Shark Week VI – The Shallows

Zum Abschluss dann der Film mit ein wenig mehr Prestige. Der sogar im Kino war, im zweistelligen Millionenbereich gekostet hat, und dessen Kritiken nicht vernichtend waren. Und der mit der Thematik etwas seriöser umgehen möchte.

The Shallows bietet dabei eine ziemlich einfache und geradlinige Handlung. Nancy begibt sich nämlich, nachdem ihre Mutter gestorben ist, an einen geheimen Strand in Mexiko, an dem jene in der Schwangerschaft surfen war, und tolle Geschichten von „ihrem“ Strand der Tochter weitergeben konnte. Um den Kopf frei zu kriegen nach dem Verlust, und da sie nun in Frage stellt, ihr Medizinstudium zu beenden oder nicht, hat sich auch Nancy zu einem Surftripp dorthin begeben.

Ist soweit auch alles toll, denn obwohl ihre Reisegefährtin sie für den Tag versetzt hat, hat sie ein netter fremder Mann im Auto mitgenommen und zwei andere nette fremde männliche Surfer sind auch schon in den Wellen. Faszinierend, dass dem dürren blonden Mädel da nichts geschieht, so leichtsinnig wie sie ist. Der Übermut wird ihr dann auch echt nicht belohnt, wenn die anderen beiden Surfer sich auf den Weg nach Hause machen, da es spät wird, und Nancy noch eine Runde alleine drehen will. Etwas stößt sie vom Brett, sie schlägt sich den Kopf an Felsen unterm Meeresspiegel an, und dann beißt sie auch noch was ins Bein.

Sie kann sich noch aus dem Wasser retten, hängt jetzt aber dummerweise auf einem angespülten Walkadaver. Ein schnelles Schwimmen rettet sie zwar noch auf einen aus dem Wasser ragenden Felsen. Doch es sieht schlecht aus für Nancy. Der Strand mag in verräterischer Sichtnähe sein, aber da der Hai patrouilliert, sind diese hunderte Meter schon zu viel. Keiner ist in der Nähe. Ihre Freundin weiß nicht, wo sich der Strand befindet. Und Blut verliert sie auch.

Es ist also, mit ein wenig Charakterbackstory bestückt, ein ziemliches einfaches Konzept „Mädchen strandet weniger hundert Meter vom Strand entfernt auf einem Felsen und wird von einem Hai als persönliches Frühstück angesehen, überlebt sie es oder nicht?“. Grundsätzlich nicht ganz anders, als viele Arthouse-/Indie-Filme, die sich ähnlicher Thematik seriös annehmen wollen und ebenfalls einen oder wenige Menschen irgendwo in Haigewässern stranden lassen wie The Reef oder Open Water. Die haben meist allerdings das Problem, dass sie zu ernst und realistisch mit der Hai-Thematik umgehen wollen, und deswegen einfach leicht langweilig sind, weil ein realer Hai sich eben gar nicht so extrem für Menschen als Opfer interessiert und lange Zeit in diesen Filmen der Jäger gar nicht sonderlich präsent ist.

The Shallows hingegen findet dort einen guten Mittelweg zum reißerischen Haiangriffs-Genre. Denn so wirklich realistisch ist der Weiße Hai im Film eigentlich nicht. Wie gesagt sind die keine so gnadenlosen Jäger, oder zumindest als solche nicht hinter Menschen her. Die meisten Haiattacken geschehen, weil sie Leute mit nahrhafteren Dingen verwechselt haben, oder weil sie sich in ihrem Territorium bedroht fühlen. Wenn sie nicht total ausgehungert sind, fressen sie aber selten Menschen, sondern machen nur einen Probe-/Warnbiss und lassen es dabei. Dass ein Hai, der auch noch einen Walkadaver in unmittelbarer Nähe zur Verfügung hat, so gezielt ein dürres Weib verfolgen würde, und ganze 24 Stunden den Felsen, auf den sie sich gerettet hat, umkreist, ist nicht sonderlich plausibel.

Ist jedoch auch ganz gut so, weil wenn man ein absolut realistisches Haiverhalten sehen wollen würde, kann man sich auch eine Doku reinziehen. Einen Actionstreifen nimmt man doch eher war, um auch Unterhaltungs- und Schauwerte zu bekommen. Und hier fährt The Shallows durchaus etwas auf. Alles im Rahmen dies auf den ersten Blick seriös und real wirken zu lassen natürlich, aber es gibt regelmäßige Vorstöße des Haies und Ausreden, warum Nancy sich kurz ins Wasser begeben muss. Hoffnungsschimmer, dass sie doch entdeckt werden könnte, die jedoch wieder erlöschen. Und aufs Finale hat der Weiße Hai dann wirklich endgültig genug, und will das Weib um jeden Preis jetzt fressen, mit einer plötzlichen Gewaltexplosion, die eben dadurch gut wirkt, weil sich der Film vorher etwas zurückhaltender verhalten hat.

Damit war, und das überrascht wahrscheinlich wenig, der professionell gedrehte Film diese Woche derjenige, der am besten war. The Shallows lässt sich nämlich echt sehen. Nicht total blöde, aber auch nicht zu langweilig-real, mit einen starken Schauspiel der fast einzigen Person, und einem Hai, der scheinbar irgendetwas zu persönlich genommen hat. Fand den Film wirklich gut.

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