All Through the House

Frohe Weihnachten oder was sonst so gerade im Hause oder unter der Brücke gefeiert wird! Wie lässt sich denn ein Tag der Familie und Besinnlichkeit am besten feiern? Mit ein bisschen Mord natürlich. Im Weihnachts-Slasher All Through the House von 2015 zum Beispiel.

Rachel kommt zum Weihnachtsfest nach längerer Zeit endlich wieder in die Nachbarschaft zurück, in der sie aufgewachsen ist, um mit ihrer Großmutter zu feiern. Und ein Geschenk für ihre Mutter dazulassen, denn über deren Tod ist sie nie hinweggekommen und hat dies seither zur Tradition gemacht. Rachels Mutter ist allerdings nicht der einzige mysteriöse Tod, der die beschauliche Nachbarschaft heimgesucht hat. Vor 15 Jahren ist auch der Mann der Nachbarin tot aufgefunden worden und die Tochter, die wegen einer Krankheit eigentlich immer im Haus geblieben ist, spurlos verschwunden.

Darum haben sich natürlich so einige Gerüchte gerankt, aber nach über einer Dekade nimmt das eh keiner mehr so ganz ernst. Man hat für die Exzentrik der Nachbarin gegenüber halt ein wenig Gutmütigkeit übrig, weil sie diese Schickshalsschläge scheinbar nie überwunden hat. Da hinterfragt man auch die unheimlichen Mannequins, die sie als Festtagsdekoration im ganzen Haus aufgestellt hat, nicht.

Als Rachel mit ihren Freundinnen allerdings helfen sollen, das Haus der Nachbarin zu dekorieren, weil sie noch was vorhat, geraten die drei prompt an einen Killer im Weihnachtsmannkostüm, der seinen Opfern mit einer Gartenschere zu Leibe rückt.

All Through the House ist ein sehr erheiternder Film. Ich gehe schon mal direkt davon aus, dass das hier ein Indie-Film ist, der wahrscheinlich nur auf Festspielen lief, bevor er fürs Heimvideo vermarktet wurde. Denn er wirkt etwas… ich will mal sagen billig, auch wenn ich das nicht vollends negativ finde. Die klar budgetierte Optik, die Kameraführung, und das mäßige Schauspiel haben zumindest diesen eindeutigen Geruch von einem Studentenfilm oder ähnlichen Amateurwerk. Dazu dann noch das Make Up der Mädels, durch das sie zusammen mit der schauspielerischen Leistung so erscheinen, als hätte jemand Porno Starlets für die Rollen verpflichtet.

Das ist übrigens ein guter Stichpunkt. Denn tatsächlich bestehen gefühlt 90% des Filmes daraus, dass Pärchen super scharf aufeinander sind und am Weihnachtstag unbedingt kinky Sex miteinander haben wollen. Und der Mörder riecht das scheinbar wie ein Hund die Fährte, so dass er prompt auftaucht, um den Mädels in die Brust zu stechen und den Kerlen den Schwanz abzuschneiden. Der Film hat eine gewisse Obsession für den Mord zur Beischlafverhinderung und der Entmannung der Opfer… und das nicht ohne Grund, wie man sich schnell durch einiges Forshadowing denken kann.

Ist auf jeden Fall ganz amüsant, dass scheinbar die ganze Nachbarschaft nicht mit ihren Familien zu Weihnachten zusammen ist, sondern nur mal wieder richtig gut vögeln wollen und ihnen das zum Verhängnis wird. Außerdem dekorieren alle ihre Häuser als wäre es Halloween, kein Wunder das niemand die Mannequins der Nachbarin merkwürdig findet.

All Through the Houses ist definitiv ein Film, der von einem Slasher-Fan gemacht ist. Denn er hat viel von 80er-Exploitation. Er wird ziemlich blutig, wie gesagt gibt es auch mal nackte Haut zu sehen, und die ganze Hintergrundgeschichte ist ziemlich in der Sleepaway Camp Generation anzusiedeln. Wie gut man jenen (vorhersehbaren) Twist findet, muss natürlich selbst entschieden werden. Ich nahm es wenig angreifend auf. Es ist halt ein etwas überholtes Klischee, aber der Film will eben genau jene Hochzeiten des Slashers wieder auferleben lassen. Und das schafft er in ganz launiger Art und Weise auf jeden Fall, denn langweilig wird er nie.

Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: