Mega Man Powered Up

ava-2625Wir kommen zum nächsten Mega Man, und zwar zum ersten. Allerdings wurde das Remake Powered Up für die PSP erst nach Maverick Hunter X herausgebracht. Und nachdem ich eine ganz gute Zeit damit hatte, war mir eben auch mal danach, dem anderen Remake eine Chance zu geben.

Diesmal hat sich sogar noch mehr geändert. Natürlich ist die Grafik nun 2.5D, sprich wir bewegen uns wie im Original auf einer 2D-Ebene, aber alle Modelle sind in 3D gerendert. Auch der Soundtrack hat einen kompletten Remix bekommen. Allerdings wurde hier wirklich noch viel mehr am Spiel geschraubt, wahrscheinlich um mehr Content zu bieten, und weil das Original doch als zu archaisch angesehen wurde. Eventuell nicht ganz grundlos. Ähnlich wie in den späteren Spielen gibt es nun beispielsweise ein kurzes Intro-Stage, bevor es auf den Auswahlbildschirm der Robot Master geht. Und deren Sechser-Riege ist sofort ersichtlich auf Acht aufgestockt werden – erneut wie es in den anderen Spielen der Standard ist.

Aber auch die Stages an sich sind komplett neu designt, inklusive neuer Collectibles. Zudem können sie auf drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden angegangen werden, wobei ich auf Normal durch das Spiel bin. Eine ganz interessante Neuerung ist außerdem mit verschiedenen Charakteren spielen zu können. Als Standard gibt es zunächst natürlich Mega Man. Ganz so, wie er auch im Original ist. Also ohne die Möglichkeit seinen Buster aufzuladen oder einen Slide hinzulegen, wie er es in den späteren Teilen erst lernen wird. Was sich schon teils etwas merkwürdig limitiert spielt, ganz besonders natürlich nach Maverick Hunter X. Durch das Beenden des Spieles wird allerdings tatsächlich ein alternativer Mega Man freigeschaltet, der genau jene Optionen liefert. Roll und Proto Man sind herunterladbare Charaktere. Und ganz besonders lässt sich sogar jeder einzelne Robot Master als Spielercharakter freischalten. Denn wenn sie ausschließlich mit dem Buster statt einer anderen Bosswaffe besiegt werden, schlägt man sie nur KO statt zu vernichten.

Allgemein ist das Spiel wesentlich knuffiger. Ich denke das war für Mega Man immer angedacht, wenn man sich die Charakterdesigns der Originale oder die Stilrichtung für 7 und 8 ansieht. Die limitierte Farbpallette der Pixelgrafik auf dem NES hat dem nur einen anderen Ton gegeben. Powered Up macht die Charaktermodelle nun allerdings SD-iger denn jeh, hat kunderbunte Stages und upbeate Musik zu bieten, und das Script und Voice Acting lassen sich auch voll auf den Saturday Morning Cartoon ein. Mich stört das absolut nicht, sondern ich fand es sogar ganz putzig. Mega Man Storylines sind eh alle ein wenig dämlich, da find ich es ganz gut, dass sich die hiesige selbst nicht ernst nimmt. Alten Fans mag das alles eventuell etwas zu kindisch daherkommen.

Weitere dankbare QoL-Neuerung sind zudem wie in Maverick Hunter X jederzeit aus einem Stage wieder rauswarpen zu dürfen oder zwischen den Wily Stages auf die Stage-Auswahl zurück zu dürfen und Speichern zu können. Auch werden die Bosswaffen nach einem Ableben komplett aufgefüllt, wer also bei einem Boss stirbt und dabei fast seine komplette Schwäche aufgebraucht hat, steht nicht plötzlich vor einem noch schwereren Kampf. Wem das alles zu viel ist, dem überlässt das Spiel übrigens zu Beginn die Wahl zwischen Powered Up und Classic. In letzterem geht es gegen die üblichen 6 Robot Mastser im gewohnten Stage-Layout und mit der NES-Musik, lediglich ist die grafische Darstellung weiterhin aus den Bausteinen des Remakes geholt.

Apropos Bausteine: Zu den neuen Collectibles gehören genau jene. Denn Powered Up bietet zusätzlich noch einen Level Builder, in dem man eigene Level aus den gefundenen Bausteinen zusammenbasteln oder von anderen Spielern gemachte Level herunterladen und bespielen kann.

Es ist also tatsächlich einiges an Content und Modernisierung in Mega Man: Powered Up hineingesteckt worden. Wieder etwas vergebliche Liebesmüh, denn auch dieses Remake verkaufte sich nicht gut genug, um weitere nach sich zu ziehen. Ich bin übrigens auch nur ein Mal mit Mega Man auf Normal durch das Spiel gegangen, mehr wollte ich dann doch nicht machen. Während jenes Durchgangs war ich aber meistens guter Laune.

Immer aber nicht. Was mir zumindest positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass Gegner nicht so plötzlich direkt am Bildschirmrand zu spawnen schienen wie in Maverick Hunter X. Das ist vielleicht dem geänderten Stage Design zu verdanken, welches sich einfach besser an den Widescreen der PSP anpasst. Was mir weniger gefallen hat, ist wie lange die Bosse nach einem Treffer unantastbar werden und das sie auch eine stärkere Spezialattacke drauf haben. Einige von ihnen waren so lange auf meinem Bildschirm nach einem Treffer nicht sichtbar, dass sie in mich hineinrennen konnten, ohne das mir klar war, wo sie sind. Insgesamt sind sie nicht so recht ausbalanciert, weil einige mit der Schwäche getroffen super trivial sind, während andere dennoch ganz schön Schaden verursachen können, sollte man nicht aufpassen. Und ganz ehrlich, an den Wily Stages hatte ich überhaupt keinen Spaß, weder beim Boss Rush noch bei den den neuen Bossen am Ende der Stages. Besonders der doppelte Wily Kampf oder der Yellow Devil waren unmöglich.

Dadurch komme ich zum Schluss, dass für mich Classic Mega Man wahrscheinlich wirklich einfach zu schwer ist. Mir fehlt die Geduld für solche Spiele. Powered Up war ganz nett, weil es eben viel modernisiert und Quality of Life einbaut, ich denke im Original wäre ich hier nicht weit gekommen. Und da es leider keine weiteren Remakes in diesem Stil gibt, lasse ich lieber die Finger von der Subserie.

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