Good Omens

Good Omens ist ein Buch, welches von den beiden Autoren Terry Pratchet (u.A. Scheibenwelt) und Neil Gaiman (Sandman, American Gods etc.) kooperativ kreiert wurde. Die beiden Namen sind natürlich schon ein ziemlicher Qualitätsgarant, wenn man sich ein wenig mit deren Werken oder auch nur ihrer Reputation auskennt. Tatsächlich ist Good Omens sogar das allererste Buch von Gaiman, der vorher in der Comic-Szene unterwegs war.

Ums Buch geht es hier aber gar nicht, sondern um deren Adaption. Die ist dieses Jahr als 6-teilige Miniserie auf Amazon Prime erschienen und hat sofort die Herzen meiner Twitter-Timeline erobert gehabt. Mit Michael Sheen und David Tennant in den Hauptrollen konnte man auch hier auf einiges hoffen.

Engel Aziraphale und Dämon Crowley kennen sich schon eine geraume Weile. Seit dem Sündenfall, um genau zu sein. Denn Crowley ist derjenige, der als Schlange Eva den Apfel schmackhaft machte. Während Aziraphale dem verstoßenen Paar sein Flammenschwert mitgab, um sich außerhalb des Paradieses verteidigen zu können. Dabei sollte er jenes doch im letzten Gefecht selbst schwingen. Aber so ein Armageddon ist ja noch lang hin.

Bis es das nicht mehr ist. Im Hier und Jetzt müssen die beiden nämlich erfahren, dass der Weltuntergang für nächste Woche anberaumt ist. Die Heerschaaren des Himmels und der Hölle wetzen bereits ihre Waffen, Einladungen an die vier Reiter der Apokalypse sind raus. Nur der Antichrist fehlt. Auf den sollten Aziraphale und Crowley eigentlich achten, doch dummerweise gab es bei seiner Geburt eine kleine Verwechslung. Oder anders gesagt: Die beiden haben den Antichrist verlegt.

Ganz so originell wie noch 1990 ist Good Omens heutzutage selbstverständlich nicht mehr. Engel und Dämonen in die Moderne zu versetzen, und sie selbst dabei als verschrobene Neutzeitmenschen zu modernisieren, ist einfach nicht mehr so neu. Was aber nicht bedeutet, dass es dadurch ein langweiliges Konzept ist, gerade wenn die Umsetzung stimmt.

Und die stimmt zum Großteil in Good Omens. In den sechs Stunden wird dem Zuschauer solch ein Kaleidoskop an verqueren Figuren vorgesetzt, solch merkwürdige Szenen geboten, sich im trocken-britischen Humor inszeniert. Von einer Hexe, die ihre eigene Verbrennung einleitet und sich via Explosion rächt. Von einer Domina, die sich als falsches Medium was dazuverdient, und von Aziraphale besessen wird. Von einem Höllenhund, der als Terrier undercover geht, und dabei dessem freundlichen Gemütszustand erliegt. Good Omens bietet viele Charaktere, fährt viele Begebenheiten auf, ist unermüdlich darum bemüht, keine tote Luft aufkommen zu lassen.

Da droht das ganze Ensemble auch schon mal unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen. Wenn an zu vielen Orten mit zu vielen Charakteren Dinge geschehen. Wenn so einiges zunächst keiner Wichtigkeit offenbaren will. Unterhaltsam ist der trockene Humor immer, aber manchmal fragt man sich echt, was die Szene jetzt schon wieder sollte, oder warum noch ein neuer Charakter nötig war.

Was das immer irgendwie dann doch zusammehält, selbst wenn das ganze Drumherum zu mäandern beginnt, ist die Beziehung von Aziraphale und Crowley. Dies ist das wahre Kernstück um die apokalyptischen Ereignisse von Good Omens und sicherlich auch, was die meisten Zuschauer an der Serie wirklich bewegt. In Flashbacks zu sehen zu bekommen, wie die sich über die Jahrtausende seit der Schaffung der Erde angefreundet haben. Wie sie heimlich den Weltuntergang zusammen zu verhindern versuchen, weil sie eigentlich gerne auf der Erde verweilen. Wenn sie sich ein wenig ansticheln müssen, weil sie ja offiziell auf verschiedenen Seiten stehen, aber doch eigentlich immer klar ist, dass sie umeinander besorgt sind. Die Alte-Ehepaar-Routine von Sheen und Tennant ist das, was Good Omens wahrhaftig ausmacht. Was der manchmal etwas unfokussierte Vergnügungsfahrt der Handlung einen zentralen Kern und Ankerpunkt gibt.

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