Waxing Nostalgia: 10 Years on WordPress, a too Personal Account

Das Unvorstellbare ist geschehen. Ich bin seit 10 Jahren hier auf WordPress vertreten. Der eigentliche erste Eintrag war am 27.09.2010. Wo ist nur die ganze Zeit geblieben? Je älter man wird, um so schneller fließt das ineinander. Wer mir auf Twitter folgt, erinnert sich eventuell noch an April. Da hatte ich eine besonders starke Nostalgiephase und mich an all die Zeit erinnert, die im sich ständig wandelnden Internet an mir vorbeigezogen ist, ohne es richtig gemerkt zu haben. Außerdem hatte ich vor 5 Jahren bereits mal einen Beitrag zu meinen 15 Jahren im Internet verfasst.

Nun gehört das Blog auch hierzu. Eigentlich habe ich es einfach mal so bereits in 2004 gestartet, damals war das aber noch ein hauptsächlich persönliches Live Journal, wie das zur Zeit nicht unüblich war, das kaum geupdated wurde, weil ich noch nie viel über mich persönlich gesagt habe. Ich finde mich einfach viel zu langweilig, wen interessiert das also schon? Irgendwann bin ich auf Myblog gezogen und dort gab es ab 2006 etwas mehr zu lesen, richtig durchgestartet hat es aber eher so ab 2008. Sicherlich auch damit einhergehend, dass ich Mitte 2008 offiziell meine Anime-Manga-Homepage schloss. Damit war nur noch das Blog übrig als die Stelle, wo ich meine Gedanken zu meinem viel zu hohen Medienkonsum niederschreiben konnte. Da gab es dann so richtig Reihen wie die Godzilla Mondays, Lone Wolf Wednesdays oder Femal Prisoner Fridays, wo ich mich duch all diese Reihen schaute. Die Superhero Sundays waren ebenfalls ursprünglich von dort. Auch die Adventure (Game) Weeks stammen bereits von hier. Ich weiß gar nicht, ob man das alte Blog und seinen Content überhaupt noch erreichen kann. Seit Jahren wird Myblog als potentiell gefährdent bei mir im Browser abgeblockt. Jedenfalls war ich für einige Jahre dort, über die mir MuadDib schon reichlich dazu geraten hatte, doch mal auf eine bessere Plattform zu ziehen. Kurzerhand war es im September 2010 dann soweit.

Ich habe keine Ahnung, ob ich auf die 10 Jahre wirklich komplett stolz sein sollte. Es ist natürlich schön, dass ich etwas so konstant durchgezogen habe. Aber ob es für mich immer das Beste war, bezweifle ich manchmal. Vielleicht aber doch, lässt sich schlecht sagen. Im Leben kann man sich ja nie die „Was wäre wenn…“-Alternativen ansehen wie das in Videospielen der Fall ist.

Lasst uns nämlich ausnahmsweise Mal zu den Live-Journal-igen Zeiten zurückkehren und doch etwas über mich persönlich schreiben. Ich war schon immer eher introviertiert und habe lieber zu Hause gehockt. Teilweise dank Depression sogar das Haus lange gar nicht verlassen. Bekanntschaften nicht geschlossen oder nicht aufrecht gehalten. Da hat man natürlich viel Zeit für den hobbyistischen Medienkonsum und darüber zu schreiben. Die meiste Zeit war ich auch leidlich zufrieden damit. Insular überlege ich allerdigns auch, ob es wirklich so gut war, mich lange auf sonst nichts konzentriert zu haben. Hat das Bloggen mir also wenigstens irgendwas zu tun gegeben oder mich nur im Fehlverhalten bestärkt? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Ich hatte dazu ehrlich gesagt auch nie besonders hohe Ansprüche oder Ambitionen, sondern schreibe locker von der Leber runter, was mir gerade so einfällt. Ich stamme noch aus Zeiten, als Blogs so eine persönliche Gedankenkotzerei waren. Wo noch nicht ausgeklügelt war, zu welchen Zeiten und wie häufig wie konstant geupdatet werden muss, um möglichst viele Leser zu halten. Mittlerweile gehen viele Blogs ja wesentlich stärker gegen Special Interest oder Essays zur popkulureller Relevanz etc. Das finde ich super und interessant, aber es ist nicht meine Art. Ich habe einfach gern für mich meine Gedanken niedergeschrieben und diese dann online geteilt. Umso besser, falls doch ein oder zwei Persönchen Interesse haben. Das war schon auf meiner privaten Homepage so. Für viele würde es sich sicherlich nicht lohnen ein Blog mit meinen Zugriffszahlen für zehn Jahre aufrecht zu halten.

