City at the Edge of Battle & Planet Eater

Nach Planet of the Monsters Ende 2017 kamen dann jeweils Anfang und Ende 2018 die beiden Nachfolger in der Godzilla-Trilogie der Koproduktion von Toei und Netflix heraus: City at the Edge of Battle und Planet Eater. Womit die aktuelle Ära der japanischen Godzilla-Filme, die scheinbar noch keinen Titel trägt, insgesamt vier Filme zählt. Damit wird es jetzt erst Mal wieder etwas ruhiger um diese Seite, bis 2021 mit der World of Godzilla ein weiteres Cinematic Universe starten soll, sollte das Publikum Shared Cinematic Universes bis dahin immer noch nicht überdrüssig sein. Vorher müssen wir Richtung USA schauen, wo uns demnächst zwei Godzilla-Filme in deren Cinematic Universe, dem MonsterVerse, erwarten werden.

Als kleiner Refresher der Story, da die drei CG-Filme nicht so sehr eigenständige Werke sind, als vielmehr eine zusammenhängende Serie an Filmen, die Story-technisch direkt ineinander übergehen: Menschliche Zivilisation hatte den Punkt erreicht, wo sie den Planeten zu zerstören drohte. Also tauchten Monster auf. Dann tauchte Godzilla auf und hat die Monster besiegt. Aber auch die Menschheit angegriffen. Aliens A wollten helfen und mit Mechagodzilla gegen Normie Godzilla kämpfen, funktionierte aber nicht. Andere Aliens B haben also alle mit auf ihr Schiff geladen, um nach einem neuen bewohnbaren Planeten zu suchen. 20 Jahre später ist das als gescheitert zu betrachten und die wenigen Überlebenden kehren zurück, um die Erde zurückzuerobern. Auf der sind aber 20.000 Jahre vergangen, und ein Urwald voller Godzilla-DNA-basierender Monster hat sich ausgebreitet.

Ein Einsatzteam hatte in Planet of the Monsters unter Anime-Superheld Haruo nun gegen Godzilla gekämpft, gewonnen, nur um herauszufinden, dass dies lediglich ein Abkömmling war und der Original-Godzilla mittlerweile zu 300m herangewachsen immer noch existiert. Niederlage folgend.

City at the Edge of Battle beginnt nun dort, in dem Haruo aufwacht und feststellt, dass er und die wenigen anderen Überlebenden seines Einsatzkommandos, von humanoiden Wesen gerettet wurden, die sich scheinbar von Insekten über die vergangenen 20.000 Jahre entwickelt haben und dem Urwald angepasst leben. Aliens A entdecken allerdings Lebenszeichen vom Nanometall, aus welchem Mechagodzilla war. Wie sich herausstellt ist jener ebenfalls über diese Zeit hinweg gewachsen und hat sich repliziert, bis eine ganze Fabrikstadt an militärischen Waffen gewachsen war inklusive drei Mechs. Mit jenen wird OG-Godzilla nun bekämpft und sie scheinen fast auch zu gewinnen. Bis dann Aliens A allerdings alle opfern wollen, um mit dem Nanometall zu verschmelzen, damit dessen Kapazitäten verbessert werden, und überhaupt sich jenes beim Sieg über Godzilla über den ganzen Planeten ausbreiten würde. Die Menschen, vorneweg Haruo, finden natürlich wie gewohnt die Option ihr eigenständiges Sein aufzugeben weniger erbauend und so sträubt er sich dagegen. Godzilla wird also nicht besiegt.

In Planet Eater nun finden wir endlich heraus, was die religiösen Aliens B, allen voran Haruos Unterstützer Metphies, die ganze Zeit planten. Die Zerstörung des Universums. Irgendwann kam mal King Gidorah vorbei, und hat deren Planeten bis auf die wenigen Überlebenden, die nun die Priesterklasse ausmachen, zerstört. In der Erkenntnis, dass alles endlich ist, selbst das Universum an sich irgendwann zu existieren aufhören wird, haben die einfach beschlossen einen Death Cult zu gründen. Andere Zivilisationen werden aus dem Schatten zu dem Punkt geführt, an dem King Gidorah aus seiner Paralleldimension herbei beschworen werden kann, der dann den Planeten zerstört. Aber nicht wenn Godzilla und der mit der Insekten-Gottheit Mothra aus seinem psychischen Dilemma gerettet Haruo da nicht was zu sagen haben.

Im Prinzip kamen in der Trilogie also alle vier der großen Godzilla Mainstay Monster vor. Wobei allerdings nur Gidorah einen größeren Auftritt hat und mit Godzilla wrestlen darf, Mothra ist lediglich als schattenhafter Spirit Guide kurz eingeblendet und Mechagodzilla bereits in der Vergangenheit liegend. Und ehrlich gesagt fand ich auch den Kampf zwischen den beiden Monstern in Planet Eater nicht so wahnsinnig fesselnd, weil irgendwie nicht viel geschieht, außer dass sich Gidorah in Godzilla verbeißt, bis der endlich mit seinem Energiebeam zurückschlagen kann. Wirklich viel brachiale Action ist in der Trilogie echt nicht gewesen.

Gleichzeitig kann man ihr auf jeden Fall zugutehalten, dass sie nichts Erwartetes geliefert hat, sondern sich ein Stück weit weg traute. Eben in einer Zukunft spielend, in der Godzilla eigentlich schon gewonnen hat. Ihn dominant auf einer veränderten Erde herumwandeln lassen, statt durch präsente Großstädte. Und das Planet Eater Haruo plötzlich auf eine metaphorische Geistesreise schickt, Religion mal wieder böse war, Technikwahn irgendwie aber auch, und voll auf die Schiene des Nihilismus der Endlichkeit von uns als Menschen aber auch allem anderen einsteigt, ganz zu schweigen nie so ganz ein Happy End offerieren wollen scheint… ich denke niemand hat irgendwas davon wirklich von Godzilla erwartet.

Ist halt leider Schade, dass das Endresultat immer noch nicht so gut ist. Ich würde schon sagen, dass sich die Filme langsam steigerten. Planet of the Monsters war total langweilig, City at the Edge of Battle hingegen nur für seine erste Stunde der 90 Minuten. Die beiden hätten definitiv in einen Film zusammengefasst gehört. Planet Eater war dann sogar durchgängig ganz brauchbar. So richtig begeistern kann ich mich für das ganze Projekt an sich allerdings nicht. Dafür sind mir die Charaktere zu fade und werden mir nicht nahegebracht. Dafür hält es die interessanten Punkte zu lange (bis Film 3 im Prinzip) zurück, und scheint auch hier nie voll in die Tiefe zu gehen, sondern sie mehr zu servieren, um tief zu wirken. Und wie gesagt die Godzilla-Kämpfe waren auch eher lahm umgesetzt. Wäre dies hier nur Planet Eater gewesen, hätte ich noch sagen können, kann man sich ruhig antun. Aber die ganze Trilogie, nein die kann man getrost überspringen.

Werbeanzeigen
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: