Tatort Giftschrank: Tod im Jaguar

Wir springen nun wieder ein paar Jahre weiter, sind beim 335. Tatort Mitte 1996 angekommen. Ein weiteres erfolgreiches Jahr für den Giftschrank, landete später doch noch eine zweite Folge daraus in ihm. Aber zunächst einmal zu Tod im Jaguar, dem ersten Tatort des Berliner Ermittlungs-Duos Roiter und Zorowski.

Roiter ist ganz frisch aus Frankfurt nach Berlin gekommen und wird von einem Freund erst Mal der High Society der Stadt vorgestellt, in dem er zur großen Gebrutstagsfeier des bekannten jüdischen Gechäftsmannes Prestin eingeladen wird. Der nimmt sich Roiter auch gleich zur Seite, und meint, er würde neuerdings bedroht werden. Nachdem Prestin zum Verlassen der Feier in sein Auto eingestiegen ist, fliegt das auch sofort in die Luft.

Nun beginnt also die Mordermittlun Prestin. Wer hat ihn bedroht und warum? Wo kam der Sprengstoff her? Wer erbt das ganze Geld? Und was hat es mit dem Savigny-Kreis zu tun, in dem nicht nur Prestin, sondern auch andere Geschäftsmänner und Politiker sich austauschten?

Die Tochter und ihr Ehemann können beispielsweise nicht erben, da Prestin mit der Ehe nicht einverstanden war und sie enterbt hat. Gleichzeitig hat Prestin aber weiterhin Geschäfte mit dem Ehemann am Laufen, der mehrere Baustellen in Berlin führt. Aber eigentlich pleite ist. Staatssekretär Bernbeck, Teil des Savigny-Kreises, drängt hingegen darauf in der Neo-Nazi-Szene zu ermitteln, da sich Prestin stark öffentlich gegen Antisemitismus ausgesprochen hat. Eventuell weiß auch die Bekannte Katharina Lefevre etwas, doch hier scheint Roiter mehr an Candle-Light-Dinners mit der Dame interessiert zu sein. Als dann noch rauskommt, dass Prestin über die Schweiz im Waffenhandel steckte, wird alles nur noch undurchsichtiger.

Tod im Jaguar ist definitiv einer der komplexeren Giftscharnk-Tatorte. Es gibt eine Vielzahl and Charakteren und persönliche öffentliche und geheime Verwicklungen untereinander. Im Kreis der Reichen und Schönen hat ja sowieso jeder ein wenig Dreck am Stecken, um in die Position gekommen zu sein, in der sie sich befinden. Durch die milchglasige Optik, weil der Tatort via Betacam aufgezeichnet ist, hat das ganze Unterfangen dadurch einen starken Einschlag einer Soap Opera. Wer mit wem warum und so. Langweilig wird es jedenfalls nicht. Wobei ich es echt kurios finde, wie häufig die Ermittler in diesen alten Tatorten mit einer Zeugin oder Tatverdächtigen anbandeln.

Was neben der für viele billig aussehenden Optik übrigens kritisiert wurde, ist der antisemitische Unterton. Der ist nicht bewusst und absichtlich da. Aber das hier hauptsächlich in Kreisen von reichen Juden ermittelt wird, die dann auch noch über ihre eigenen Organisationen und Stiftungen dicht miteinander vernetzt sind und im Geheimen Geschäfte und Pläne schmieden… spielt halt einigen sehr unschönen Stereotypen zu. Tod im Jaguar befindet sich bis Heute im Giftschrank.

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