[FSS] The Chivalries

Das Ende ist erreicht, zumindest was die englische Auflage angeht, The Five Star Stories: The Chivalries in den Bänden 21 bis 26 bilden die letzte offiziell ins Englische übersetzte Story Arc der Saga. Die ist in Japan noch längst nicht abgeschlossen, hier nimmt jene die Volumen IX und X ein, mittlerweile ist man nach langen Pausen dort bereits bei XIV angekommen. Kein Ende in Sicht.

Bei The Chivalries handelt es sich allerdings ähnlich wie bei Trafficks um eher episodische Geschichte, diesmal sogar noch viel weniger zusammenhängend. Insgesamt zehn einzelne Episoden wird es geben, die stilistisch und zeitlich munter hin und her springen, und deren einziges Bindeglied, auch wenn gewisse Charaktere und Plotpoints in mehreren aufgegriffen werden, sind die benannten Chivalries. Die plötzlich wichtig und ständig genannt sind, obwohl sie in keinem vorigen Band je Erwähnung gefunden hätten. So ganz klar war mich auch gar nicht, was diese nun eigentlich sind. Mal präsentiert eine Geschichte es so, als wäre das einfach ein anderer Name für die Mechs steuernden Headdliner, oder deren Klassifizierung vor oder nach dem es in der Timeline keine Motar Headds mehr zum Steuern gibt. Und dann wieder mal sind sie besondere Headdliner, die selbst unter diesen Supermenschen noch eine Elite sind, oder schlichtweg nicht einem Reich untergeben sind. Dann wiederum ist das eventuell auch die Intention: Die Bedeutung von Worten ändert sich, und wenn die einzelnen Handlungen von 8300 Jahre vor der aktuellen Zeitrechnung bis zu 18000 Jahre nach ihr spannen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch die Bezeichnung „Chivalries“ entsprechend morpht.

Was die einzelnen Stories stattdessen machen ist die Mythologie des Universums zu erweitern, oder schlichtweg Charakteren, die in vorigen Geschichten aufgetaucht sind, aber nicht wirklich beleuchtet wurden, eben nun ein wenig Licht zu schenken. War ja schon immer ein wenig mein Kritikpunkt mit der Saga, dass extrem viele Charaktere vorkommen, die dann aber schnell verheizt sind, und von denen nur die Hälfte wirklich notwendig gewesen wären.

Wir starten beispielsweise auch weit in der Zukunft, nämlich auf Jüno in den 18000er Jahren, wenn die anderen Planeten des Joker-Clusters entweder verschwunden oder nicht mehr kolonisiert sind, also weit nach der aktuellen Zivilisation. Und wir sehen schlicht zwei Chivalries, die auf ihrem Drachen respektive Greif (als Ersatz der Mechs und etwas an Panzer Dragoon erinnernd) einen verrückten Forscher ausschalten, der legendäre Fatimas erschaffen will, aber nur Monster produziert. Interessant hierbei ist vor allem, dass die eigentlichen Hauptereignisse der FSS, die ja 15000 Jahre früher angesiedelt sind, nur noch Mythologie sind, und als solche auch teils ganz anders wiedergegeben und dargestellt werden, als es die Ereignisse eigentlich wirklich waren.

Zurück in den aktuellen 2900er Jahren haben wir eine Mirage Knight, die zu ihrem Meister Amaterasu zurückkehrt, und sich den Arm abschneidet, weil sie ihre Loyalität als Headdliner ihm gegenüber nicht mehr garantieren kann, woraufhin Amaterasu meint das Headdliner-Blut sowieso verflucht ist.

Dann springen wir ganz weit zurück, nämlich in 8300er AD statt dem normalen JC, wo uns gesagt wird, dass das fünfte Sonnensystem des Joker-Clusters nur alle mehrere tausend Jahre auf dem Vorbeizug überhaupt anwesend ist. Hier gibt es bereits Chivalries, lediglich besonders starke Kämpfer (und werden bereits als verfluchte Killer gefürchtet), denn Headdliner existieren noch nicht, und wir folgen einem, der einen Stadtstaat von einer faschistischen Nazi-Regierung zu befreien versucht.

