Doctor Strange

Ja, der dritte Superhelden-Film in Reihe. Ich schwöre, ich zocke auch noch, aber die Muse drüber zu schreiben ist mir momentan einfach nicht so gegeben. Über 120-Minuten Film rotzt sich einfach viel schneller mal was hin, als Mist über ein 50-Stunde-RPG verzapfen zu müssen.

Doctor Stephen Strange, und ja das ist sein Name, hat alles, was man wollen kann. Der Star-Neurologe ist smart, erfolgreich, reich, hat eine Affäre mit seiner attraktiven Kollegin, und trotz seiner maßlosen Arroganz streicheln ihm alle unaufhörlich das Ego. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, und so landet er in einem selbstverschuldeten Autounfall, der ihm die Hände zertrümmert.

Vom Chaoseffekt des Lebens zurechtgestutzt, versucht Strange natürlich jede Behandlung, die ihm den vollen Zugriff auf die Feinmotorik seiner Hände zurückgeben könnte, stößt in seinem Frust seine Christine von sich, und landet letztendlich beim letzten Strohhalm: Er stöbert einen Kerl auf, der trotz hoffnungsloser Diagnose die Funktion seiner Beine zurückerlangte, welcher ihn nach Kamar-Taj in den Himalayas schickt.

Dort trifft er auf die sogenannte Ancient One, die über das Multiversum und das Leiten von Energie ihn Magie lehrt. Jede Menge esoterisch klingendes Zeug, mit dem der gelehrte Strange natürlich zunächst nichts anfangen kann, aber welche Wahl hat er schon? Und letztendlich stellt er sich nach Anfangshürden als begabter aber alles hinterfragender Musterschüler raus, der die Welt vor der Gefahr des abtrünnigen Ex-Lehrlings Kaecilius retten muss.

Doctor Strange erscheint mir mehr einer jener Subjekte zu sein, die ich eher in die 70er/80er der Superhelden-Filme einreihen würde, als da so einiges Merkwürdiges umgesetzt wurde. Ähnlich wie Ant-Man (ja, ich werde eine Ausrede finden, den in jedem weiteren MCU zu erwähnen!) will es konzeptionell auf den ersten Blick nicht in die ernste moderne Ära und ihre Optik passen. Deswegen gehe ich erneut davon aus, dass diese B-Riege hauptsächlich ihr grünes Licht bekommen hat, weil die A-Riege bereits abgegrast ist, aber nach fast zwei Dekaden er „neu“-aufgekommenen Popularität des Superheldengenres das Publikum diesem dennoch bisher nicht überdrüssig geworden ist.

Scheinbar musste man auch ein Schauspieler mit einem „interessanten“ Gesicht oder „Gesicht mit Charakter“ gewesen sein, um beim Casting der Hauptrollen weiterzukommen. Doctor Strange wird verkörpert von Benedict Cumberbatch, die Ancient One ist niemand anderes als Tilda Swinton, und Kaecilius wird dargestellt von Mads Mikkelsen. Wer hätte gedacht, dass man jene drei Schauspieler mal prominent in einem Superheldenfilm zu sehen bekommen würde?

Aber jetzt mal endlich dazu, wie mir der Film gefallen hat. Eh, joa so ein wenig. Auf einer basischen Linie gesehen war er schon Ok umgesetzt und ich war nicht maßgeblich gelangweilt, bleibe bei meiner Meinung, dass die MCU-Film alle ganz schaubar sind. So wirklich einen meiner Highlights werde ich ihn allerdings nicht nennen. Über die vielen Filme des Genres bin ich ja in den letzten Jahren ein wenig zu dem Ergebnis gekommen, dass die Origins-Storys häufig nicht der interessanteste Teil einer Superheldenreise sind. Was eventuell aber auch maßgeblich dadurch mitbeeinflusst ist, dass wir einfach so erbrechend viele davon vorgesetzt bekommen haben und die Grundbeats sich zu sehr ähneln.

Abgesehen davon finde ich allerdings auch nicht, dass es beispielsweise Cumberbatch schafft den Film zu tragen. Man sollte meinen das Ginge, immerhin schafft er das bei Sherlock und so unterschiedlich sind sich die Figuren zunächst charakterlich gar nicht mal. Vielleicht fehlt ihm einfach das Gegenstück eines Holmes in Doctor Strange, aber den Lead habe ich ihm hier nie abgekauft. Irgendwie wirkt die Figur des Strange aber auch merkwürdig von den anderen Figuren und den Ereignissen des Filmes distanziert, vielleicht gab ihm also auch einfach das Script nicht genug her.

Gefallen haben mir allerdings die visuellen Effekte sehr. Sowohl das trippige Multiversum, als auch das Realitätsfalten in der Spiegelwelt, wenn aus der Umgebung ein Escher-Gemälde wird, sozusagen der Inception-Effekt aber noch extremer. Da ist es richtig schade, dass der Rest des Filmes so konventionell ist.

Werbeanzeigen
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: