ᕦ(ò_óˇ)ᕤ

Erneut neigt sich ein Jahr, in dem ich Spiele durchgespielt habe, seinem Ende zu. Wenige davon von diesem Jahr, aber wer mit einem echten Backlog spielt schon hauptsächlich aktuelle Sachen? Und erneut soll es an dieser Stelle qualitativ hochwertige Awards von meiner qualitativ hochwertigen Persönlichkeit geben, meine qualitativ hochwertige und unbestreitbar objektive Meinung, auch manchmal „die einzig richtige“ genannt, was nicht sonderlich bescheiden ist, weswegen ich das selbst nie so ausdrücken, sondern nur implizieren würde, wiedergebend. So geht wenigstens nicht jeder zweite langweilig an Death Standing, da ich das nicht besitze, und Kojima sich nicht herabgelassen hat, mir unaufgefordert eine Review-Kopie zuzusenden. Dabei habe ich mich vor zehn Jahren überschwänglich positiv zu seinem Snatcher und verhalten positiv zu seinem Policenauts geäußert, aber das zählt anscheinend in unser kapitalistischen Gesellschaft nichts mehr.

Best track in any video game ever:
Hier cheate ich zugegeben etwas, denn das dazugehörige Spiel habe ich nie gezockt. Aber das ist bei einem einzelnen Song als Award-Kriterium auch nicht so zwingend nötig, meine ich mal, um mich zu rechtfertigen. Obwohl es kurz vor Jahresende mit Final Fantasy XIVs Version von Weight of the World noch mal ordentlich Konkurrenz gab, ist hier sicherlich verständlich die einzig mögliche Wahl Devil Trigger aus Devil May Cry 5.

Best music overall:
Nier Automata gehört zu den Spielen dieses Jahr, die ich insgesamt gut fand, die mich aber auch Stellenweise immer wieder genervt haben. Was ehrlich gesagt bei fast allen Spielen, die ich unterm Strich gemocht habe, der Fall dieses Jahr zu sein gewesen scheint. Aber das der Gesamt-Soundtrack absolut geil ist, kann man definitiv nicht bestreiten.

Best character design:
Yoko Taro antwortet auf Fragen danach, warum ein Charakter so aussieht, wie er aussieht, immer wieder gern typisch Taro mit einem flapsigen „Weil es sich so besser verkauft“. Das ist definitiv sympathischer, als einen Mist davon zu schwurbeln, dass diejenige durch ihre Haut atmet oder sonst einen Blödsinn. Und es ist erneut schlecht zu bestreiten, egal was man vom Rest-Spiel hält, dass Nier Automata unglaublich attraktive Charakterdesigns offeriert, und das auf beiden Enden des Geschlechterspektrums. Ich habe bisher auch noch kein 2B oder 9S Cosplay gesehen, welches nicht absolut on point war.

Most engaging story:
Ist es cheatig hier ein Visual Novel zu benennen? Ich denke nicht, immerhin verkaufen sie sich hauptsächlich über den Punkt Handlung, da sie eben mehr digitalisiertes Buch denn Spiel sind, und dann sollte die hoffentlich auch gut sein. 428: Shibuya Scamble sticht da dieses Jahr eindeutig als einer der faszinierendsten, irrsinnigsten und packendsten Fahrten heraus, die mich zu keiner Zeit auf den Weg in die 80 Enden (meist natürlich verfrühte Bad Ends) losgelassen hatte.

Best atmosphere:
Hellblade: Senua’s Sacrifice ist ein weiteres Spiel, an dem ich alles mochte, bei dem mich dann aber ein Aspekt nervte. Die größte Stärke des Spieles ist allerdings eindeutig die Atmosphäre, der sich alles andere unterordnet. Weswegen das Kampfsystem auch keinen Spaß macht, von daher ist selbst das Intention gewesen.

Best sprite animations:
Hamtaro: Ham Hams Unite ist für ein Lizenzspiel recht gut, deren Ruf häufig eh schlechter erscheint, als so manches wirklich in der Praxis ist. Aber so wahnsinnig herausragend mag das nette kleine Spiel für Kinder nun auch nicht sein. Abgsehen von den wirklichen vielen und absolut niedlich anzusehenden Animationen des Hamsters, der für jeden Ausdruck in seinem Vokabular eine neue exaltierte Bewegung ausführt.

Worst gameplay mechanic:
Magic Knight Rayearth für den GameGear ist so oder so kein besonders gutes RPG. Aber was mich so richtig genervt hatte waren die Lucky Cards, die nicht nur einen enormen Random-Faktor in die Kämpfe bringen, sondern wenn sie gezogen werden häufig sogar mehr stören als wenn man die eigentlich gewählte Aktion hätte ausführen dürfen. Ohne wäre das Spiel zwar auch nicht gut, aber definitiv besser dran gewesen.

