[FSS] Destiny Three Fates: Lachesis

Mamoru Nagano ist schon eine sehr interessante Persönlichkeit. Neben Designs für Anime und dem Zeichnen seiner eigenen Manga ist er beispielsweise auch nebenbei als Musiker oder Fashion Designer tätig gewesen. Außerdem hat er eine sehr starke Hand auf seine Kreationen, die zum Großteil Eigentum seiner eigenen Firma bleiben. Sein 2012er Anime Gothicmade beispielsweise ist bis heute nicht auf Heimvideo erhältlich, weil Nagano dies nicht will, sondern wird nur sporadisch auf japanischen Kinoleinwänden vorgeführt. Außerdem ist er gut befreundet mit einem weiteren speziellen Auteur, Kunihiko Ikuhara (Sailor Moon S, Utena, Penguindrum, Yurikuma), von denen es auch gemeinsame Bilder im Sailor-Cosplay gibt.

Sein Magnum Opus ist allerdings The Five Star Stories. Ein Manga, den er 1986 kurz nach dem Start seiner Karriere begonnen hat, und der bis zum heutigen Tage läuft. Nicht ununterbrochen, in den 32 Jahren hat er es bisher „nur“ auf 14 Bände gebracht, da Nagano immer wieder größere Pausen einlegt (maßgeblich die 9 Jahre zwischen Band 12 und 13). Aber jeder neue Band schafft es erneut auf die Bestseller-Listen, FSS hat es also zu einem gewissen Urgestein und Klassiker-Status gebracht.

2015 habe ich ja mal den Anime besprochen, der doch irgendwie leicht verwirrend war, obwohl eigentlich total banal von der Handlung her. Es hat mich also somit mal wieder drei Jahre gebraucht, aber jetzt, wo ich dessen Details schon wieder total vergessen habe, ist zum Vergleich auch der Manga gelesen. Beziehungsweise dessen erstes Volumen, Destiny Three Fates: Lachesis, auf dem besagter Anime basiert.

Überrascht hat mich, dass die Geschichte so gesehen eigentlich identisch ist zum Anime, welcher in seinen 65 Minuten eigentlich kaum etwas von Wichtigkeit auszulassen schien. Vielleicht mal abgesehen vom Prolog-Kapitel, welches als Anheizer dient, um sich auch das nächste Kapitel reinziehen zu wollen, bevor die Story 20 Jahre in die Vergangenheit springt, und welches an sich nicht schlecht ist, aber für einen kompletten Film natürlich doch etwas unnötig erscheint.

Wir sind also im Joker-Cluster, welcher hauptsächlich aus 4 Planeten besteht, und in dem Krieg herrscht. Der ausgefochten wird in Mechs mit Namen Mortar Hedd, welche so mächtig sind, dass die Piloten seit ihrer Kindheit dafür trainiert werden müssen, und zusätzlich noch Fatimas benötigen. Fatimas sind humanoide Betriebsmaschinen, designt als wunderschöne Frauen, die zusätzlich absolute Unterwerfung einprogrammiert bekommen. Ein Schelm wer dabei Böses denkt.

Dr. Ballanche ist derjenige, der die Fatimas produziert, und hat mit den nach den Schicksalsgöttinnen benannten drei Schwester seine finale Produktionslinie beendet, denen er allerdings den freien Willen gelassen hat. Nun ist es so, dass bisher blutige Auseinandersetzungen vorherrschten, um an die Fatimas zu kommen, weswegen diese mittlerweile bei einer Festivität vorgestellt werden, an der alle Flieger von Mortar Hedds teilnehmen können, und sich die Fatima dann ihren Meister aussucht. Ein solches Festival steht für die verbliebenen zwei Schwestern Lachesis und Clotho an, wobei Veranstalter Fürst Juba sie lieber als seine eigenen Sexsklaven behalten will. Wählt eine Fatima nämlich keinen Meister, so bleiben sie bis zur nächsten Wahl in der Obhut des Lehnsherrn.

Unser Hauptcharakter Ladios Sopp ist ein Mortar-Hedd-Ingenieur und ein guter Freund von Ballanche, der die Schwestern schon seit ihrer Kindheit kennt, und Clotho versprach mal ihr Meister zu werden und ihr einen goldenen Mech zu bauen. Es geht ein wenig hin und her an Geplänkel zwischen den MH-Adligen, mit Slapstick ob Sopps Aussehen wie eine Frau, Juba darf ein wenig ein Creep sein, und Clotho fliehen und sich einen Meister außerhalb der Mauern suchen. Nachdem er dann Zuspruch von seiner toten Frau bekommen hat, rettet Sopp endlich Lachesis, offenbart das er eigentlich der Sonnenkaiser Amaterasu ist, und verheiratet sich mit der Fatima.

Um ehrlich zu sein sieht man The Five Star Stories, zumindest in Destiny Three Fates: Lachesis, was ja immerhin mit einem Band als Story Arc auch eher kurz geraten ist, stark an, dass Nagano eigentlich eher ein Designer ist. Gerade die englische Edition (die ein paar Jahre auf den Buckel hat, deswegen den Band in 3 großformatige Hefte unterteilt und sich ausgiebig für die rechts-nach-links Leseweise entschuldigt) kommen mit reichlich Background an, die in Japan in einem späteren Companion-Buch zur Franchise abgedruckt wurden. Jede Menge Charaktere und Mechs werden gezeigt und erklärt, die im Manga soweit noch gar keine Relevanz haben, die einzelnen Schiffdesigns erläutert, der Kalender das Sonnensystems mit den vorigen wichtigen historischen Ereignissen abgedruckt etc. Hier hat jemand seine Freude daran gehabt eine dichte Welt zu erschaffen und vor allem seiner Fantasie was Chara- und mechanische Designs angeht freien Lauf zu lassen. Dürre Mädels mit enormen Schulterpolstern, Charaktere mit den steilsten Frisuren, wuchtige bis filigrane Kampfmechs und ganze fliegende Inseln als Königspaläste.

Aber das täuscht vorerst nicht darüber hinweg, dass die erste Story-Arc noch nicht so viel hergibt. Ganz wie beim Anime, wenn auch mit der einen oder anderen Erklärung mehr, weswegen die Verhalten der Charaktere doch stimmiger und schlüssig erscheinen, ist die eigentliche Handlung abseits der schrägen Designs und der übertrieben vielen Namen eigentlich sehr geradlinig und gar etwas unbesonders. Es ist klar, dass hier der Grundstein für ein größeres Werk gelegt wurde. Ich bin mal darauf gespannt, ob die späteren Bände das einlösen werden, oder weiterhin durchscheint, dass Nagano einfach gern Sachen designt und dies hier als reines Vehikel herhält, um sie präsentieren zu können. Soweit verbleibe ich erst mal nach all dem Prestige, der The Five Star Stories anhängt, etwas unbeeindruckt aber doch dem Kommenden gegenüber fasziniert.

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