Rumic World IV: Mermaid Forest

Wir kommen in das Finale der Rumic World. Mit der Verlängerung des Rumic Theatres. In der zweiten Hälfte bekam die TV-Serie nämlich den Untertitel Mermaid Forest, da sich die nächsten 13 Folgen Rumiko Takahashis Mermaid Saga annahmen. Wie das bereits in den frühen 90ern mal in 2 OVAs geschehen ist. Nur diesmal halt eine Folge pro Manga-Kapitel.

13 Geschichten macht das diesmal allerdings nicht, da Mermaid Saga nicht nur aus Einzelkapiteln besteht, sondern einige Handlungen Zweiteiler sind. Abgesehen davon sind sowieso nur die ersten 11 Folgen im japanischen Fernsehen gewesen. Die finalen beiden, Mermaid’s Scar, gab es erst auf der DVD-Auswertung.

Was wir uns hier annehmen, ist der Legende, dass der Genuss von Meerjungfrauenfleisch ewiges Leben und Jugend verspricht. Leider in der Regel nicht weitergegeben wird die Tatsache, dass nur sehr wenige Menschen den enormen körperlichen Wandel ertragen. Die meisten sterben entweder am Gift des Fleisches oder werden zu Monstern. Yuta ist einer der wenigen, die überlebt haben und ist nun auf der Suche nach weiteren Meerjungfrauen. Weil die ihm angeblich sagen können, wie er wieder zu einem Normalsterblichen wird. Nach hunderten von Jahren ist Yuta die Unsterblichkeit nämlich leid. Selbstmord ist allerdings dennoch nicht sein Stil (die Abtrennung des Kopfes überleben selbst Unsterbliche nicht), sondern er möchte gepflogen ein normales Leben leben und an Altersschwäche sterben dürfen.

Seine Reise bringt ihn nun zu so einigen mehr oder weniger Unsterblichen. Beispielsweise Mana, die als Opfergabe für Meerjungfrauen gezüchtet und von Yuta befreit wird. Endlich hat er eine unsterbliche Reisegefährtin und ist nicht mehr alleine. Später treffen die beiden beispielsweise auf jemanden, der durch Meerjungfrauenblut ewige äußerliche Jugend erfuhr, innerlich aber altert und sterben wird. Eine Leiche, die über Meerjungfrauenasche wieder zu Leben erweckt wurde, und nun ein Zombie ist. Allgegenwärtig ist der Sirenengesang der Unsterblichkeit, für die Menschen alles mögliche tun würden. Und die Realität von tatsächlich Unsterblichen, die dem langen Leben müde sind oder durch es innerlich zu empathielosen Monstern wurden.

Die Mermaid Saga ist Horror, klar. Aber geht doch wesentlich mehr auf das Drama und die Tragik der jeweiligen Einzelschicksale ein. Ich finde es ja immer sehr interessant, dass Geschichten über Unsterblichkeit fast immer zum Schluss kommen, dass jene nicht erstrebenswert ist. Ich denke mal, wir als eben endliche Lebensform hören das ganz gerne. Jedenfalls ist die Mermaid Saga auf jeden Fall erfahrenswert. Als der düstere Original-Manga von Takahashi zum Beispiel. Oder die beiden Geschichten Mermaid Forest und Mermaid’s Scar in der animierten Version aus den 90ern.

Als TV-Serie hingegen schon weniger. Hier will nämlich mal absolut keine Stimmung aufkommen. Das Ding sieht schon grundsätzlich mal absolut schrecklich aus. Die Zeichnungen sind unsauber und die ganze Angelegenheit ist schlechter animiert als die erste Pokemon TV-Staffel. Hin und her geschobene und gezoomte Standbilder en masse. Die Geschichten sind relativ unblutig und alle in den gleichen ausgewaschenen aber zu hellen Farben gehalten, weswegen auch gar keine düstere Atmosphäre aufkommen will. Die Ausnahme ist tatsächlich Mermaid’s Scar, die DVD-exklusiven Folgen, die besser animiert und richtig schön blutig und düster sind. Aber immer noch dem Vergleich mit der 10 Jahre älteren OVA-Version der gleichen Geschichte nicht standhalten können.

Es ist einfach so, dass die TV-Variante unglaublich unambitioniert wirkt. Wie eine schnell dahingeschluderte Auftragsarbeit, an der keiner einen besonderen Gefallen gefunden hatte. Und das hat das Werk echt nicht verdient gehabt.

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