Netflixvania

ava-2637Wir kommen zurück zu Castlevania, bleiben aber bei den Netflix-Serien. Deren Herangehen an Castlevania will ich nämlich auch schon eigentlich ewig schauen, habe es dann aber immer wieder doch verschoben. Da sie mittlerweile allerdings mit Staffel 4 abgeschlossen ist, fasste ich mir ein Herz. Rein in die 32 Folgen also!

Ich kann mich sogar noch gut daran erinnern, wie Mitte der 2000ern die Nachricht eintrudelte, dass ein Film basierend auf Castlevania geplant war. Da konnten die entsprechenden Gaming-Communities natürlich mal wieder schön am Rad drehen, obwohl dann wie gar nicht mal so unüblich nichts dabei rum kam. Zumindest zunächst nicht, denn Castlevania verschwand in der Developement Hell, bis es gut zehn Jahre später eben auf Netflix als Serie wieder auftauchte.

Es ist der Serie allerdings durchaus noch sehr stark anzumerken, dass das frühere Konzept mal eine Film-Trilogie war. Gerade die erste Staffel von gerade mal 4 Folgen fühlt sich doch bedächtig danach an, als hätte man das Script des ersten Filmes schlichtweg aufgeteilt. Wir sehen zunächst die Backstory wie Dracula auf seine menschliche Frau traf und nach deren Hinrichtung als Hexe seine Rache über das Land verbreitete. Wir treffen auf den letzten Belmont Trevor, wie er zu Magierin Sypha findet, und am Ende der ersten Staffel stößt Alucard zu ihnen, um endlich den Zug gegen Draculas Schloss zu starten.

Wichtig hierbei ist zu erkennen, dass sich die Serie die Grundlagen von Castlevania III nimmt, aber letztendlich sein eigenes Ding draus dreht. Wie dort überzieht Dracula das Land mit Terror. Wie dort kommen Trevor, Sypha und Alucard zusammen (Grant fehlt allerdings). Letztendlich holt sich die Serie Inspiration aus mehreren Spielen über ihren Verlauf hinweg, ohne sich zu sehr von denen zurückhalten zu lassen. Was wahrscheinlich eine gute Idee ist, um besser in die neue filmische Struktur zu passen.

Es ist aber durchaus auch immer wieder cool, wenn man dann einen direkten Nod findet. Wenn zwischen den eher generischen Monstern von Dracula einer der Spielebosse auftaucht. Wenn in der Bibliothek der Belmonts das Skelett einer Skelettschlange liegt. Oder ein Bildnis des Hauptcharakters aus Lament of Innocence hängt. Und natürlich wenn plötzlich Bloody Tears loslegt beim Sturm auf das Schloss.

Man kann dann auch davon ausgehen, dass die 8 Folgen von Staffel 2 hauptsächlich aus den Scripten der verbliebenen zwei Filme bestehen. Wobei einige neue Charaktere auf der Seite Draculas eingeführt werden, unter anderem bekannte Spiele-Gesichter wie Carmilla, Isaac oder Hector, erneut mehr oder weniger verändert zu ihren dortigen Pendanten. Gerade jene drei wirken doch nachträglich reingeschrieben, um Futter für die folgenden Staffeln zu haben. Was leider auch dazu führt, dass jene Diener Draculas, die mit ihm in dieser Staffel untergehen, wenig Charakterisierung bekommen. Es wirkt so doch etwas, als würde die Staffel zunächst Luft treten, bis es dann ins heiße Finale gehen kann.

Nachdem geteased worden war, dass Dracula wiederbelebt werden könnte, was ja auch in den Spielen reichlich geschieht, ging ich davon aus, dass Staffel 3 hauptsächlich der Kampf gegen Carmilla sein würde, und Dracula dann für die finale vierte Staffel wieder herhält.

Umso überraschter war ich, als Staffel 3 dann erneut ein wenig so wirkte, als ob Luft getreten wird. Es geschieht tatsächlich so einiges bei den unterschiedlichen Charakteren, die diesmal weit über die Welt zersplittert sind. Doch am Ende fühlte es sich einfach etwas für mich so an, als wurde Zeit geschunden, bis es dann in der letzten Staffel zum großen Clash kommen kann. Besonders was Alucard geschieht wirkte doch sehr unnötig.

Letzteres ist dann auch das Einzige, was meiner Meinung nach in Staffel 4 keine wirkliche Auswirkung hat, weil er sofort wieder zum Alucard am Ende von Staffel 2 wird. Doch kann ich sagen, dass nach der wirklich guten vierten Staffel ich auch die dritte in einem anderen Licht sah. Die letzte Staffel ist eben nicht nur das große Finale der Action und Aufeinandertreffen aller angelaufener Charaktere – auch wenn die auch sehr geil ist, besonders der letzte Kampf Carmillas. Nein die letzte Staffel bietet auch überraschend viel Charakterisierung. Die persönliche Handlung eines jeden Beteiligten kommt hier zu einem Abschluss, und das würde dann doch nicht so gut wirken, wenn wir nicht so viel Zeit mit ihnen in Staffel 3 verbracht hätten.

Von daher kann ich summa sumarum nur sagen, dass mir die Serie echt gut gefallen hat. Sie hat ihre Höhen und Tiefen, es ist halt doch ein etwas steiniger Ritt gewesen die Developement Hell Filme in eine längere Serie zu bringen. Doch am Ende hat es sich gelohnt. Ich fand die Charaktere interessant, es gab immer genug Action oder schnippische Gespräche, um am Ball zu bleiben. Lediglich die Animation braucht etwas, bis sie auf Höhe kommt.

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