerade gewesen zu sein. Und was sympathisches hat die dämliche B-Movie-Optik passend dazu doch auch.

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Ein Kommentar

  1. Lesenswert: Onechanbara, Spielen zur richtigen Zeit, Free-to-Play & Ethik, Geschichte der italienischen Spieleindustrie, kürzlich Verstorbene – SPIELKRITIK.com

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