Tatort Giftschrank: Tote brauchen keine Wohnung

Willkommen bei Tote brauchen keine Wohnung, derm 34. Tatort und dritten Fall von Kommissar Veigl aus München. 1973 zum ersten Mal ausgestrahlt, wurde er fast zwanzig Jahre in den Giftschrank gesteckt, bis er 1992 wieder in die Rotation aufgenommen wurde. Damit ist er jetzt immerhin länger wieder frei als er eingesperrt gewesen war.

Es herrscht Unruhe in der Münchner Innenstadt. Bewohner und Ladenbesitzer fürchten um ihre Wohnungen und Läden. Denn die Gebäude werden nach und nach aufgekauft, um sie zu sanieren und anschließend erheblich höhere Mieten verlangen zu können. Teils sollen sowieso hauptsächlich Büroräume draus entstehen, selbst wenn man sich die neuen Preise leisten könnte, sind die bisherigen Bewohner nicht gern gesehen.

Besonders der Herr Pröpper sticht hier heraus, dem einige der Gebäude gehören, und der alles versucht, um die Mieter aus ihnen zu vertreiben. In dem er beispielsweise den Vorbestraften Josef Bacher bei sich einstellt, der in die Stadt seiner Kidnheit zurückgekehrt ist. Der darf unter dem Vorwand von Bauarbeiten den Mietern das Leben unnötig schwermachen. Und diejenige, bei der Bacher zur Untermiete untergebracht war, wird auch noch vergiftet aufgefunden.

Es sei auf jeden Fall schon mal gesagt, dass Tote brauchen keine Wohnung wesentlich spannender ist, als das Der Fall Geisterbahn war. Er ist nämlich beispielsweise schon einmal komplexer. Unter den verschiedenen Mietern des Hauses gibt es nämlich so einige Verwicklungen. Die ältere tote Dame war mehr oder weniger mit einem Kerl liiert, der nun doch eine andere hat. Dessen Familie auch nicht so recht weiß, wo sie ohne die reichere Errungenschaft hätten hinmüssen, sollten sie die aktuelle Wohnung verlieren. Ich denke es ist zumindest ziemlich klar, dass es Pröpper und Bacher nicht waren, weil die einfach zu offensichtlich sind, und diese nie die Täter darstellen.

Sogar richtige Verfolgungsjagden mit treibender Mucke gibt es im Film! Einmalig zurück in Bremen, wo Bacher vorher gewohnt hatte, und wo auch eine alte Dame vergiftet wurde. Wenn deren Alleinerbe dann im Sportwagen die Stadt vor der Poliziei zu fliehen versucht. Genau wie das Finale des Filmes, wenn Bacher von einem der Ladenwirte verdroschen wird und später ebenfalls stirbt. Auch sehr gewagt den Täter letztendlich einen 13-jährigen Jungen sein zu lassen. Familienprobleme sind letztendlich ein zentrales Thema, nämlich nicht nur bei dem hat sich die Mutter nie gekümmert, die von Bacher früher auch nicht, was ihn erst in die kriminelle Szene brachte.

Und warum ist Tote brauchen keine Wohnung nun 19 Jahre lang für die Ausstrahlung gesperrt gewesen? Weil das N-Wort in einer kurzen Szene gefühlt ein Dutzend Mal fällt? Weil der Mörder zweier Personen minderjährig ist? Nein, beides nicht. Der Herr Pröpper wird einfach zu skrupellos dargestellt. Das geht ja mal im gesitteten Deutschland gar nicht, einen Vertreter des Establishments, einen Großvermieter mit Macht, ins negative Licht zu rücken. Mit der Stadtverwaltung steckt er auch noch unter einer Decke gegen den kleinen Mieter-Mann des Volkes! Wäre ja noch schöner. Dabei ist der am Ende nicht mal der Mörder gewesen.

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