Vampire Hunter D XXIV & XXV

Willkommen zurück beim Halbvampir, der Vampire jagd, in seiner neunzehnten und zwanzigsten Jagd auf Vampire. In der US-Auflage Band Nummer 24 und 25 dann. Ein Viertelhundert ist voll, und wir haben bei der jährlich erscheinenden Reihe gerade mal auf das Jahr 2008 aufgeschlossen. Ich glaube ab jetzt lasse ich es dabei auch bleiben.

In Throng of Heretics erwachen die Überlebenden des Zeno-Vampirclans, nachdem vor Jahrhunderten die örtliche Bevölkerung einen Großteil von ihnen dahingemeuchelt hat. Die sind also auf Rache an deren Nachkommen aus. Darunter auch der Bürgermeister der Stadt, der zum Schutz mehrere Vampirjäger angeheuert hat. Dummerweise ist seine Tochter auch gerade auf dem Weg vom Studium in der sicheren Hauptstadt zurück in die Heimat und wird prompt entführt. Letztendlich führt es D in den ewiglich einsam und verlassen durch die Gegend fahrenden High-Tech-Zug des ehemaligen Lords zum Showdown.

Bei Undead Island ist es hingegen so, dass in unmittelbarere Nähe eines Fischerdorfes eine verbotene Insel liegt. Dort hat es mal einige Bewohner durch die Sirenenrufe der Vampirnobilität hingezogen, die nie wieder aufgetaucht sind. Aktuell ist dies wieder geschehen, und bevor die Dörfler zu unsterblichen Vampirsklaven gemacht werden können, macht sich ein Rettungstrupp auf den Weg auf die Insel. Auf der auch D in Privatangelegenheit ist.

Interessant an den Geschichten ist natürlich wie immer nicht der Charakter von D an sich. Der unsterbliche, unbesiegbare, wunderschöne Superdhampir, dem niemand das Wasser zu reichen gewachsen ist. Oder auch nur das Recht besäße mit dem Gedanken an Wasser in seiner generellen Nähe aufzutauchen. Aber das sich an den elementaren Fehlern der Reihe nach zwanzig Geschichten was ändert, habe ich nicht erwartet. Ausnahmsweise ist es sogar zumindest mal Story-relevant. Denn die Tragödie zwischen Vampirgräfin und ihrem unsterblichen Gemahl in Undead Island geht darauf zurück, dass D den Kerl zum Cuck gemacht hat, da die Gräfin D nicht wiederstehen konnte.

Ansonsten sind es eher wieder die Nebencharaktere und wann immer sie ins Zentrum der Geschehnisse kommen, am Besten noch nachdem sie von ihrem Superretter D getrennt wurden, bei denen Leben in die Geschichte kommt. Die agieren immerhin nicht im God Mode und dürfen sich sogar zu Emotionen hinreißen lassen. Gerade der Junge, der in Throng of Heretics alles darum gibt, die Tochter der Bürgermeisterin zu retten. Sowie das toughe Mädel in Undead Island, das sich in die Rettungstruppe eingeschlichen hat.

Eine weitere Sache, die in den beiden Geschichten mal wieder etwas stärker mitschwingt, ist die gewisse Einsamkeit und Traurigkeit, die bei der Nobilität mitschwingt. Die Unsterblichen, die im Größenwahn kolossale Schlösser und Anlagen bauten. Alle hypertechnologisiert aber im romantischen Vampirlook. Und dann doch dem Untergang anheimgefallen sind, teils gar nicht unwillentlich. Jetzt nur noch vereinzelt aus Zeit und Macht gelöst in ihren ehemaligen Festungen hausend, überall weiterhin funktionierende aber nicht mehr gebrauchte oder verstandene Mechaniken hinterlassend. Gerade der gigantische Zug mit seinen nur zwei übriggebliebenen Vampirpassagieren ist hier ein gutes Beispiel für diese Atmosphäre.

Was in Sachen Throng of Heretics übrigens noch erwähnenswert ist, ist die Veröffentlichung. Das war nämlich, bevor es in einen Sammelband gefasst wurde, ein Phone Novel. Die gerade in Japan unter jungen Erwachsenen beliebte und Anfang des Jahrtausends aufgekommenen Phone Novels sind im Prinzip Fortsetzungsgeschichten, die wöchentlich um ein paar Seiten erweitert eben über den Handyanbieter aufs Mobilgerät geladen werden konnten. Das verändet natürlich die Struktur wesentlich, da nun jedes dieser Teile einen gewissen Biss haben muss und die Geschichte in kleineren Etappen geschrieben wird, dafür aber zu regelmäßigen Deadlines fertig sein musste. Kikuchi scheint im Nachwort das nicht super überzeugt zu haben. Und ganz ehrlich gesagt hinterlässt die Geschichte auch das Gefühl, nicht gut durchgeplant, sondern eben so nach und nach spontan erweitert worden zu sein. Es fehlt hier etwas an der Throughline.

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