Quantity over quality games:
Hier bieten sich gleich mehrere an. Etrian Odyssey Nexus mit seinen 13 + X Labyrinthen zum Beispiel. Oder Monster Hunter Generations mit den ganzen dämlichen Gen1 und Gen2 Quests, welches aber wieder rausfallen würde, da ich es dieses Jahr nicht beendet habe. Der Preis an sich geht aber an Resident Evil 6 mit seinen vier fast vollwertige Spiele darstellenden Kampagnen. Ich glaube wirklich das Spiel hätte wesentlich besser ausfallen können, wenn man sich auf eine oder zwei davon beschränkt hätte, statt jedem was bieten zu wollen und damit einfach zu viel reinzupacken.

Most fun from the outset:
Das Spiel, mit dem ich tatsächlich nichts außer Spaß hatte, bei dem mich nichts nervte, war Persona 3: Dancing in the Moonlight. Zumal es eben auch super freundlich zu Leuten wie mir ist, die Rhythm Games super spaßig in der Theorie und zum Anschauen finden, aber einfach nicht die Skills haben, in der Praxis selbst sonderlich viel reißen zu können. Da es einen alles auch erspielen lässt, egal auf welchem Schwierigkeitsgrad man ist, und zusätzlich gewissen Mechaniken vereinfachen oder erschweren lässt, ganz wie man das will. Kein „Git Gud“, sondern absolutes „Have Fun“.

Most overly ambitious:
Hier kann nichts anderes stehen als Shenmue. Das Megaprojekt, dessen Budget über alle Maßen des Sinnigen gestreckt war. Das so viel im Detail wollte, so dass die erste Episode quasi keine drei Schritte an Story schaffte, sondern sich lieber für 20 Stunden im schnöden enorm ausgearbeiteten Alltagsleben der Umgebung verliert. Welch anderes Spiel könnte schon hier stehen?

In need of a remaster/sequel:
Anfang des Jahres habe ich endlich ein Spiel nachgeholt, auf welches ich seit Relese der PS3 ein Auge hatte: Folklore. Es hat mir gut gefallen, aber erneut gab es einige Ecken und Kanten, an denen ich mich gestoßen habe. Und die ich hauptsächlich dahin attestieren würde, dass es eben so kurz nach Launch der Konsole schon stehen musste. Ein Remaster, welches eventuell zumindest Kleinigkeiten verbessert, oder gar ein Sequel, welches alle Mankos beseitigen kann, fände ich hier echt eine coole Sache.

Best Boi:
Detroit: Become Human ist ein weiterer Vertreter des „Ich mochte es sehr, aber…“-Kathegorie. Genau genommen mochte ich am meisten letztendlich den absolut niedlich-schrägen Hundeersatz Connor und seine komische Stimme, seine unterhaltsamen Reaktionen. Am investiertesten war ich letztendlich auch nur daran, seine Beziehung zu Hank zu verbessern, auf das er ihm sagen möge, dass er ein guter Junge ist. Am Ende meines Durchgangs gab es sogar eine kleine Umarmung. Damit war alles gut für mich am Spiel. Connor ist best boi und verdiente das.

Cutest bois:
Die niedlichsten Kerle hingegen setzte mir Fire Emblem: Fates vor. Was wenig überraschen sollte, da Fire Emblem nur noch durch seine leichten Dating-Elemente und Rubbel-Minispiele an enormst attraktiven Charakterdesigns am Leben gehalten wird. Ich habe Vermächtnis gespielt. Nicht, dass die Charakterdesigns auf beiden Seiten nicht sehr horny wären. Aber es hilft natürlich auch, dass viele Hoshido-Jungs in ihrem Ninja-esquen Outfit ein wenig Titte zeigen. Das ich davon als männlicher Avatar keinen flachlegen durfte, macht es selbstredend letztendlich zum schlechtesten Spiel.

Most boring:
Hier breche ich damit, dass ich das Spiel auch durchgespielt haben muss. Zunächst sah es fast so aus, als würde World of Final Fantasy hier stehen müssen, ein Spiel auf das ich mich sehr gefreut hatte, und das gute Ansätze bietet, aber mich nach ein paar Kapiteln gelangweilt abbrechen lies. Doch dann kam Atelier Lydie und Suelle in mein Leben. Ich wollte der Hauptserie nach einem mäßig gemochten Annie doch noch mal einen Versuch schenken. Und ich habe mich keine Sekunde in den ersten beiden Kapiteln des Spieles nicht tödlich gelangweilt.

Weirdest game:
428: Shibuya Scramble ist ein starker Kandidat, hatte aber keinerlei Chance gegen das von mir früh dieses Jahr gespielte 9 (The Last Resort). Keinerlei „lol Japan“-Bonus, da ein westliches Adventure Game, ist das Ding hochgradig frustrierend wie faszinierend. Ich habe glaube ich noch nie ein Spiel gespielt, welches so „Arthouse“ schrie, und dessen Entstehungsgeschichte zusätzlich sehr interessant ist, da von einer Kommune bekannter Hollywood-Stars stammend.

New hate-love of my life:
Die Soulsbornes, ganz eindeutig. Letztes Jahr habe ich bereits Dark Souls Remastered gespielt. Es dauerte nicht lange, bis die beiden Sequels und Bloodborne auch bei mir lagen. II ist mittlerweile durch, in III stecke ich gerade. Und es gibt keine Spiele, die mich so frusten, mich aber dennoch ständig wieder mit ihrem Sirenenruf zurückgeholt bekommen.

Worst gaming decission:
Man mag fast Dark Souls nennen wollen, da ich an den Spielen bestimmt Jahre meines Lebens lasse, und mich besser gar nicht auf sie eingelassen hätte. Aber Anfang des Jahres war auch 15. Jubiläum von Monster Hunter. Also habe ich mir vorgenommen den allerersten PS2-Teil zu spielen. Noch nicht durch, dies aber wie bei allen abgebrochenen Spielen immer noch vor zu revidieren. Aber wirklich, ich habe keine Ahnung, wie die Franchise je so erfolgreich sein konnte, denn alles vor Generation 3 ist ziemlicher Mist.

Best expansion:
In Dualität kommt mir Monster Hunter World: Iceborne. Das bei manchen anderen Studios als vollwertiges Spiel im Umfang gelten könnendes (und natürlich auch nicht ganz billig zu habendes) Addon zu meinem liebsten Spiel des Jahres 2018. Auch das von den Stunden meist-gespielte Spiel diesen Jahres, da ich weitere über 100 im Addon lies. Einfach nur knorke.

Best side activity:
Und in Sachen Nebenscheiß, der eigentlich nichts mit dem Hauptspiel zu tun hat, und nicht nötig gewesen wäre einzubauen, der aber ein heimlicher Favorit ist und nun nicht mehr vermisst werden möchte: Ebenfalls in Iceborne. Mit dem Addon gibt es neues Endemic Life zu fangen und als Haustiere in den eigenen Raum zu werfen, und neu kann der Raum jetzt auch umdekoriert werden. Was habe ich darin enorme Zeit verloren, noch lang bevor ich mit dem Spiel durch war.

Best JRPG in a decade:
Manchmal habe ich fast das Gefühl, dass ich den JRPGs überdrüssig werde. Keines davon konnte mich so begeistern wie zuletzt Nier und Dragon Quest IX vor satten zehn Jahren. Ich spiel sie immer noch ganz gern, aber keine der Hypefranchises seither hat mit mir gleich viel geklickt, wie mit manch anderem. Dann kam Dragon Quest XI und wurde mein liebstes Spiel, welches ich im letzten Jahr gespielt habe. Gut, auch hier hatte ich Einfindungsschwierigkeiten. Aber sobald die erste Hürde gemeistert war, habe ich es durchgesuchtet und kann sagen wirklich in den letzten zehn Jahren kein JRPG im gleichen Maß genossen zu haben wie das aktuellste Dragon Quest.

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3 Kommentare

  1. Gerade mit dem Rückblick hier fällt mir wieder auf, dass du zwar des Öfteren erwähnst, dass du keine Spiele spielst, die im Übermaß gute Reflexe erfordern, du aber doch in ihnen aufzugehen scheinst. Zugegebenermaßen scheint das aber auch eine Entwicklung der letzten Jahre zu sein, da du deine Liebe zu Dark Souls und Monster Hunter erst seit einiger Zeit entdeckt hast.

    Mir ist gar nicht bewusst, dass du World of Final Fantasy abgebrochen hast. Warum war es denn lanngweilig?

    Antworten
    • Wie du schon erwähntest, ist das ja auch eine eher neuere Entwicklung, dass ich nicht nur langatmige RPGs Spiele, sondern auch auf Action orientierte Games die einen nicht mit endlosen Textboxen lahmlegen. Wobei ich dennoch bei genauerer Überlegung sagen würde, dass die nicht zwangsläufig so Twitch-Reflex-lastig sind, wie man denken könnte. Ich spiele die eh wesentlich feiger und bedächtiger als die meisten anderen. Und Dark Souls und Monster Hunter beispielsweise sind for DS3 und World auch wesentlich langsamere Spiele, als viele denken.

      World of Final Fantasy kam mir zunächst super witzig rüber, aber das Gameplay war mir zu langsam und spröde. Ich plane natürlich, wie mit fast jedem Spiel, ihm irgendwann noch mal ne Chance zu geben. Vielleicht war ich auch gerade nicht in der Stimmung für langsame RPGs zum Beispiel.

      Antworten
      • Wenn sich deine Ansicht beim nächsten Mal bestätigen würde, wäre das natürlich schade – nicht nur für dich und deinen Geldbeutel, sondern auch für mich. Wenn man nämlich das mir nicht so liegende Charakterdesign der Figuren ausnimmt, schien das ja ein nettes Spiel zu sein und da wir – mit einigen wenigen Ausnahmen – in Sachen Rollenspiele einen recht ähnlichen Geschmack besitzen, würde ich es wie Four Heroes of Light dann einfach von der Liste streichen. Andererseits ist das Angebot ja groß genug und diese Tatsache dann ja nicht ganz so tragisch.

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