Godzilla vs Kong & Singular Point

ava-2659Und schon widmen wir uns wieder einem Altbekannten, der uns im letzten Jahr sogar gleich zweimalig besucht hat. Denn sowohl das amerikanische MonsterVerse ging mit Godzilla vs Kong in die nächste Runde, als auch mit Singular Point ein neues Anime in die Startlöcher gestellt wurde.

Godzilla vs Kong baut dabei natürlich sowohl auf die beiden vorigen Godzilla-Filme auf, die seit dem 2014er Reboot erschienen sind, wie auch auf Kong: Skull Island. In der hiesigen Kontinuität sind die Kaiju also bekannte Größen, die jederzeit auftauchen können, weswegen die Organisation Monarch sie zu erforschen hofft. Das tun sie aktuell beispielsweise mit Kong, der unter einem Dom gefangen ist, der ihm vorgaukeln soll, weiterhin auf Skull Island zu sein. Was nicht so ganz gelingen will, aber die Gehörlose Adoptivtochter der Hauptforscherin im Projekt kann ihn immer wieder beruhigen, denn die beiden verständigen sich über Zeichensprache.

Derweil ist die Firma Apex daran interessiert, in das Erdinnere einzudringen, da man von der Theorie der hohlen Erde überzeugt ist, und dort ein Ökosystem mit enormer Energiequelle vermutet, welche die Menschheit in eine neue Zukunft leiten kann. Da es sich um den ehemaligen Lebensraum der Superbestien handelt, soll Kong sie dorthin führen.

Aber auch mit Godzilla muss gerechnet werden, welcher von den Energiequellen und Anwesenheit Kongs angezogen wird, da es ja bekanntlich nur einen unter den Kaiju geben kann, und die sich zum ständigen Kampf zueinander gezogen fühlen. Am Ende darf sogar noch Mecha Godzilla mitmischen, der dank der Energie aus einem der Ghidora-Schädel zum Leben erweckt wird.

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Es ist schon etwas merkwürdig den Film in 2021 zu schauen. Denn er geht hart auf Verschwörungstheorien ein. Nun ist es nicht ungewöhnlich in solchen Filmen, dass es die kleine Widerstandbewegung gibt, welche die wahren Machenschaften aufzudecken weiß. Oder das genau der eine Wissenschaftler, auf den niemand gehört hat, Recht hatte. Mittlerweile sind aber eben auch so viele verschrobene Verschwörungstheoretiker in der Realität sehr laut geworden, welches es etwas schwer macht, auf jene Underdog-Geschichten zu bauen.

Das ist nämlich auch im Prinzip, was nun die Lücken zwischen den Monsterkämpfen füllt. Die Godzilla-Filme waren ja noch nie sonderlich herausragend darin, den Zuschauer für die menschliche Komponente zu interessieren, auch wenn deren Perspektive die Filme eigentlich erden soll. Und ich meine damit nicht nur den Reboot, sondern die komplette Franchise, erinnere an der hiesigen Stelle daran, dass ich im Vorläufer zum hiesigen Blog mich durch alle japanischen Filme und einige Spinoffs geschaut habe. Godzilla vs Kong setzt dann auch darauf, dass man sich automatisch auf diverse Archetypen einlassen kann und bietet abgesehen von der Bindung des tauben Mädchens zu Kong wenig Charakterisierung.

Im Gegensatz zum 2014er-Film, dem der menschliche Blickwinkel auf die Katastrophe allerdings wichtig war, und das mit absoluten Pappaufstellern als Hauptcharaktere vermasselt hat, geht es Godzilla vs Kong aber auch wesentlich mehr um die Monster. Darum, sie cool in Szene zu setzen und sie sich regelmäßig brachial kloppen zu lassen. Ja am Ende dürfen die beiden sogar ihre Differenzen beiseite legen und kooperativ den Mecha Godzilla ausschalten. Genug Spektakel und Action ist also da.

Und als solches reines Popkorn-Kino unterhält der Film auch gut. Kein Hirn aber dafür viel Action. Uns wurden zwei Kaiju und ordentlich Haudrauf versprochen, und das bekommen wir auch geliefert. Nicht mehr und nicht weniger.

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Das 13 Episoden Anime Godzilla: Singular Point will da schon intelligenter sein. Setup ist das Jahr 2030, bei dem wir zwei verschiedenen Charakteren folgen, die zwangsläufig über das gleiche Phänomen zusammengebracht werden. Arbeiter Yun soll eine mysteriöse Energie-Fluktuation in einer verlassenen Villa untersuchen. Verursacht wird das durch einen Apparat, der plötzlich angefangen hat, einen alten Song zu spielen. Physikstudentin Mei derweil soll den Arbeitern der Misakioku-Organisation dabei helfen, plötzlich aufgetretene unbekannte Signale zu identifizieren. Auch hier steckt jenes altertümliche Lied dahinter. Was beide noch nicht wissen ist, dass im aufgegebenen Keller von Misakioku ein Godzilla-Schädel liegt, der plötzlich seine Aktivität wieder aufgenommen hat. Das weltweit aufkommende Phänomen von rotem Staub und wiedererweckten prähistorischen Kaiju lenkt davon natürlich auch gewaltig ab.

Der Elefant im Raum ist zunächst schonmal, dass die Serie zwar Godzilla im Namen trägt, das titelgebende Monster in voller Pracht aber erst gegen Ende zu sehen sein wird. Stattdessen fallen erst Mal diverse Kaiju, viele davon Neuinterpretationen alter Bekannter aus der Franchise, über die Erde her. Selbst ein im charmanten Retrocharme designter Jet Jaguar darf seinen Auftritt in Singular Point haben. Wer damit zufrieden ist, generell viel Kaiju-Action zu Gesicht zu bekommen, und nicht unbedingt Godzilla vermisst, bekommt schon sein Fett weg.

Wer allerdings nur Action sehen will, dem wird die Handlung immer wieder dazwischen funken. So interessant das Mysterium darum, warum die Kaiju plötzlich auftauchen, auch ist, so sehr verliert sich Singular Point nämlich auch gerne in langen Gesprächen über theoretische Physik und damit einhergehende parallele Zeitlinien etc. pp. Das lässt die Serie durchaus erstmal smarter erscheinen als viele andere Godzilla-Produktionen, am Ende kommt aber auch die Frage auf, ob all dies zur Erklärung wirklich nötig war. Das Hirn schalte schon gern mal auf Durchzug, wenn wieder ein mehrere Minuten langer Textnachrichten-Austausch zwischen Yun und Mei beginnt, bei dem man eh nur die Hälfte des Techno-Babbles versteht.

Man kann also sagen, dass Singular Point fast ins entgegengesetzte Extrem so vieler anderer Godzilla-Projekte verfällt. Es mag es zwar schaffen neben der Monster-Action auch tatsächlich ein interessantes Mysterium um deren Erscheinen aufzubauen, schlägt dabei aber immer mal wieder über die Stränge, dies wissenschaftlich fundieren zu wollen. Macht die Serie dahingehend manchmal etwas anstrengender als nötig, aber unterm Schnitt bleibt sie absolut schauenswert. Besonders für alteingesessene Fans, die was damit anfangen können, wenn plötzlich Manda oder Kumonga aus der Showa-Ära auftauchen.

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