Halloween 2018

Hallo zurück, Halloween! Lange ist es her. Ganze acht Jahre, um genau zu sein, als ich mich durch alle elf Filme der Franchise geschaut habe. Ebenfalls im Halloween-Monat. Aber auch real gesehen, immerhin war Rob Zombies Halloween II von 2009. Es dauerte also fast zehn Jahre bis es zu einem neuen Teil kam. Der erneut schlicht Halloween betitelt ist. Und ganz wie im Film zum 20-jährigen Geburtstag, H20, kehrt auch zu dem fürs 40-jährige Jubiläum niemand anderes als Ur-Scream-Queen Jamie Lee Curtis in der Rolle als Laurie Strode zur Franchise zurück!

Denn der neueste Soft-Reboot ignoriert schlichtweg alle vorigen Filme abgesehen vom allerersten. Wo Michael Myers aus der Psychiatrie ausbrach, um Leute in seiner alten Nachbarschaft umzubringen, und dabei auch auf Babysitterin Laurie traf. In der hiesigen Timeline wurde er anschließend wieder eingewiesen und ist seit vier Dekaden weggesperrt.

Laurie hat allerdings ihr Trauma vom Boogieman nie überwunden. Die Beziehung zu ihrer Tochter und dadurch auch Enkelin ist gestresst, da Laurie sie in Angst vor dem Schreckgespennst erzogen hat. Mit Waffentraining und Verbarrikadierung im eigenen Haus. Bis man ihr die Tochter wegnahm, die sich nun ein weitestgehend normales Leben aufgebaut hat. Solange ihre Mutter Laurie nicht wieder eine ihrer Episoden bekommt. Wie gerade jetzt, da Michael verlegt werden soll.

Was natürlich prompt zum Ausbruch führt. Was natürlich prompt dazu führt, dass Michael wieder in seine alte Nachbarschafft zurückkehrt. Was natürlich prompt wieder dazu führt, dass er an die drei Stroude-Frauen gerät, die sich aber zu wehren wissen.

Der Film versucht sich also wieder eher simpel zu halten wie der Erstling. Die Motive für Michaels Morden sind unerklärlich, der Grund warum er wieder in der Nachbarschaft auftaucht simpel. Er kennt ja nix anderes außer sein altes Heim. Dass er mit Laurie verwandt sein soll wird als von der Presse entwickelter Unfug abgecancelt. Wenn die Familie was weiter weggezogen wäre, hätten die Stroudes wahrscheinlich diesmal gar nichts mit ihm zu tun, denn Michael sucht sie nicht gezielt heim, sondern stolpert eher in sie. Ja man könnte sogar sagen das Laurie ihn in iherer Besessenheit jagd, statt andersherum.

Die einzige Sache, die den Film etwas komplexer macht, sind die Familienverhältnisse von Laurie. Die sind eigentlich schnell erklärt. Und ich finde es auch cool, dass die drei toughen Frauen im Finale gemeinsam gegen Myers angehen können und sich von ihrer Angst emanzipiert haben. Doch es bringt auch mit sich, dass der Film stellenweise etwas unfokussiert wirkt. Weil er mal Laurie, mal Tochter Karen, mal Enkelin Allyson folgt. Etwas mehr Fokus auf einer davon wäre schön gewesen. Und vor allem weniger auf Allyson, die nämlich hochgradisch unsympathisch ist.

Tatsächlich war es sogar richtig erfrischend wie gut eigentlich jeder im Film miteinander auskommt. Nachdem sich in Rob Zombies Halloweens scheinbar niemand wirklich leiden konnte. Hier sind alle recht nett zueinander, selbst Karen und Laurie trotz ihres gespannten Verhältnisses. Zumindest bis der Film eine Ausrede braucht, um Allyson von ihren Freunden auf der Halloween-Party zu trennen, damit sie alleine auf Michael stoßen kann. In dem nämlich aus dem Nichts ein Streit mit ihrem Partner vom Zaun gebrochen wird und ihr bester Freund ihr unangenehme Avancen auf dem Nach-Hause-Weg macht. Die Szenen wirkten deplaziert, sind so Klischeehaft wie schrecklich gewesen, und waren glaub ich mit Schuld daran, dass ich Allyson wenig leidern konnte.

Zusätzlich interessant in diesem Back to the Roots ist auch, dass sich Halloween (2018) wohlig altmodisch gebärt. Tatsächlich könnte der Großteil der Szenen so auch in einem Slasher aus den von Halloween so geprängten 80ern geschehen. Abgesehen von der einen Szene, die erklären muss, warum Allyson kein Handy dabei hat, strukturiert er sich ansonsten schön klassisch. Schön bodenständig. Düster und brachial. Keine unnötigen Schnörkel oder Effekthascherei. Einfach gute alte Slasher-Kost, wie wir sie heutzutage sonst gar nicht mehr geboten bekommen.

Ich muss eingestehen, dass ich nicht der Super-Fan von Halloween (1978) damals war. Weil ich ihm schon eine klassische Einfachheit zugestehe, die mittlerweile fast edel wirken mag, ich ihn aber dann doch so simpel fand, dass der Spannungsbogen für mich nicht immer da war. Abgesehen von einem kurz diffusen Mittelteil konnte mich aber ein ähnlich bodenständiger und geradlinig gehaltener Halloween (2018) sehr gut unterhalten. Weil ein bisschen mehr dran ist an ihm dann doch. Ich habs echt genossen.

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