[FSS] Destiny Three Fates: Clotho

Willkommen zurück bei Mamoru Naganos Langzeitwerk The Five Star Stories. Diesmal haben wir mit Destiny Three Fates: Clotho die Story Arc im Programm, welche in der japanischen Original-Auflage die Sammelbände Zwei und Drei füllt, im US-Release auf die Hefte Vier bis Acht aufgeteilt ist.

Interessanterweise fängt die Story Arc ganz ähnlich der ersten an. Denn auch hier sehen wir ein paar Randos, die wir nie wiedersehen werden, ein schlechtes Forshadowing-Gefühl entwickeln, weil die nämlich Mechs vorbeifliegen sehen, die zu den Boowrays, auch als Rainbow Seven bekannt, gehören, Söldner die eigentlich weitab im All verschollen sein sollten. Gefolgt von einer Post-Kampf-Szene, in der erneut ein Pilot eines Mortar Headds das Zeitliche segnet und seine Fatima ihm schwört ihn bis ans Ende der Zeit zu betrauern. The Five Star Stories hat es sehr mit vage-melancholischen Ausblicken in die Zukunft.

Genau genommen geht es ja darum, dass das Colus Empire vom eigentlich eher kleinen Land Hagooda angegriffen wird, dessen überhebliche Königin heimlich militärische Unterstützung vom Fillmore Empire hat. Darunter eben auch die mitleidslosen Rainbow Söldner. Während Hagooda zunächst gut Territorien übernehmen kann, ist sich Colus sicher, einen Zermürbungskrieg auf Dauer gewinnen zu können. König Colus III, der in der vorigen Story Arc Clotho an sich genommen hat, als jene der Fatima-Zuteilung entfloh, ist nur halt kein ganz geduldiger.

Deswegen vertreibt er sich unter anderem die Zeit damit, uns zu sagen, wie er auf seine eigentliche Copilotin-Fatima Ulicul traf, eine Fehde mit einem der Rainbow Söldner entstand, und auf eine sechsjährige Reise mit ihr ging. Was natürlich bedeutet, dass sie ziemlich bald ins Gras beißt, nämlich in einer der Motar Headd Schlachten während des Zermürbungskrieges. Das Amaterasu-Reich kommt helfend vorbei, und in der finalen Schlacht erfüllt sich die Prophezeiung, dass Colus III zwar seinen Wunden unterliegt, dafür die eigentlich nie einen Meister gefundene und nie einen Mortar Headd steuern wollende Clotho mit dessen ganz besonderem Mech verschmilzt, den Krieg gewinnt, und dann für eine Zeit versiegelt wird, in der das Colus Empire erneut ihre Hilfe braucht. Alles also sehr tragisch mal wieder.

Das ist übrigens das Ende von Heft 7, mit noch einem ganzen weiteren kommend. Welches prompt einen Sprung von tausend Jahren von 2900 auf 4000 macht. In eine Zeit, als es weder Colus noch Fillmore mehr gibt, sondern der ganze Joker Cluster vom Amaterasu-Reich kriegerisch geeinigt worden ist, weil Imperator Amaterasu endlich Frieden und Wohlstand für alle wollte, ob sie sich dem nun anzuschließen bereit waren oder nicht. Natürlich gibt es auch eine Widerstandsbewegung, zu der auch der Nachfahre von Colus III gehört, auf den Clotho bereits wartet. Statt nun allerdings in diese Zeitschiene richtig einzuspringen, war das nur ein Anheizer, um uns darin interessiert zu machen, wie aus Ladios Sopp/Amaterasu ein solcher Tyrann werden konnte. Denn prompt springt die Geschichte wieder nach 2900 zurück, ans Ende des Hauptteiles, und gibt uns einen kleinen Prolog zur nächsten Story Arc mit Pre-Trafficks, welches den letzten Überlebenden der Rainbow Söldner zurück in Fillmore zeigt, und dass dessen Herrscher die Verluste beim Unterstützen von Hagooda im Krieg gegen Colus bereut.

Einer besonderen Gewichtung kommt diesmal auf jeden Fall verstärkt der Beziehung der Fatimas zu ihren Headdliners, sowie Prophezeiungen zu. Denn jetzt gibt es eine ominöse Zukunftsvision vom Ende des Joker-Systems in 7777 deren Kalenders – also noch weit weg sollte man meinen, aber The Five Star Stories nimmt es mit den Zeitsprüngen wohl nicht zu eng. Auch hat Lachesis, die Fatima der ersten Story Arc, die Ladios Sopp/Amaterasu geheiratet hat, neben ihrem trotteligen selbst auch noch eine prophetische Schicksalsschwester, die in ihrem Unterbewusstsein haust. Sowie lässt Clotho tottraurig fallen, dass es ihr Schicksal sein wird gegen Amaterasu und Lachesis kämpfen zu müssen. Irgendwann in der Zukunft. Wahrscheinlich gegen der 4000er-Zeitlinie, in die wir einen kurzen Ausblick hatten.

