Jurassic World: Fallen Kingdom

Kinozeit war am Wochenende, diesmal gab es Dinosaurier-Beschau ganz außerhalb derer Gehege im neuen Jurassic World: Das gefallene Königreich, welches aktuell angelaufen ist.

Interessant ist ja auch, dass die beiden neuen Filme etwas der generellen Richtung der alten Jurassic Parks folgen. Der erste Teil drehte sich komplett um den Park, und nun geht es nach dessen Scheitern im Nachfolger zurück auf die Insel und anschließend werden die Dinos ans Festland gebracht.

Denn ein Vulkan auf der Isla Nublar ist wieder aktiv, der die letzten dort nun frei lebenden Dinosaurier ausrotten wird. Bedeutet natürlich das eine Debatte darum entbrennt, ob wir die Verantwortung tragen, von uns künstlich wiedererweckte Kreaturen auch das Überleben zu sichern, oder da sie eigentlich eh nicht in unsere Zeit gehören einfach ihrem Schicksal überlassen. Was letztendlich geradezu ein wenig nebensächlich ist, denn es wird eh privat eine Rettungsaktion von der Firma gestartet, die den Park erschaffen hatte, und unsere beiden Leads Claire und Owen sind nach ein wenig Überredungsarbeit auch wieder mit dabei. Die beiden sind übrigens mittlerweile getrennter Wege gegangen, aber auch das ist nicht so wichtig.

Wer natürlich direkt dachte, dass der charismatische, gelackte Kerl im Anzug, der diesen Auftrag erteilt, und Claire hinzugeholt hat, eigentlich ein böser Fiesling TM ist, der ist absolut auf dem richtigen Trichter. Denn eigentlich will der nur ein paar Dinos von der Insel holen, nicht um sie auf einer anderen ungestört wieder auszusetzen, sondern um sie zu verkaufen und die eigentliche Forschung der Firma zu finanzieren. Die da wäre eine Killermaschine zu züchten, in dem genetisch der Indominus Rex – der Apex aus dem vorigen Film – mit einem Raptor zum Indoraptor verbunden wird. Genauso tödlich, aber kompakter gebaut und wesentlich intelligenter. Dinosoldaten mit noch so gutem taktischen Denkvermögen und Killerinstinkt helfen allerdings wenig, wenn ihr Gehorsam schwanken kann. Deswegen wird Blue, der von Owen großgezogene Raptor, benötigt, um eine neue Generation an besonders gehorsamen Indoraptoren züchten zu können.

Und wie immer, wenn die bösen Fieslinge in einem Jurassic Irgendwas sich die Dinos oder deren DNA aneignen wollen, geht das natürlich gewaltig schief. Im Sinne von Fallen Kingdom wäre dies, dass während der geheimen Auktion unter dem Anwesen die Dinos ausbrechen. Vorzugsweise der Indoraptor, der ziemlich schnell Kleinholz aus ein paar Nebenrollen zu machen weiß.

Mir hat ja bereits der erste Jurassic World gefallen. Und das unterschreibe ich auch wieder für Fallen Kingdom. Zumal er einige Dinge auch wirklich besser macht als sein Vorgänger. So hatte man dort beispielsweise immer mal wieder das Gefühl, dass zwei oder drei Handlungsstränge eher nebeneinander her laufen, statt organisch einen Film zu ergeben. In Fallen Kingdom hingegen hängt alles viel besser und stimmig zusammen. Und das obwohl man hier ja zwei ganz unterschiedliche Schauplätze offeriert. Die Charaktere sind immer noch nicht super ausgearbeitet, aber erneut wenigstens keiner nervig, nicht mal das kleine Mädchen, obwohl das bei ihrer Einführungsszene zu befürchten war.

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch das Finale des Filmes, wenn er fast etwas zu einem familienfreundlichen Horrorfilm wird, mit dem schon sehr beeindruckend designten Indoraptor, der unsere Leads durch das nächtliche Anwesen jagt, Dächer erklimmt, und sich an im Bett liegende Kinder anschleicht. Passenderweise hat man sich hierfür auch die Gewaltspitzen aufbewahrt. Überhaupt finde ich dessen Design ziemlich cool, mit den goldenen Akzenten etc., der könnte glatt aus einem Monster Hunter stammen.

Es ist und bleibt natürlich ein Jurassic Film. Das bedeutet das wir hier hauptsächlich durch Action und Effekte unterstütztes Popcorn-Kino zu sehen bekommen. Der Film geht nie wirklich auf tieferliegende Fragen ein, wie die Moral hinter der Genmanipulation, der dadurch geöffneten Büchse der Pandora etc., sondern reißt sie nur kurz an und lässt sie dann wieder fallen. Die Charaktere sind etwas grob gezeichnet, allen voran der Bösewicht, der wirklich keine Nuance aufzuweisen hat. Hier war theoretisch mehr zu holen, klar, aber die Franchise ist nicht wirklich durch ihre Verkopftheit bekannt, von daher war nicht viel zu erwarten.

Ein weiterer unterhaltsamer Action-Streifen um Dinos und die von ihnen gejagten Menschen ist es also geworden. Ganz den Aha-Effekt des allerersten Jurrasic Parks wird glaub ich auch kein Film mehr hinbekommen können, einfach weil der halt der erste war, und weil damals die Integration der CG-Effekte auch noch Augenöffnend war. Wenn es allerdings um reinen Unterhaltungswert geht, da fallen für mich auch die beiden Jurassic World nicht durch.

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