Tipping the Scales: Monster Hunter 4 Ultimate (Part 1)

Die Sucht geht weiter mit dem für Nintendo und deren Handheld exklusiven Monster Hunter 4. Genauer gesagt Monster Hunter 4 Ultimate, denn das Original haben wir im Westen bekanntlich nie gesehen. Was ja kein Ding ist, denn wenn schon nur eine Version erscheint, dann besser etwas später die mit mehr Inhalt. Obwohl es mir an sich fast egal sein könnte, da ich sowieso kein Interesse am Multiplayer oder G-Rank habe.

Wobei ich dann wohl das Vanilla 4 bereits nach 50 Stunden zu Grabe getragen hätte, statt 80 Stunden am Spiel zu verbringen wie in der Ultimate-Version. Nach World könnte man es fast vergessen, aber die alten Monster Hunters trennen Solo und Multiplayer ja strickt, statt jede Mission auf beide Arten angehen zu können. Als Antrieb hat der Multiplayer dann aber in der Regel auch einen Rang mehr. Im ersten Release von 4 war die „Storyline“ (welche erneut ignorierbar wenn auch einen Tick zu Textlastig ausgefallen ist), also der Solo-Teil, des Spieles ausschließlich auf den Low Rank begrenzt, während High-Rank-Missionen in der Gathering Hall auf einen warteten. Da die Ultimate-Version den G-Rang hinzufügt, hat das Solo-Spiel nun auch eine zweite „Story“ mit High Rank zu bieten. Allerdings kann auch Solo alles angegangen werden, wenn dies bevorzugt ist, denn die Gathering Hall lässt einen auch alleine die Quests bestreiten, sie sind halt trotzdem von den Statuswerten der Monster mit einem Mehrspieler-Boost versehen.

Ich bin eher nicht derjenige, der Monster Hunter für hunderte von Stunden spielen muss. Man missachte hier bitte mal pfleglich, dass mein Spielstand von World bereits über 200 Stunden zählt. Oder das drei Monster Hunter mehr oder weniger direkt hintereinander zu spielen effektiv auch zu einer Spielzeit im dreistelligen Bereich führt. Jedoch halte ich mich nicht ganz so gern an ein und demselben Spiel auf. Für mich ist es psychologisch einfach ein anderes Gefühl zu wissen, dass das Ende früher oder später in Sicht kommt, und schließe deswegen gerne Monster Hunter nach den Campaign-Credits ab, statt endlos optionale und MP-Quests anzugehen. Deswegen zieht für mich das 100+ Monster eines Generations/Gen Ultimates gar nicht so sehr, weil ich bereits absolut damit zufrieden bin zwei oder drei Dutzend zu ermorden und ihre Häute als Trophäe zu tragen, statt einen halben Kontinent ausrotten zu müssen. Vor allem wenn die meisten Monster dann eh Repeats bekannter Spiele sind, aber um Generations soll es hier nicht gehen (und ich besitze es natürlich dennoch).

Was nicht bedeutet, dass sich die Aufstellung in MH4U groß dahinter verstecken muss. Für diejenigen, denen es wirklich um Quantität geht: in 4U gibt es bereits 98 Monster. Wer nur die großen Beuten zählt, darf dennoch 75 Spezies umnieten. Wobei ich persönlich ja immer meine Probleme damit habe, die Subspezies, Deviants und Wasweißichwas wirklich als komplett neues Monster zu zählen, wie das Capcom gern macht. Ist Azure Rathalos wirklich neu, nur weil er blau ist und länger nervig in der Luft verbleibt als der normale Rathalos? War bei Monster Hunter G auf der PS2 natürlich ein tolles Verkaufsargument mit einem Dutzend neuen Monstern zu prahlen, auch wenn sie alle nur schon aus dem normalen Spiel bekannte mit einem Paintjob waren, um möglichst schnell möglichst viele ins Upgrade packen zu können.

Mir persönlich geht außerdem eh nie so ganz auf, warum die Spiele so eine Obsession mit den ersten beiden Generationen haben. Für mich sind die Monster ab Generation 3 vom Design her oft spannender, die alten simple und sich viel in ihren Attacken überschneidende One Trick Ponies. Ich brauch echt nicht ständig erneut einen Yian Kut-Ku, Khezu oder alle drei Raptordrome vorgesetzt bekommen. Natürlich gibt es auch Gutes aus den Generationen, aber im Schnitt gesehen sind die Neukreationen von 4 ihnen oft überlegen und hätte ich mir auch mehr Wiederkehrer aus der dritten gewünscht. Allerdings nahm Capcom wahrscheinlich an, dass diese Monster schon zur Genüge frisch in Monster Hunter 3 Ultimate auf dem 3DS bekämpft wurden, und tatsächlich die alten frischer sind. Dass ich mein erstes Monster Hunter erst vor etwas über einem Jahr gespielt, seither aber so viele der Spiele durchgezogen habe, macht mich sicherlich zudem etwas selbst mitschuldig die häufigeren Wiederkehrer leid zu sein.

Was mich doch überrascht hatte ist, dass nach Monster Hunter World in einen älteren Teil zurückzugehen, mir gar nicht schwer viel. Ich habe natürlich auch mit Tri angefangen gehabt und zwischenzeitlich das wirklich archaische Freedom 2 gezockt. Da sieht man natürlich die vielen bereits existenten Benutzerfreundlichkeiten von 4U gleich etwas mehr.

Beispielsweise kann bereits hier zu Spielbeginn ein eigener Palico-Katzenmitstreiter erstellt werden, und ab einem gewissen Punkt im Spiel darf sogar ein zweiter mit auf die Solo-Missionen. Ja sogar aufrüsten darf man sie bereits, wobei die Materialien allerdings durch ein Meowster Hunter Nebenspiel kommen, statt von den normalen Jagden (welches glaub ich dem Spielprinzip vom Monster Hunter Diary Spinoff entspricht). Gather Spots können nicht schnell im Vorbeigehen abgegrast werden, aber dafür hat man hier wenigstens Icons, die sie einem anzeigen, wenn man ihnen nahe ist. Zum Craften der Consumables aus den geernteten Gegenständen braucht es wieder Combo-Books, aber dafür sind die Stacks in der Box wieder schön groß. Es nervt etwas, wenn ein Monster einen in eine angrenzende, von kurzen Ladezeiten abgegrenzte, Zone wirft, doch dafür kann dies hier wieder taktisch fürs Heilen und weitere Vorbereitungen mitten im Kampf genutzt werden. Rüstungs- und Item-Sets darf man bereits registrieren, um schnell wieder an das gleiche Loadout heranzukommen. Dass es in den Missionen auch Subquests gibt find ich eh Klasse, dafür vermisste ich etwas jedes Gebiet einfach auf Expedition erkunden/befarmen zu können. Expeditionen gibt es in 4U zwar auch, die funktionieren allerdings anders, weil sie im randomisierten Gebiet der Everwoods gegen zufällige Monster stattfinden.

Sicherlich auch nett ist die Lockon-Funktion. Die ist hier noch nicht ganz wie in Monster Hunter World, wo die Kamera anschließend jeder Bewegung des Monsters folgt, aber besser als gar keine zu haben. Sobald das Lockon via Touchscreen gesetzt ist, fokussiert mit einem Druck auf L die Kamera automatisch auf das Monster. Erstaunlich, dass wir es je geschafft haben diese Spiele ohne die Funktion zu spielen. Obwohl ich beispielsweise das Circle Pad Pro an meinen 3DS angedockt hatte, welches ja einen zweiten Analognub für die Kamerasteuerung bietet, habe ich in den eigentlichen Kämpfen mit den großen Monstern fast ausschließlich vom L-Snap-Lockon Gebrauch gemacht, weil es so viel einfacher geht. Witzigerweise hat über das Spielen von MH4U die graue Gummiabdeckung meines linken Analognubsies dann auch per Abnutzung aufgegeben. Lässt ja netterweise einfach wieder ankleben.

Auf dem Handheld zu spielen hatte für mich definitiv positive wie negative Aspekte. Ich muss schon sagen, dass ich Monster Hunter auf Konsole am Fernseher etwas mehr genießen kann. Es ist was Anderes diese immersive Welt und interessanten Monsterdesigns auch wirklich groß vor einem zu sehen, statt auf dem kleinen 3DS-Screen. Da mag das Spiel für die Verhältnisse des Handhelds noch so gut aussehen. Auch mit einem Kontroller ließe es sich bestimmt sogar noch etwas besser steuern. Gleichzeitig hatte ich in letzter Zeit aber auch unter der Woche nicht die Freizeit zu zocken. Man ignoriere erneut die beibehaltene Frequenz an Blogeinträgen, ich habe einfach eine perfektöse Zeitplanung. In der Mittagspause einfach schnell den 3DS herauszukramen, und ein oder zwei Missionen in Monster Hunter zu zocken, ist da natürlich die perfekte Alternative.

Den Gerüchten, dass Monster Hunter World so viel einfacher ist, kann ich auch nicht komplett zustimmen. Zumindest die vierte Generation ist so schwer nun auch nicht. Es sei denn man will die nicht vergleichbaren Endgame-Missionen eines mit G-Rang ausgestatteten Spieles mit denen eines ohne in auskommenden Basisspieles vergleichen. Im Low Rank und High Rank der Storyline von Monster Hunter 4U bin ich zumindest nur ein oder zwei Mal dreifach ausgeknockt worden und habe eine Mission dadurch verloren. Alles andere ging mit der richtigen Rüstung, Gegenständen im Gepäck, und vorherigem Essen ganz gut von der Hand. Es muss sich natürlich wieder daran gewöhnt werden, dass besagtes Essen oder das Loadout an Equip/Items nicht mitten in der Mission geändert werden kann, sowie fürs Farmen genug Spitzhacken und Insektennetze eingesteckt werden müssen. Ob man das wirklich als schwerer bezeichnen will, nur weil die Vorbereitung nun vor der Mission gemacht werden muss, statt sie on the fly anzupassen, sei mal dahingestellt. Ich bin allerdings auch weiterhin als noobiger Langschwert-Abschaum rumgelaufen, statt eine der anspruchsvolleren der 14 Waffenarten zu wählen.

Deswegen kann ich über die zwei neuen Waffenarten auch nichts sagen. Über die anderen beiden Neuerungen aus Monster Hunter 4 allerdings schon. Zum einen ist dies das Mounting. Sprich in den mit nun viel mehr Absätzen und anderer Vertikalität ausgestatteten Einsatzgebieten kann jetzt auf den Rücken eines Monsters gesprungen und es eventuell dann geritten und umgeworfen werden. Solange man das QTE-Minispiel nicht vermasselt. Das ist bei einigen Monstern sogar ziemlich praktisch. Und ich nehme mal an wesentlich schöner für die meisten Spieler, statt diese Vertikalität durch Unterwasserkämpfe in Generation 3 zu gestalten, die außer mir scheinbar keiner leiden konnte. Die zweite neues Sache, die auch mit der Storyline verlinkt ist, ist der Frenzy-Virus, der in 4 sein Unwesen treibt. Ist ein Monster von ihm befallen, agiert es etwas aggressiver und unberechenbarer, ansonsten ändert sich allerdings nicht viel – zumindest nicht bis aus Frenzy der Apex-Status wird, über den ich aber nichts sagen kann, weil der im G-Rank hinzugekommen wäre. Frenzy-Monster sind also im Prinzip auch nicht anders als Subspezies: Exakt gleiches Monster nur etwas nerviger zu bekämpfen. Ich hätte gut drauf verzichten können, häufig geschieht es allerdings nun auch wieder nicht.

Ebenfalls ein klein wenig… enttäuscht möchte ich gar nicht sagen, sondern vielleicht schlichtweg underwhelmed, war ich zudem vom High-Rank-Teil der Storyline. Mir persönlich waren dort nicht genug wirklich neue Monster untergebracht, sondern zu viel durch die Subspezies aufgestockt. Wird sicherlich bereits dezent durchgeklungen sein, dass ich von denen nicht viel halte. Außerdem waren die letzten drei Kämpfe doch sehr einfach nach einem mörderischen Frenzy Brachydios, was ebenfalls etwas die Luft aus dem Finale gelassen hatte. Auch das ein paar Missionen in der Caravan, also dem Solo-Teil des Spieles, verschlossen sind, bis der Hunter Rank in der Gathering Hall, also dem für Multiplayer gedachten Teil, erhöht wurde, ist eine fragwürdige Idee.

Trotzdem ist und bleibt das Spiel natürlich ein Monster Hunter, und somit ziemlich geil. Die Serie weiß es einfach die Suchtrezessoren des Echsenhirns anzusprechen, in dem immer eine neues cooles Monster an der nächsten Ecke auf einen wartet, immer mal wieder eine neue tolle Rüstung aus ihnen geschmiedet werden kann, durchs wiederholtes Bekämpfen das Können an ihnen aufgebessert wird. Und wie erwähnt ist das in der vierten Generation auch gar nicht so archaisch, wie das gern nach Monster Hunter World hingestellt wird, sondern geht immer noch ziemlich einfach und genehm von der Hand, sobald man sich wieder an die kleinen Eigenheiten wie Farbbälle zu werfen oder einen Stack Whetstones mitzunehmen gewöhnt hat.

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