Es wird eben auch mehrmals angesprochen, dass die Piloten der Motar Headds auf kurz oder lang – meist auf kurz – ihren Fatimas verfallen. Die Königin, die mit Colus III verheiratet ist, ist beispielsweise absolut eifersüchtig darauf, dass dessen wahre Liebe Ulicul ist. Und meint auch etwas verbittert, dass wahre Frauen wohl eher schlecht an die ewig jungen Fatimas, die ihre Headdliner immer an die erste Begegnung erinnern, und ihnen treuergeben sind, ankommen können. Die Rainbow Söldner behandeln ihre Fatimas hingegen wie absolute austauschbare Wegwerfwahre, sind ihren Ehefrauen dafür aber treu, nur damit am Ende in Pre-Trafficks der letzte Überlebende doch seiner Fatima verfällt, nachdem die ihm immer zur Seite gestanden hat.

Das ist natürlich eh eine etwas… komische Sache. Ich weiß nämlich nicht, ob dies ein besonders gutes Licht darauf wirft, wie liebenswert die Fatimas doch sind. Oder ein schlechtes Licht auf die Piloten, die eine ewig junge Sklavin einer echten Frau mit eigenem Willen vorziehen. Denn was schnell vergessen werden kann, weil abgesehen der Rainbows alle anderen Headdliner ihre Fatimas absolut liebevoll und gleichberechtig behandeln, ist: Fatimas sind darauf programmiert ihren Meistern zu gehorchen. Die drei Schwestern Clotho, Lachesis und Atropos sind die einzigen mit einem autarken Willen (und es wird impliziert, dass genau diese Komplexität der Menschlichkeit es ist, weswegen Atropos sich von ihrem Erschaffer abgewendet hat). Selbst wenn sie es wollten, könnten die Fatimas ihren Headdlinern also gar nicht wiedersprechen.

Ein wenig weitere Hintergründe zu den Motar Headds bekommen wir zudem. Beispielsweise hat man sich bewusst dafür entschieden, Schlachten nun mit diesen Super-Mechs durchzuführen, weil die natürlichen Ressourcen eines Landes so wichtig sind, und nukleare Waffen etc. davon zu viel zerstören würden. Oder das der Bau eines Motar Headds eine langwierige und komplizierte Sache ist, und die Mechs fast wie Neugeborene sind, die erst mal rund laufen müssen, ja von ihren Fatimas beschwichtig werden. Eine ominöse Lücke in der Nummerierung der Fatimas wirft auch schon unheilschwangere Schatten voraus: Wer und wo ist Nr. 42?

Es ist und bleibt übrigens im Universum des Joker Clusters die Regel, dass je höher die Position eines Menschen ist, umso übertriebener deren Fashion Sense wird. Wirklich faszinierend, wie viele Charaktere es hier gibt, und Nagano einen dennoch weiterhin mit neuen Ausartungen zu schockieren weiß.

Durch jene vielen Charaktere, die mehr oder weniger groß eine Rolle zu spielen wissen, und gerade deren auch teilweise ebenso abgefahrene Namen, ist Destiny Three Fates: Clotho etwas anstrengender zu lesen, bzw. am Ball zu bleiben. Die eigentliche Handlung und Themen sind gar nicht zu komplex, aber eben durch die vielen merkwürdigen Namen, und die vielen eingestreuten vagen Andeutungen über Schicksal und Prophezeiungen, wird das ganze etwas vertrackter in der Umsetzung. Allerdings auch interessanter, ich zumindest war hier voll am Ball, vielleicht auch weil das Hauptaugenmerk von Ladios Sopp/Amaterasu und seiner Lachesis weggegangen ist zum interessanteren und tragischeren Pärchen Colus III und Clotho. Ja die zweite Story Arc ist mitunter so dramatisch und philosophisch-luftig, dass die eingestreuten Comic Relief Momente mittlerweile geradezu fehl am Platz wirken. The Five Star Stories hat sich über Destiny Three Fates: Clotho jedenfalls eine ganze Ecke interessanter in meinen Augen zu machen gewusst als beim noch reservierten Destiny Three Fates: Lachesis.

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