Memories of Celceta

ava-2616Es ist vollbracht. Ich habe offiziell meine Lücke in der Ys-Hauptspiel-Reihe von Teil 1 bis 8 gefüllt bekommen. Der PS4-Port von Ys: Memories of Celceta hat es möglich gemacht. Endlich habe ich eine Variante von Ys 4 spielen können, nachdem ich vor Ewigkeiten die SNES-Version angewiedert schnell fallengelassen hatte und es nie genug Vita-Games gab, einen Kauf jenes Handhelds für mich zu rechtfertigen, obwohl Memories of Celceta einer der wenigen möglichen Kaufgründe auf der Liste war.

Interessanterweise gibt es allerdings vier Versionen von Ys 4. Dawn of Ys auf dem PC Engine, Mask of the Sun fürs SNES, Mask of the Sun: New Theory für die PS2 und jetzt eben Memories of Celceta für Vita/PC/PS4. Was an denen so interessant ist, ist die Tatsache, dass sie alle verschiedene Versionen der Ereignisse erzählen. Denn Falcom hatte Ausnahmsweise mal nicht ein PC-Original hingelegt, welches dann von anderen Firmen auf diverse Konsolen portiert wurde, wie dies üblicherweise der Fall war. Stattdessen haben Falcom eine generelle Outline an Story und Charakteren erstellt und dies dann an andere Firmen verkauft, auf das diese dann eine konkrete Ausarbeitung in ein Spiel vollziehen. Dadurch waren Dawn of Ys und Mask of the Sun, erstellt von verschiedenen Firmen, durchaus stark unterschiedlich. Und Taitos Remake New Theory basiert zwar auf der SNES-Version, veränderte allerdings wieder einige Dinge.

Somit hat es bis Memories of Celceta gedauert, welches fast 20 Jahre nach Dawn of Ys erschien, bis endlich eine offizielle und erneut abgeänderte Version der Ys 4 Story von Falcom selbst vorgelegt wurde. Welches aber netterweise in seinem Ending-Text erläutert, dass diese Aufzeichnungen von Adols Abenteuer besonders vage gehalten sind und deswegen die genauen Abläufe nur eine theoretische Interpretation dessen sind. Als direkten Bezug darauf, dass alles Versionen von Ys 4 unterschiedlich aber doch irgendwo legitim sind.

Ich habe es übrigens auf der PS4 gespielt, auch wenn man das optisch nicht gemerkt hat, da das Spiel aussieht wie ein PSP-Spiel. Allerdings ist Memories of Celceta ja auch eine Portierung… eines Spieles von der Vita. Und ich dachte, VIII wäre unter seinen Möglichkeiten geblieben. Besonders gut scheint der Port auch nicht zu sein, trotz der mauen Grafik auf einer PS4 Pro kam es im Baumhausdorf zu Einbrüchen in der Performance. Glücklicherweise ist es dort nicht so schlimm als an wichtigeren Stellen wie den Action-Kämpfen. Dann kommt noch dazu, dass die Textboxen im Spiel so komisch mal ganz rechts und mal ganz links am Bildschirmrand liegen, aber nicht die volle Breite ausfüllen, sondern jeweils an gegengesetzten Rand Lücke bleibt. Das ist glaube ich schon so gewollt, wirkt aber nicht so. Insgesamt macht dadurch Memories of Celceta leider den Ersteindruck eines sehr billig hingekatschten Produkts.

Dafür ist die Handlung allerdings richtig gut. Für ein Ys-Spiel. Meist sind die ja relativ lapidare Gründe, warum die Action stattfindet, mit Glück bestückt mit sympathischen Charakteren. Aber in der Regel nicht wahnsinnig auf sich selbst gesehen mitreißend.

Diesmal geht es darum, dass Adol strandet. Allerdings nicht mit einem Schiff an einer Küste wie sonst, sondern am Rand des gigantischen Waldes in Celceta. Er hat partielle Amnesie gegenüber der letzten Ereignisse, trifft aber glücklicherweise auf Duren, der ihn kennt. Von der Governeurin bekommen die beiden den Auftrag den Wald zu kartographieren, was sich anbietet, weil die beiden so auch auch herausfinden können, was Adol dort getrieben hat. Wie sich herausstellt eventuell nichts Gutes, denn jedesmal, wenn sie auf ein Dorf treffen, sind die Einwohner Adol gegenüber nicht wohlgesonnen. Nur weiß Adol halt nicht, was er angeblich angerichtet haben soll.

Ich meine das sich herausstellt, dass Adol letztendlich nichts falsch gemacht hat, sollte jedem klar sein. Dennoch war es mal eine interessante Aufmachung diesem Mysterium zu folgen, warum alle Adol nicht mögen, was geschehen ist, und was es mit den Gott Eldeel auf sich hat. Ich war tatsächlich daran interessiet, was als nächstes geschieht.

Das Spiel sieht dabei nicht nur aus wie Ys Seven auf der PSP, sondern spielt sich im Prinzip auch so. Wir sind immer noch in einem flotten Action-RPG und wie in den neuesten Teilen spielen wir nicht nur Adol, sondern eine Dreiergruppe von Gefährten. Davon werden sich am Ende sechs zusammentun, allerdings doppeln sich immer zwei von ihrer Waffenart her. Es ist allgemein ganz zuträglich, von jeder der drei Arten einen Mitstreiter im Team zu haben, weil so immer auf jenen gewechselt werden kann, dessen Waffe die jeweilige Gegnerschwäche ausnutzt. Abgesehen davon hat allerdings auch noch jeder Charakter eine Spezialeigenschaft, die für das Lösen einiger Puzzle nötig ist, statt dies ausschließlich über gefundene Gegenstände zu tun. Praktischerweise kann jederzeit im Menü das aktuelle Team angepasst werden.

Dazu ist teilweise auch Backtracking durch den Wald nötig, besonders wenn alles gefunden werden soll. Das stellt sich zunächst als leicht enervierend heraus, weil der Wald echt groß ist und man sich schnell verläuft. Es wird dadurch zunächst etwas eliviert, dass Teleportsteine, an denen man auch komplett geheilt wird, gefunden werden. Dort kann zunächst allerdings nur zwischen denen gleicher Farbe gewarpt werden, es dauert noch etwas länger, bis die Teleportation wirklich Schrankenfrei ist und das hin und her hechten für die Sidequests und durch neue Gegenstände erreichbare Schatztruhen wirklich angenehm wird. Aber dafür sind die Sachen ja zum Großteil optional, extrem viel forciertes Backtracking gibt es nicht, beziehungsweise zumindest nicht häufig oder weit.

Ys: Memories of Cleceta hat mal wieder genau das vollbracht, weswegen ich Ys spiele. Es war ein schnelles und spaßiges Action-Feuerwerk, bei denen sich der Rotschopf und seine Truppe in netten Anime-Designs durch die reichliche Monsterwelt schlagen. Diesmal sogar mit einer Handlung über dem Durchschnitt und wie immer natürlich einer geilen Mucke. Mit ungefähr 20 Stunden ist es außerdem nicht überzogen lang.

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