Sakura Dungeon

Es ist ja schon so, dass ich Dungeon Crawler vom Spielprinzip her mag, weil es eine nette Sache zum Nebenherspielen ist, statt sich groß in komplexe Mechaniken oder den Stand der Handlung involvieren zu müssen. Weswegen sie auch oft gut als „pick up and play“ gehen, oder zumindest zum Wiederaufgreifen, wenn man eine Weile nicht mehr gespielt hat, statt brutalst den Faden oder die Spielfeinheiten verloren zu haben. Ich meine, ich habe Elminage Original zuletzt in 2013 gespielt, und würde mir den Mist auch nie wieder antun müssen (in b4 ich in einem Monat über Elminage schreibe, weil ich’s beendet habe), aber ich glaube schon innerhalb von unter einer halben Stunde mich trotz all der vergangenen Zeit wieder eingefunden haben zu können.

Dummerweise mag ich meine Spiele dann aber auch lieber einfach als schwer, was gerade bei Dungeon Crawlern dann problematisch werden kann. Stranger of Sword City habe ich seit dessen PC-Release, und fand das Design und Setting ziemlich cool, hab das Spiel dann aber Richtung Finale abgebrochen, weil ich keinen Bock mehr hatte einen Boss dutzende Male anzugehen. So sehr mir die öfter etwas stupide Vorgehensweise in Dungeon Crawlern gefällt, so doch nur dann, wenn es dennoch relativ zügig vorangeht.

Deswegen sind meine Kriterien für Dungeon Crawler auch ziemlich niedrig angsetzt. Geht es zügig voran und ist ganz interessant anzusehen, kratzt den richtigen „Grinding“-Fleck (nicht nur was Level ups angeht, sondern auch ein Stockwerk nach dem anderen aufzudecken), dann ist für mich schon viel der Miete gezahlt. Grundsätzlich mag ich es zudem besser, wenn sich das Team selbst erstellt werden kann, und ich somit „meine“ Kreationen über die Level ups verbessere, statt mit vorgefertigten Charakteren den Kerker durchschreiten zu müssen.

Und da kommt Sakura Dungeon natürlich ganz gut rein, weil eh ein porniges Spiel, und damit gar nicht so viel Gewichtung auf die Herausforderung legend, immerhin will der Spieler ja irgendwann auch bei den Möpsen ankommen. Natürlich alles etwas züchtig bedeckt in der Steam-Version, da Steam zwar meinen mag, keine Eigenkontrolle mehr auszuüben, sondern alles zu erlauben, jedoch dort die nackten Tatsachen direkt mal wieder auszuklammert. Einen Patch gibt es natürlich dennoch, den ich auch installiert hatte, um hier transparent zu bleiben.

War dann sogar etwas überrascht, dass Sakura Dungeon, nachdem die diversen Schnellschuss-Sakura-Spiele eher einen minderen Ruf haben, doch etwas zu bieten hat. Also abgesehen natürlich vom mal mehr und mal weniger freizügigen Lesbensex in dieser Welt der reinen weiblichen Bevölkerung. Das Spiel ist nämlich doch ein waschechter Dungeon Crawler, wenn natürlich auch eher in die simple und einfache Ecke gehend. Wessen ich wie bereits erwähnt gar nicht abgeneigt bin.

Inspiriert von frühen japanischen H-PC-Spielen haben wir es hier beispielsweise mit einem Dungeon zu tun, in dem jeder Gegner ein niedliches Monster Girl ist, welche sogar gefangen und dann ins Team genommen werden können. Davon gibt’s auf jedem Stockwerk ein oder zwei neue, und bei über zwanzig Stockwerken ist damit schon Abwechslung geboten. Zumal noch Spezialcharaktere dazukommen, die sich nach einem Bosskampf oder Special Encounter anschließen. Das alles für ein Team aus sechs Charakteren, die ins Dungeon gehen.

Wovon allerdings nur die vorderen Drei aktiv sind und wirklich am Kampf teilnehmen, während sich die andere Hälfte im Hintergrund passiv heilt und jederzeit eingetauscht werden kann. Game Over ist man nämlich erst, wenn alle sechs Mädels erschlagen sind, bzw. wahlweise Hauptcharakter Yomi das Licht ausgeht. Einen direkten Heilskill gibt es übrigens nicht, jedoch regeneriert jeder Charakter (und Gegner) jede Runde ein paar HP und AP. AP werden für jeden einzelnen Angriff genutzt, die ein Charakter ausführen darf, und kann über den Defensivbefehl stärker regeneriert werden. Criticals zerstören die Kleidung der Charaktere, können deren Moral allerdings auch brechen und damit weniger Kampftauglich machen.

Wobei ehrlich gesagt davon viel ignoriert werden kann. Häufig ist es sogar durchaus ausreichend, einfach die Auto-Battle-Funktion zu benutzen, wobei sich Charaktere aus vorderer und hinterer Reihe dann nicht auswechseln, und gerade wenn dann der RNG mal wieder entschließt, dass der Boss zwar mit dem nächsten Schlag tot wäre, aber erst Mal drei Runden jeder danebensemmelt, dann verliert man eventuell auch mal einen Charakter. Zusätzlich sollte ich hier wohl auch erwähnen, dass ich es natürlich nicht lassen konnte, mir jedes Monster Girl zu fangen, sobald es neu auf einem Stockwerk rumlief. Das führte allerdings auch dazu, dass ich jedes neue Stockwerk ein paar Level grinden musste, um auf deren zu sein. Wer strack durch das Spiel geht hat vielleicht auch etwas mehr taktischen Nutzen aus dem Kampfsystem zu ziehen.

Eigentlich fand ich das Design des Spieles sowieso ganz angenehm. Die Mädels sind beispielsweise, wenn auch unter üblichem Same-Face-Syndrom, meistens echt niedlich designt, genau wie die zu findenden Kostüme der beiden Hauptcharaktere. Ausrutscher gibt es natürlich immer mal wieder. Auch fand ich die Geschichte und Charakterinteraktionen eigentlich ganz süß. Yomi ist ein netter Dungeon Lord, die ihre Mädels unterstützt und auch jetzt nicht zu sehr davon befremdet ist, dass sie Jahrhunderte versiegelt war, und sich jemand neues in ihrem Kerker breitgemacht hat. Ich war sogar richtig überrascht, dass jedes gerade im Team befindliche Monster Girl zu jeder Storyszene einen eigenen kleinen Kommentar hatte.

In Sakura Dungeon steckt also überraschenderweise mehr Arbeit und Aufwand, als ich das zunächst dachte. Bäume reist das Spiel natürlich nicht aus, ist aber durchgehend ein wohlig-nettes Unterfangen. Sowohl was das Setting, Handlung und Charaktere angeht, wie auch das simple und kurzweilige Grinding durchs Dungeon betrachtet. Mir war es definitiv ein gefälliges Unterfangen.

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: