Level 5 Guild: Weapon Shop de Omasse

Weapon Shop de Omasse ist ein kleiner Spezialfall im Guild-Lineup. Das Spiel stammt nämlich zwar aus der Guild 01, ist aber dennoch von allen zuletzt im Westen herausgebracht worden. Weil ihm zunächst keine hohen Erfolgschancen angerechnet wurden im Vergleich zum hohen Textanteil und somit Lokalisationsaufwand des Spieles. Außerdem ist der Designer hinter Weapon Shop de Omasse ausnahmsweise niemand aus der Gaming-Branche. Yoshiyuki Hirai ist Comedian in einem japanischen Comedy-Duo.

Als ich zunächst vom Spiel hörte, bildete sich bei mir im Hirn natürlich sofort die Brücke zu Dragon Quest IV, Atelier und Recettear. Sprich für mich war eigentlich klar, dass dies eben eine Ladensimulation ist, bei der es darum geht, den Leuten diverse Waffen anzudrehen. Eventuell diese auch selbst herzustellen. Dem ist letztendlich auch so. Allerdings nicht erwartet hatte ich, dass es auch ein Rhythm Game ist.

Es geht im Spiel darum, gewissen Helden in Spe eine Waffe zu schmieden, mit der sie die nächste Etappe in ihrer Quest-Line überwinden, bis sie ganz am Ende den Wiedererweckten Dark Lord besiegen. Hierfür kommen die illustren Charaktere bei einem vorbei und zeigen im Auftrag genau an was ansteht. Mit welcher Waffe wie beipsielsweise Schwert, Dolch, Katana, oder Keule sind sie besonders gut? Welche der drei Statuswerte einer Waffe (Slice, Blunt, Pierce) sind zu bevorzugen, weil die auftauchenden Monster dagegen schwach sein werden? Und dann geht es eben darum, aus dem mit Ladenlevel steigenden Repertoire an Waffen eine passende zu schmieden. Hierfür wird ein kleines Lied angestimmt und im Rhythmus auf das heiße Eisen gehämmert, bis die Waffe ausgeformt ist. Dem Rhythmus besonders gut und lang gefolgt, und es gibt Bonuswerte auf die drei Angriffskathegorien. Es ist also keine Katastrophe, wenn man nicht super gut im Minispiel ist, jedoch definitiv von Vorteil.

Je erfolgreicher der Shop, desto mehr Kundschaft hat man. Es gibt eine Vielzahl an „Helden“, die nach und nach ihre Questline durchstehen werden, von denen aber nicht alle bis zum Dark Lord gehen werden. Und es gibt austauschbare NPCs, die ebenfalls immer mal wieder ein kleineres Quest, bei dem meist nur ein Standard-Gegner erledigt werden muss, angehen wollen. Teilweise ist man eigentlich nur damit beschäftigt, neue bessere Waffen zu schmieden und zu verleihen und kommt gar nicht dazu, im Grindcast mitzulesen.

Denn wie beim Designer zu erwarten versucht sich Weapon Shop de Omasse über seinen Humor zu verkaufen. Die „Helden“ sind alles überzeichnette Charaktere, die so gar nicht wie normale Helden mögen wollen. Wir haben eine alte Oma, die schwer hört, und vor 50 Jahren bereits den Dark Lord versiegelte. Ein Duo an streitenden Akrobaten-Schwestern. Einen hehren Recken, der nur so tut, als ginge er auf Quests. Einen Kerl, der wie die Hauptfigur in einer Superheldenshow sein will. Einen unglückseeligen Samurai. Und ja, natürlich mal wieder einen Okama-Stereotyp, weil weibische Machos sind voll lustig, gell Japan? Gibt sogar Zuschauer-Lachen und –Applaus aus der Dose, welches eingespielt wird. Nicht nur haben die alle ihre gewissen Quirks, wenn sie ihre Waffe bestellen, sondern sobald sie dann ausziehen, um den Bösen das Fürchten zu lehren, halten die einen via Twitter-Grindcast konstant auf dem Laufenden, wie erfolgreich oder nicht sie sind. Um ganz ehrlich zu sein haben die grundlegenden Charakterstereotypen eher nicht meinen Humor-Nerv treffen können, die Quest-Updates waren aber schon ganz charmant und lustig.

Was mich etwas störte war der RNG-Einfluss bei den Quests. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Charakter besonder gut mit Schwertern ist. Die vornehmlich Slash-Damage machen. Und das Monster is schwach gegen Slash. Und der Charakter ist besonders gut im Austeilen von Slash. Also schmiedet man das Schwert mit dem höchsten Slash-Wert und gibt es ihm mit. Und dann benutzt der Charakter häufiger Pierce und Blunt statt Slash, macht 200 statt 1200 Damage pro Angriff, und verliert. Zumal es immer etwas umständlich ist, nachzuschauen, welche Waffe dadurch verlorengegangen ist und neu geschmiedet werden muss. Und wem das Rhythm-Game besonders Spaß macht, wird sich sicherlich daran stoßen, dass es an Variation in den Liedern fehlt, da es pro Waffenart immer das gleiche sein wird.

Weapon Shop de Omasse war von den kleinen Macken abgesehen eigentlich ein ziemlich sympathisches Spielchen. Mit gut 10 Stunden ist es auch relativ lang für ein Guild-Spiel, gerade noch kurz genug, als das es nicht zu repetitiv werden kann. Und wer mehr Bock hat kann danach auch noch weiterspielen und sich das Collectible dafür holen, alle Helden den Dark Lord erfolgreich besiegen zu lassen.

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