Corpse Party (2015)

Zufällig lief neulich der 2015er Live Action zu Corpse Party bei uns im kleinen Nischenkino, da er wohl bald seine Deutschlandveröffentlichung hat, und da geht man doch ruhig mal hin. Vom Regisseur, der uns auch Hitori Kakurenbo beschert hat, was jetzt nicht unbedingt eine Auszeichnung ist. Doch zu Corpse Party kann ich aber ruhigen Gewissens sagen: Es ist ein ziemlich schlechter Film, und jeder sollte ihn sehen.

Grundsätzlich geht der Film die gleiche Handlung ab, nur natürlich viel schneller. Eine Gruppe Teens macht ein dämliches Ritual, bei dem Sachiko angerufen wird, weil man sich dann angeblich niemals trennen wird. Stimmt so gesehen auch, denn es versetzt die Schüler in die Grundschule, in der drei Kinder umgebracht wurden, und aus der es kein Entrinnen gibt, bevor nicht der Geist von Sachiko beschwichtigt wird. Die große Wendung am Ende, wer der wahre Kindsmörder ist, welche im Spiel ziemlich offensichtlich war, und im Film etwas weniger so ist da er so viel schneller voranschreitet, weniger Aufbau bietet, mit inbegriffen.

Was der Film sogar fast etwas besser hervorbringt als das Spiel, dem geschuldet das er sich nicht wie das Visual Novel mehrere Pfade und Bad Ends basierend auf die Multiple-Choice-Möglichkeiten leisten kann, sondern alles in eine straffe Narration packen muss, ist das die Extremsituation nicht gerade das Beste aus diesen Kids herauszulocken vermag.

Die kleine Schwester, der nervigste Charakter, der bitter aus der Riege im Spiel hervorgestochen ist, ist übrigens immer noch mit dabei, auch wenn ihre Route eine ist, die zum Großteil verändert wurde. Es ist ihr mit dem Film-Casting definitiv nicht geholfen worden, denn die Schauspielerin schaut genauso alt aus wie der Rest der Truppe, verhält sich aber weiterhin wie eine unterbelichtete 6-Jährige. Aber wenigstens gibt es jetzt weniger Zeit mir ihr. Einschiffen darf sie sich dennoch auch hier, für diejenigen, dessen Fetisch das war.

Allgemein hilft es einem in den Grundzügen so simplen und vorhersehbaren Horror-Plot wie in Corpse Party natürlich wenig, wenn man ihn in einen kurzen, geradlinigen Film stecken muss, dem sowohl die Interaktion des Spielers mit dem Geschehen abgeht, als auch die interessante Kapitelstruktur mit den verschiedenen Endmöglichkeiten. Außerdem ist das Ding billig gemacht, die Schauspieler bieten alle eher unterirdische Leistungen, und die deutsche Synchro ist auch nicht unbedingt hochwertig.

Das ist aber alles absolut irrelevant. Schaut den Film dennoch unbedingt, und das auf jeden Fall in einer Riege an Freunden, oder Leuten, die ihr zu solchen machen wollt. Denn Corpse Party (Live Action) ist die witzigste Komödie unseres Jahrhunderts.

Der Film ist einfach so absolut chaotisch und unbegreiflich, es grenzt an vielen Punkte stark an Parodie. Wenn die Charaktere dann schlecht geschauspielert in absolute hysterisch-witzige Emotionen verfallen, oder diese absolut dämlichen hormonellen Entscheidungen treffen, die sie sicher umbringen werden, und das Ganze nur übertrieben und aus dem Nichts kommend wirkt. Wenn der Gore ebenfalls so absolut überdramatisiert wie gleichzeitig nonchalant präsentiert wird. Als die Lehrerin zu Beginn die Türe aufmacht und ohne jegliches Trara den Schädel eingehämmert bekommt, oder die eine Schülerin von den beiden kleinen Kindern so fest gegen die Mauer geworfen wird, dass ihr Körper explodiert. Wenn der eine Kerl fasziniert vor dieser Pfütze, die mal seine Mitschülerin war, steht, und einen Anruf von ihrem Geist bekommt, er solle ihr nicht auf die Organe starren. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen während des Filmes.

Das ist es einfach. Die Momente, die im Spiel grausam sind, die im Spiel leichte unheimliche Atmosphäre aufbauen, die Charaktermomente zeigen, einfach die überraschen oder erschrecken oder mitfühlend machen sollen… sind alle im Film absolut lächerlich und das auf die beste unfreiwillige Art und Weise, die man sich nur wünschen könnte. Hut ab Corpse Party, ich habe selten so gelacht, Unterhaltungswert 10/10.

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