The Unkindness of Ravens

The Unkindness of Ravens habe ich als zweiten Teil in der Owlman-Trilogie geschaut, auch wenn ich im Nachhinein nicht genau weiß, was mich auf den Trichter gebracht hat. Vielleicht einfach, weil es der zweite Indie-Horror von Lawrie Brewster und Hex Media ist, deren dritter ein Owlman-Prequel ist. Das habe ich beim schnell drüberlesen dann eventuell fälschlich als thematische Trilogie aufgefasst.

Zumal der Hauptcharakter erneut von Jamie Scott Gordon verkörpert wird. Allerdings ist das einfach ein schottischer Schauspieler, den sich Lawrie Brewster gern für seine Filme casted. Denn er verkörpert hier eine gänzlich ander Person als in Lord of Tears, dem ersten Owlman-Film.

Er ist Andrew, ein unter PTSD leitender Kriegsveteran. Er hat immer mal wieder Flashes zurück in seinen Einsatz. An das Chaos, das Feuer, das Blut, und die Toten, die von den Raben zerfressen werden. Vor denen hat er eine ganz besondere Phobie entwickelt. Andrew fotografiert gern die Natur und schreibt Gedichte, aber sobald ein Rabe im Bild ist, sperrt sich sein Finger und er kann den Auslöser nicht betätigen.

Da es in der Stadt eher wenig Natur gibt, macht ihm seine Therapeutin einen Vorschlag. Sie hat den Schlüssel für eine Cottage in den verlassenen schottischen Highlands, und meint, er solle dort ein Wochenende alleien verbringen um zu sich zu finden. An die Natur gehen. Fotos machen. Gedichte schreiben. Langsam wahnsinnig werden. Sich wiederholt von den Kriegsverbrechen und toten Kollegen heimsuchen lassen. Mit seinem militärischen Spiegelbild Streitgespräche führen. Von Rabenmenschen verfolgt werden, die ihren Opfern die Augen rausreißen. Halt alles schön therapeutisch.

Ich mein, ob es jetzt wirklich als Trilogie gemeint ist oder nicht, thematisch nicht ganz unähnlich sind sich Lord of Tears und The Unkindness of Ravens schon. In beiden folgen wir einem kernigen Ginger mit Wahnvorstellungen. Der von mythischen Vogelmenschen bedroht wird. Mit Flashbacks ob vergangener Schandtaten.

Nur ist The Unkindness of Ravens mit 85 Minuten ungefähr 20 kürzer als Lord of Tears. Dem ich ja damals attestiert hatte, dass er einfach ein wenig langweilig ist, weil nicht viel geschieht, und das nur sehr langsam. Da ist es doch schön, dass dieser Film tatsächlich etwas kürzer geraten ist. Dafür ist die Handlung diesmal halt aber auch noch simpler.

Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. So einen PTSD-Soldaten langsam dem Wahnsinn verfallen zusehen, mit ordentlich Flashbacks und Visionen, mehr oder weniger eine One-Man-Show sozusagen, kann schon interessant sein. Und The Unkindness of Ravens war auch stringenter und hatte weniger tote Luft als Lord of Tears. Wobei aber auch Ravens bei 50 Minuten mehr oder weniger sein Pulver verschossen hat. Erneut startet er ziemlich langsam mit vielen hübschen Naturlandschaften, von denen Andrew seine Fotos macht. Dann creepen die Rabenmenschen langsam ins Bild. Und sobald Andrew unter ordentlich Trauma bereits mit sich selbst gestritten, die Gräueltaten im Krieg geflashbackt hat, und von den Raben zum ersten Mal panisch durch den Wald gejagt wurde, haben wir eigentlich schon alles gesehen. Zehn weitere Minuten der Endeskalation und mit 60 abzuschließen hätte hier auch gereicht. Stattdessen flaut der Film erst noch mal ab, bevor es ins Finale geht.

Aber es gibt sicherlich auch Leute mit Herz für die gemächlicheren Horror-Filme, deren Pacing zurückgeschraubt ist, die eben ein bisschen mehr Artsy sich mit hübscher Natur und verschwurbelter Poesie auffüllen. Das ist nicht immer so ganz meins. Wobei The Unkindness of Ravens schon Ok war, definitiv nicht so langweilte wie Lord of Tears.

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