Die nächsten sechs Geschichten sind wieder alle in bekannten Territorien und mit bekannten Charakteren, da sie sich alle in die Hauptereignisse der späten 2990er Jahre und frühen 3000er Jahre des JC-Kalenders einreihen. Beispielsweise treffen wir auf die allererste erschaffene Fatima, die nach 700 Jahren langsam Fehlfunktionen aufweist und bald altersbedingt sterben wird. Ein Flashbakc zur ersten Kolonialisierung vom Planeten Both gibt es, in der der Embryo einer Chivalrie-Prinzessin in eine Fatima eingepflanzt wird, woraus die heutigen Headdliner entstehen werden. Die junge Christine nutzt ihre erwachenden Headdliner-Kräfte dazu, einen ihrer Peiniger in der Schule zu töten, weswegen sie angeklagt wird, aber flieht und sich dazu entschließt als ein Chivalrier für die zivile Bevölkerung ohne Entgelt zu kämpfen, was sie die Strafe umgehen lässt. Ein weiterer Flashback zu einem kleinen Jungen, der kurze Zeit mit einer Fatima zusammengelebt hat, und wo mal wieder ordentlich Mysery Porn wie schlecht jene von der Bevölkerung behandelt werden, aufkocht. Einige Geschichten sind erneut voller Charaktere, ohne dass allzu viel geschehen würde, außer maßgeblich nerviger Slapstick.

Am Ende springen wir dann aber doch mal wieder (vergleichsweise) ein kleines Stück in die Zukunft der 3100er Jahre, in der Amaterasu neu entwickelte, besonders gefürchtete Motar Headds erschaffen hat. Und das sich der Wiederstand darauf vorbereitet, gegen sie kämpfen zu müssen. Viel kommt nicht bei rum, außer dass viele Namen und Terminologien der vorigen Geschichten hier nun endlich in einem großen Tease eines zukünftig noch zu erzählenden Ereignisses zusammenkommen. Wichtig ist noch, dass wir herausfinden, dass die einzelnen Pseudonyme von Amaterasu tatsächlich unterschiedliche Daseinsformen mit verschiedenen Persönlichkeiten und Gedankengägen sind. Amaterasu is als Gottimperator ein anderer als er als Sopp ist.

Ist natürlich nicht die stärkste Story Arc, auf der man hätte enden können, weil es im Original ja auch gar nicht das Ende ist. Denn letztendlich ist The Chivalries ein Oberbegriff, aber keine komplette Story Arc, sondern ein Kaleidoskop aus mehreren Kurzgeschichten, die thematisch mal mehr und mal weniger zusammenhängend sind. Die Gefälligkeit der einzelnen schwankt dann natürlich. Diejenigen, die geschickt große Schatten vorauswerfen, wirken immer interessant, auch wenn man sich mittlerweile fragt, ob das nicht einfach nur ein alter Trick von Nagano ist, da wir bisher noch auf keinen jener großen Paukenschläge der Timeline zurück- oder nur wesentlich nähergekommen wären. Die Mythologie-Erweiterungen sind natürlich interessant. Ich persönlich mag aber die humorigen Geschichten weniger, weil mir der Humor der Serie einfach nicht liegt, und ich auch finde das sich jener mit der restlichen Atmosphäre und Stil der Saga stark reibt. Auch übertreibt er es für meinen Geschmack manchmal etwas arg mit dem genannten Mysery Porn gegenüber den Fatimas, auch wenn klar ist, dass er damit stark kontrastieren will, wie gut es den meisten davon unter ihren Headdlinern geht, so dass man schnell vergessen kann, dass sie eigentlich rechte-loses Freiwild sind.

Wissen wie es weitergeht würde ich natürlich trotzdem gern, denn etwas Faszinierendes, schon alleine, weil es so weit angelegt erscheint und das Design so speziell ist, hat The Five Star Stories auf jeden Fall.

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: