Nostalgic Anime Week: Gunsmith Cats

Kenichi Sonoda hat ursprünglich bei einem Animationsstudio gearbeitet, wo er beispielsweise als Charakterdesigner von Bubblegum Crisis oder dem weiteren Klassiker Gall Force tätig war, bevor er sich als Mangaka niederlies und mit Gunsmith Cats sofort sein längstes und bekanntestes Werk schuf. Das wurde in den 90ern auch in drei OVAs gefasst, allerdings mit weitestgehend eigenständiger Handlung. Mein erster Berührungspunkt war erneut die Sichtung in einer Vox-Anime-Nacht. Und etwas darauf dann das Lesen des Manga, damals noch in amerikanischem Graphic-Novel-Format in fast 20 hochformatig-dünnen Bänden.

Rally Vincent und ihre Mitbewohnerin May Hopkins besitzen in Chicago einen Waffenladen. Zumindest ist das ihr Tagesgeschäft. Hinter der Front der Ladentheken sind die beiden nämlich auch ein Duo an Kopfgeldjägerinnen, die mit Knarre (Rally) und Granaten (May) bestückt im Sportwagen ihre Beute verfolgen. Aktuell werden sie vom ATF, da sie dummerweise nicht alle nötigen Lizenzen für ihren Laden haben, dazu gezwungen, umsonst ein Waffen- und Drogenkartell auffliegen zu lassen, was sie aber auch mit der russischen Killermaschine Radinov bekannt macht.

Wenn ich mich recht erinnere, ist die Storyline der OVA tatsächlich Original Content, nutzt die (Haupt-)Charaktere des Manga, kommt so in jenem allerdings nicht vor. Da jener teilweise aber auch sehr episodisch war, mit mal kürzeren Einsätzen der beiden, mal länger anhaltenden Antagonisten, kann ich jetzt aber auch nicht mehr sicher sagen, dass es dort nicht einen ähnlichen gäbe. Was zumindest nicht stimmt ist, dass Radinov die Tussi aus dem Manga ist, die Rally fängt und versucht zu ihrer Sexsklavin zu machen, so wie ich das fälschlich in Erinnerung hatte. Der Manga ist sowieso wesentlich sexier als die OVA, die sich darauf beschränkt, die Mädels kurz mal in Unterwäsche zu zeigen.

Kenichi Sonoda hat dann auch definitiv drei Faibles: Attraktive Damen, schnelle Autos, und scharfe Waffen. Man sollte meinen, er sei Amerikaner. Die findet man ja so oder so ähnlich in allen seinen Manga wieder, wobei Gunsmith Cats und dessen (von mir schon nicht mehr gekannten, weil nach meiner Zeit publiziertem) Sequel einen Großteil seines Oeuvres ausmachen. Aber auch sein eigentliches Manga-Debüt, das schnell wieder eingestellte Riding Bean hatte dies, und Cannon God Eaxxxion sowieso. Der Man bleibt sich halt treu.

Viel mehr haben dann die 90 Minuten an OVA auch nicht zu bieten. Das klingt jetzt zunächst gemein und abwertend, ist so aber absolut nicht gemeint. Unseren beiden taffen Mädels Rally und Minnie zu folgen ist spaßig und unterhaltsam, es gibt harte Action, ein wenig Sexyness, und es rauchen der Auspuff und die Pistolenläufe. Wenn eine Gang bei Rally einbricht und denkt den Jackpot ob all der dort untergebrachten Waffen gemacht zu haben, nur um dummerweise feststellen zu müssen, dass die Hausbesitzerin diese auch einzusetzen weiß, ist das schon sehr witzig. Wenn sich Rally und Radinov ihre letzte Auseinandersetzung bieten, ist das ein sehr guter Klimax für die Geschichte. Gunsmith Cats ist cool und hat Unterhaltungswert, und mehr brauch es letztendlich auch nicht, um eben einen Nachmittag ganz nett rumzubekommen.

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