Godzilla: King of the Monsters

Jetzt wo das MonsterVerse ins Rollen gekommen ist, geht es auch ein wenig schneller mit den Filmen. Drei Jahre zwischen Godzilla (2014) und Kong: Skull Island, zwei Jahre zu Godzilla: King of the Monsters, und nächstes Jahr steht bereits Godzilla vs. Kong auf dem Programmplan. Aber Momentan stehen wir noch beim ersten Godzilla-Sequel.

Die Welt hat sich maßgeblich verändert, seitdem Godzilla quer durch die Zivilisation getrampelt ist. Die Existenz der Titanen, und Gefahr die von ihnen ausgeht, ist allgemein bekannt, die sie studierende Organisation Monarch kurz vor der Auflösung, politisch drückt dringend der Schuh was zu unternehmen. Da kommt Dr. Emma Russel ins Spiel, die die Titanen-Larve von Mothra studiert, und ein Gerät entwickelt hat, welches Frequenzen ausstößt, auf die die Titanen reagieren. Prompt kommt Umweltterrorist Alan Jonah vorbei, und kidnapped Emma mit Tochter und Gerät, um die Titanen für seine Zwecke kontrollieren zu können.

Aber keine Sorge, wir müssen keiner weiblichen Hauptfigur durch den Film folgen, sondern King of the Monsters folgt schön brav dem Hollywood-Status-Quo und führt einen weißen Kerl mittleren Alters ein, der eigentlich keinen wissenschaftlichen Bezug zu den Titanen hat, aber dennoch in jeder Situation alles besser wissen wird und auf die Ideen kommt, welche den eigentlich kompetenter sein müssenden Randfiguren entgehen. Das wäre nämlich Emmas Ex-Mann Dr. Mark Russell, der Wölfe studiert. Über den Verlust des Sohnes bei Godzillas Attacke vor fünf Jahren haben die beiden sich getrennt. Die Entführte Ex und vor allem Tochter sind natürlich eine gute Motivation, wenn Monarch klingelt, damit er ihnen beim Titanen-Problem hilft.

Das nimmt auch langsam aber sicher titanische Ausmaße an. Denn nicht nur ist Godzilla wieder aktiver, und brütet sich Mothra gerade zur Motte aus, sondern es werden auch Gidora und Rhodan widererweckt, die sofort ihrer Zerstörungswut freien Lauf lassen. Und Gidora als Apex nutzt die Gelegenheit auch gleich, um alle auf der Erde schlafenden Titanen zu erwecken.

Der Plot-Twist, den bestimmt jeder lang im Voraus kommen sieht, ist dabei folgender: Emma arbeitet eigentlich schon die ganze Zeit mit den Eco-Terroristen zusammen. Den Tod des Sohnes hat sie nie überwunden, und ist nun der Meinung, dass die Titanen eine Schutzreaktion der Planetens gegenüber der Umweltzerstörung des Menschen ist, und man sie einfach aufwecken und freien Lauf lassen sollte, damit sie die Menschheit nötigerweise ausdünnen.

Bei Godzilla (2014) kam ich ja etwas zu dem Resümee, dass mir der Film zu langweilig ist. Ich kann anerkennen, dass er versucht sich zurückzuhalten, mehr ein geradliniger Katastrophenfilm sein will, aber das funktioniert bei einem Film dieser Länge nur bedingt, besonders wenn Handlung und Charaktere so 0815 sind. King of the Monsters revidiert hier viel und macht vieles besser.

Also jetzt nicht, dass die Charaktere besonders herausragend wären, oder keine absoluten Klischees, oder das der Großteil der Dialoge nicht immer noch ziemlich schlecht geschrieben und alles sehr vorhersehbarer Hollywood-Script-Standard ist strukturell gesehen. Aber es gibt zumindest schon mal etwas mehr, wenn eben auch übliche, Persönlichkeit an den Charakteren zu verzeichnen, sie haben bessere Motivationen und sind auch besser gespielt, wirken nicht wie diese Seelenlosen Pappaufsteller, die man sich im vorigen Film anschauen durfte.

