Adventure Week: The Cat Lady

Hier hätte eigentlich zum Abrunden der Woche Echo Night: Beyond erscheinen sollen. Aber das lässt sich leider nicht so einfach emulieren, wie ich das von einem technisch mäßigen FromSoft-Spiel erwartet hätte. Deswegen bleiben wir stattdessen bei Harvester Games und kommen zu deren Durchbruch The Cat Lady.

Susan ist die besagte Cat Lady, die noch nicht mal Katzen besitzt, sondern sich schlichtweg um die Streuner der Nachbarschaft kümmert. Susan hat es nämlich nicht so mit Menschen. Oder mit dem Weiterleben, denn sie begeht Selbstmord. Doch der Frau mit einer Geschichte an Schicksalsschlägen ist nicht mal das Sterben vergönnt, stattdessen wird sie von der Königin der Maden wieder ins Leben geschickt, um diverse menschliche Parasiten auszuschalten.

Auf den ersten davon muss Susan gar nicht lange warten. Es ist nämlich der freundliche Psychiater im Krankenhaus, in dem sie eingeliefert wurde, um sie nach ihrer Pillen-Überdosis wiederzubeleben. Der scheint so nett und verständnisvoll, doch hat er im wahrsten Sinne des Wortes Leichen im Keller. Dort bringt er Frauen um, die er anschließend zu grotesken Versionen bekannter Kunstwerke wie die Mona Lisa oder dem Mädchen mit dem Perlenohrring drapiert.

Dass The Cat Lady von den gleichen, wenigen Leuten wie Downfall: Redux stammt, ist schnell ersichtlich. Theoretisch sind die beiden sogar Teil einer Trilogie und Susan macht einen Cameo im Finale von Downfall, während Joe im Finale von The Cat Lady vorkommt. Aber auch so ist der Stil natürlich stark der Gleiche. Es gibt die rundum unattraktiv designten Charaktere, die wie Papierfiguren durch die Kulissen animieren. Fast alles ist in schwarz/weiß, so dass die wenigen eingefärbten Dinge, allen voran rotes Blut, um so mehr poppen. Es gibt melancholische Klänge unterbrochen von manchmal mehr und manchmal weniger passenden Metal-Songs.

Die Dialoge sind sich ebenfalls sehr ähnlich. In dem Sinne als das sie oftmals schlecht geschrieben und grundsätzlich zu lang sind. Beide Spiele machen auf mich den Eindruck, dass hier jemand eindeutig dachte, sie seien cleverer und nachdenklicher und vor allem weniger trashig, als sie das sind. Und gerade durch die extrem künstlichen und gestelzten Gespräche zu kommen, ist eine Hürde. Wenigstens sind die Sprecher diesmal besser. Rettet das Script natürlich nicht. Manchmal mag man gar etwas den Eindruck haben, die Macher hätten lieber ein Visual Novel produziert, die Puzzle-Einlagen scheinen mehr dafür eingefügt, damit The Cat Lady noch als Spiel durchgeht.

Was schade ist, denn mir hat das Spiel tatsächlich dann am Besten gefallen, wenn es eben keine oder nur wenige Worte verliert. Wenn stattdessen die Atmosphäre des Audiovisuellen auf mich gewirkt hat. Wenn ich mich von mir aus der Meditation über Depressionen nachhing, statt das mich das Spiel mit Teenagerphilosphierei direkt auf seine Thematik stieß. Ich wollte mehr jener Momente haben, denn dann weiß The Cat Lady plötzlich zu überzeugen. Jedes Mal, wenn Susan allerdings mit einem anderen Menschen interagieren muss, ging es mir da wie ihr: Ich wollte einfach nur, dass es bald endet.

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