Nostalgic Anime Week: Macross

Macross mag nicht ganz den kulturellen Sog wie Gundam entwickelt haben, aber ist dennoch ein großer Mainstay in Japan. Seit der ersten TV-Serie, Super Dimension Fortress Macross in 1982, sind alle paar Jahre neue Geschichten in der Franchise entstanden. Einer der absoluten Klassiker auch im Ausland ist hierbei bereits die zweite Inkarnation Macross: Do You Remember Love, welcher komplett neu geschrieben und animiert eine alternative Version der TV-Storyline erzählt, statt nur ein Zusammenschnitt daraus zu sein.

Wir schreiben das hochzukünftige Jahr 2009, die Macross ist eine transformierbare Weltraumfestung, auf der tausende Menschen leben. Nachdem sich die Menschheit plötzlich in der Mitte eines Krieges zwischen zwei Alienrassen findet, machen sie sich auf den Rückweg zur Erde. Bei einem Angriff werden allerdings Popsängerin Minmay und Pilot Hikaru mehrere Tage zusammen eingeschlossen und verlieben sich ineinander.

Als die Zentradi merken, dass menschliche Lieder ihre Kampfesfähigkeit eindämmen, wollen sie einige Testsubjekte fangen. Dies führt dazu, dass Minmay in ihre Hände fällt, während sich Hikaru und seine Vorgesetzte Misa, deren Charaktere bisher nicht miteinander kompatibel waren, auf der zerstörten Erde abstürzen. Erneut dauert es lange, bis sie gerettet werden, wodurch sich auch zwischen jenen beiden eine Romanze entwickelt.

Macross ist eine Art Space Opera, wie sie so eigentlich nur in Japan entstehen und vor allem enorm erfolgreich werden kann. Scifi-Action mit Popsongs zu mischen, und ein Idol zu einem der wichtigsten Charaktere zu machen, würde so sicherlich sonst niemandem einfallen. Dass dann ein letzter Verzweiflungskrieg der unterlegenden Menschen mitten zwischen zwei übermächtigen Alienrassen damit gewonnen wird, dass in ihnen Kulturdenken und Gefühle erwachen, nachdem ein Liebessong über das Schlachtfeld projiziert wird, sowieso. Letztendlich ist es sogar so, dass die verfeindeten Zentradi und Meltradi jeweils ausschließlich in einer männlichen und weiblichen Gesellschaft leben, die eben außer Krieg nichts kennen. Do You Remember Love ist daher ein zentrales Thema – erinnere dich an die Zeiten, als die Geschlechter liebevoll zusammengelebt haben.

Was auch wesentlich besser geregelt ist, als man wahrscheinlich denken würde, ist das Liebesdreieck zwischen Hikaru, Minmay und Misa. Zum einen ist es interessant, dass er sich für die im Militärrang über ihm stehende Misa entscheidet, nicht für das beliebte Idol. Aber es ist weitestgehend realistisch, warum er mit beiden anbandelt, wenn man mal die jeweiligen Situationen betrachtet, in denen sie sich wiederfinden, gerade für die überschaubare Spielzeit von 2 Stunden. Und natürlich kommt es zu einer Konfrontation, bei der Minmay ganz ihrem Charakter entsprechend klar die emotionalere ist, aber dennoch wird allen Beteiligten schnell klar, dass hier wichtigere Ereignisse laufen, auf die sich zuerst konzentriert werden muss. Es gibt nicht so viele Missverständnisse, Eifersüchteleien und Hin und Her, wie das in vielen anderen Medien mit einem Liebesdreieck geschieht, welche oft einfach ermüden.

Der blonde Anführer von Hikarus Kampfeinheit, der scheinbar nur schier endlos sexistische Sprüche darüber vor sich in kläfft, wie sich Männer und Frauen zu verhalten haben, ging mir ein wenig auf den Keks, ist aber schon so ziemlich das einzige schlecht gealterte Element des Filmes. Ja ganz im Gegenteil finde ich beispielsweise die ganzen Handanimierten SciFi-Aufnahmen sogar schön nostalgisch und hübsch und man merkt erst Mal, wie unterkühlt die CG-Schiffe und Explosionen diese heutzutage im Vergleich wirken lassen. Hier kommt dem Film das Alter also Zugute.

Macross: Do You Remember Love ist und bleibt also eine richtig coole Space Opera, welche groß angelegte Weltraumschlachten mit Gefühlen und Popmusik zu seinem ganz eigenen Cocktail mischt.

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