Und so wirklich schauen wir Godzillas ja wegen der Monster. Und davon gibt es hier mehr, als ich erwartet hatte. Tatsächlich einfach auch auf die Quantität gesehen. Ich hatte ehrlich gesagt schon wieder vergessen, auch wenn es im Promomaterial drin war, dass beispielsweise Rhodan hier dabei ist. Somit hat man tatsächlich alle vier ikonischen Früh-Godzilla-Zeiten Monster im Film untergebracht. Und wie gesagt erwachen später dann auch noch eine Reihe an etwas generischeren Titanen, die mehr dazu da sind, um die globale Gefahr zu verdeutlichen, und nicht wirklich viel Screentime im Film bekommen.

Was ja auch sehr interessant ist, ist, dass der Film es gleichzeitig hinbekommt, wesentlich mehr Action zu bieten, und vor allem wesentlich häufiger die Monster zu zeigen, und sich trotzdem irgendwie noch etwas zurücknimmt, um die Monster eben nicht so inflationär einzusetzen, dass sie wieder an Wirkung verlieren würden. Beispielsweise kommt es eher zu wenigen Szenen, in der wirklich stark bewohnte Gebiete zerstört werden. Und die Monster werden immer noch gern in sehr großer Nahaufnahme gezeigt, oder mit wackeliger Kamera, es gibt viele Szenen bei Nacht und Regen und im Dunst. Das hilft natürlich den Effekten auch, die Monster können organischer in der Welt wirken, wenn die Sichtbedinungen das CGI nicht so offensichtlich machen.

Was mich am Film aber tatsächlich sehr beeindruckte ist, wie seriös er doch wirken will. Natürlich ist auch jedem etwas klar, dass so eine Kaiju-Film etwas dämlich sein wird. Aber er geht die Sache einfach mit einer schönen Ehrlichkeit an, die einem tatsächlich glauben macht, dass die wichtigsten und prägenden Personen wirklich einen guten Monsterfilm abliefern wollten. Hier wurde eine Mythologie und Weltenlore aufgebaut, die Monster möglichst sinnvoll in die Welt einzubauen, es kommt zu richtiggehendem Pathos und sowohl eindeutigen Messias- wie Teufelsanalogien was die Bildgestaltung angeht. Hier steckt viel Mühe drin aus Godzilla: King of the Monsters echt ein Event zu machen und die Grundsteine zu legen, ein sitzfestes Expanded Universe aufbauen zu können. Und es gibt auch nette Nods zu den alten japanischen Filmen, ich war beispielsweise regelrecht überrascht, als zu Mothras Geburt tatsächlich eine (instrumentale) Version ihres ikonischen Songs folgte. Natürlich ohne singende Elfen.

Er mag vielleich etwas langsam anfangen, aber mit voranschreitender Laufzeit der insgesamt 2 Stunden werden die Ereignisse tatsächlich immer größer und größer, und am Ende geschieht tatsächlich so einiges an crazy Shit, der ziemlich überdreht und eventuell auch teilweise dick aufgetragen ist. Aber das mochte ich sehr gerne an dem Film. Er findet so ein wenig den Mittelweg zwischen den Godzillas, die seriöse Katastrophenfilme sein wollen, aber dann dennoch genug Schauwerte zu bieten, damit er nicht zu ausgebremst wirkt. Kein überdrehtes Tempo, aber eben ein konstant steigendes, welches ziemliche Höhen erreicht bekommt.

Damit hat mir der Film tatsächlich überraschend gut gefallen. Ich bin mal gespannt, was nach diesem Ende so als nächste auf uns wartet. Na ja, Godzilla vs. Kong halt, aber ich gehe mal davon aus, dass der richtig große Monster-Brawl dann im darauffolgenden Godzilla auf uns zukommen wird.

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