Funky Forest

Funky Forest ist ein Anthologienfilm aus dem Jahr 2005, der unter der Direktion von Katsuhito Ishii, Hajime Ishimine und Shunichiro Miki enstand. Manchmal wird dem auch der Untertitel The First Contact angehängt, was allerdings hinfällig ist, da es nur diesen einen Film gibt. Vielleicht war auch nie mehr geplant und der Beititel ist nur eine weitere merkwürdige Anomalität in einem merkwürdigen filmischen Gebilde.

Es gibt ein paar Charaktere und deren Handlungen, zu denen wir regelmäßig zurückkommen werden. Beispielsweise Guitar Brother, wenn es um drei zusammenlebende Brüder geht. Von denen einer die Gitarre spielt. Während der jüngste und einzige Nicht-Japaner, dessen Kinderschauspieler glaube ich auch nicht die Sprache versteht, die er da vor sich hinredet, beständig am Essen ist. Der ist nämlich fett. Und Fette essen ständig. Es darf nun gelacht werden. Das war der Witz.

Denn Funky Forest soll witzig sein. Es ist eine Comedy-Anthologie. Und eine von über 2 Stunden. Der Humor gestaltet sich aber eher in Form von reiner Randomness oder einfach mehr oder weniger skurrilen Ereignissen und schnellem Gerede. Die Mädels, die zu Dritt einen Onsen besuchen, erzählen sich beispielsweise nur Maschinenpistolenartig Geschichten. Die sind eigentlich auch nur leicht strange. Nichts im Vergleich dazu, wenn ein Kerl in seinem Traum plötzlich am Strand mit einem hypersexualisierten Anime-Roboter tanzen muss. Oder wenn ein Kerl im gelben Plüschkostüm ein Schulmädchen darum bittet, zu ziehen, der Schwanz des Kostüms aber aus der Lendengegend hängt. Manche Dinge sind also wesentlich abgedreht und unverständlicher, während andere mehr durch die Atmosphäre, die Musik, das Schauspiel einen leicht skurrilen Einschlag bekommen, obwohl sie eigentlich nicht so besonders sind.

Funky Forest hat eine gewisse Notorietät erlangt. Über kleine Clips davon, die auf Youtube gelandet sind. Der Tennisunterricht mit den Klöten ist davon, zum Beispiel. Und diesen Effekt hat der Film dann auch durchgängig. Der eines Memes. Von kurzen Vines oder TikToks. Nur eben nicht kurz. Diese funktionieren nämlich, weil sie nur wenige Sekunden lang sind. Da braucht es keinen Witz, keine Pointe. Die können einfach merkwürdig sein. Jetzt stelle man sich aber vor, so ein Clip wäre eine Szene von mehreren Minuten. Und man müsse sich für Zweieinhalb Stunden diese Clips anschauen. Funktioniert nicht.

Ich persönlich fand Funky Forest dann auch keineswegs witzig. Ich empfand den Film lediglich als nervtötend und anstrengend. Eine Strapaze. Sicherlich wollte ich ein wenig der Kreativität Goodwill entgegenbringen, denn die ist bestimmt gegeben. Doch für über zwei Stunden einfach jeglichen dämlichen Scheiß auf die Leinwand zu klatschen, da muss man schon im Kopf des Regisseurs sein, um mitgehen zu können.

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