In den zehn Jahren ist eine Menge Wasser den Bach runtergeflossen. Immerhin hat das Blog über 2000 Posts in der Zeit gesehen. Es gab die Ghibli Sundays, die in Disney und Pixar Sundays übergingen. Wo ich deren ganzes Animations-Ouvre schaute. Wir hatten die mittlerweile eingeschlafenen Universal Monsters, um die klassischen Horrorfilme des Studios zu beschauen. Es gibt Handheldliebe im Sinne der GameBoys Obscurities oder des GameGearings. Und auch die Spiele vom WonderSwan (Color) und VirtualBoy habe ich mir angeschaut. Ich entdeckte Resident Evil für mich, genauso Monster Hunter. Oder Dating Sims. Es gab Star Wars Wochen, Hai Wochen, David deCoteaus Schaffenswerke wurden viele besprochen. Bei der Four Job Fiesta machen ich seit Jahren jeden Sommer mit. Im Sinne von weiteren Challenges gab es ein paar Nuzlocken. Die Halloween-Monate inklusive der Adventure Weeks haben ebenalls weiterhin festen Bestand. Ganz wie zu anderen Feiertagen, aber mindestens Weihnachten, thematisch relevante Horrorfilme zu schauen. Es gab ein Jahr mit Animal Crossing: New Leaf, welches ich gerade versuche mit New Horizons ebenfalls durchzuziehen. Oscar-Wochenenden, Verhoeven und Kubrick Werke, Wizardry, World Masterpiece Serien, Vampire Hunter Ds, die Mother Trilogie, Junji Ito Manga, Buffy und Sailor Moon Rewatches, das Year of Breath of Fire, und und und. Und am Anfang eines jeden Jahres gibt es einen kleinen Rückblickspost über das vorige, an dem man gut nachvollziehen kann, was die Blogschwerpunkte waren.

Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle auf jeden Fall noch mal bei allen bedanken. Diejenigen, die das Blog lesen. Diejenigen, auch wenn sie es nicht mehr mitbekommen, die es mal getan haben. Diejenigen, die sporadisch mal lesen, weil ich eh viel zu viel schreibe. Diejenigen, die nur durch eine Suchmaschine mal kurz hier gelandet sind. Diejenigen, die noch immer kommentieren (ich bin da selbst absolut schlecht drin bei den Blogs, die ich lese). Diejenigen, mit denen ich mal Kontakt hatte und der leider abgebrochen ist. Diejenigen, die noch aktiv sind. Die, die es in Zukunft sein werden.

Prost auf diesen 10-Jahre-Monolithen an vergangener Lebenszeit meinerseits mit Namen zuckerl & zynismen.

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3 Kommentare

  1. Rothemd

     /  25. September 2020

    Ich danke dir für mehr als zehn Jahre toll und unterhaltsam zu lesender Einträge sowie massenweiser Vorstellungen manchmal mehr und manchmal weniger skurriler Videospiele. :)

    Dein Blog, bzw. beide Blogs, waren und sind eine wirklich schöne Konstante und ich freu mich nach all den Jahren immer noch wenn es wieder etwas Neues zu Lesen gibt. Deswegen gilt dir auch mein größter Respekt, dass du es geschafft hast, so ausdauernd und mit solch einer Frequenz gehaltvolle Einträge zu schreiben.

    An dieser Stelle proste ich ebenfalls virtuell zu und hoffe, dass dein Blog uns noch eine Weile erhalten bleibt.

    Beste Grüße zum Jubiläum,
    Rothemd

    Antworten
  2. Interessanter Beitrag. Ich musste zunächst an den World Masterpiece Theater-Beitrag denken, der ja einen sehr ähnlichen Titel vorzuweisen hat.

    Im Laufe meiner Bloggerzeit bin ich vielen Blogs begegnet und habe auch nicht wenige von ihnen abonniert. Inzwischen sind viele von ihnen wieder vergangen und auch wenn ich längst nicht mehr so viel kommentiere – nicht zuletzt wegen meiner mangelnden Aufmerksamkeit – bist du der einzige Autor eines Blogs, den ich immer noch regelmäßig verfolge. Ich kann natürlich nicht für die breite Masse sprechen, aber für mich persönlich liegt es nicht allein an deiner konstanten Schreibwut, sondern vielmehr an deinem breiten Themenspektrum und deiner unterhaltsamen Schreibweise, wieso ich dir bis zum etwaigen Ende deines Hobbies als Leser die Treue halten werde.

    Da ich ja auch nun ein wenig auf die Person hinter den Texten blicken konnte, muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich deine enormen Fortschritte als ziemlich beeindruckend empfinde. Du kannst da mit Fug und Recht Stolz auf dich sein. Das schaffen nicht viele Menschen.

    Jedenfalls danke an dieser Stelle auch dir für deine Texte. Möge deine Schreiblust noch viele Jahre anhalten!

    Antworten
  3. Wow, zehn Jahre sind es jetzt schon! Da sage ich natürlich: Herzlichen Glückwunsch! Sowas konstant durchzuziehen ist echt eine Leistung. Auch wenn du Zweifel deswegen geäußert hast ist so ein kreatives Hobby doch eine schöne Sache. Und ob man mit weniger Fokus auf zurückgezogene Aktivitäten wirklich mehr soziale Kontakte pflegen würde, stelle ich mal in Frage :D

    Für mich ist zuckerl & zynismen eine der inzwischen rar gewordenen Inseln aus der damaligen Zeit des Internets, wo Content noch persönlicher, lockerer und hauptsächlich in Textform vorhanden ist. Von jemandem mit halbwegs vergleichbarem Geschmack einen Take zu einem Medium zu lesen, das mich auch interessiert, Ist immer noch meine liebste Art von Online-Inhalten.

    Daher hoffe ich, dass du auch die nächsten Jahre als Lieferant von Blogtexten erhalten bleibst, aber natürlich nur, solange du weiter Freude daran hast.

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