Quickies

Kürzlich gab es mal wieder ein paar Filme zu besichtigen, die für mich nicht genug hergeben, um einen ganzen Post draus zu machen, weswegen nach langer Zeit mal wieder zu einem Quickie zurückgegriffen werden kann, in denen ich in jeweils ein oder zwei kurzen Absätzen über mehrere gleichzeitig lamentiere.

Gesetz der Rache. Wohl so eine Art Klassiker, der permanent hoch und runter läuft, und den jeder außer ich schon gesehen haben müsste. Story ist simpel: Gerard Buttler muss mit ansehen, wie zwei Einbrecher seine Frau und Tochter umbringen. Anwalt Jamie Foxx macht einen Deal mit einem der beiden, um gegen den anderen auszusagen, woraufhin einer in die Todeszelle und der andere nach drei Jahren Bewährung auf freien Fuß gelangt. Es entbrennt ein ausgeklügelter Rachefeldzug Buttlers, der in Folge dessen sowohl das Justizsystem bloßstellen und Foxx eine Lehre erteilen will.

Wenn man wie bei Jigsaw nicht zu viel denkt, wie das jetzt alles genau funktionieren soll, ist es auch ein echt spannender Film. Hauptsächlich durch das gute Schauspiel der beiden sich gegengesetzten Hauptdarsteller überzeugend rübergebracht, mit genug brachialen Entladungen wie verkopften Plänen. So richtig das rostige Justizsystem wie auch Selbstjustiz mag der Film nicht gutheißen, schwankt aber das eine oder andere Mal wohl doch stärker in die zweite Richtung. Ist vielleicht aber auch nur deswegen so, weil wir als Zuschauer es gewohnt sind, für den Alleingänger, dem Unrecht getan wurde, zu sein.

Fantastic Beasts and Where to Find Them. Prequel zu Harry Potter in den 1926er Jahren, in denen Oscar-Gewinner und menschlicher Breitmaulfrosch Eddie Redmayne einen verschrobenen Briten spielen darf, der in Amerika seine Tierwesen studieren und freilassen will, und dabei in eine dortige Krise gerät, dass Magier auffliegen könnten. Und es ist ein unglaublich uninspirierter Film. Nichts hieran traut sich auch nur einen Zentimeter über den Tellerrand. Die Charaktere sind gehabt, die Handlung läuft erwartungsgemäß, selbst die Optik ist trotz der ganzen Magie in dieser Welt absolut ohne Fantasie dahingeklatscht.

Der Film ist übrigens auch geschrieben von J. K. Rowling selbst. Um mal ein wenig auf eine Nebenspur zu geraten: Die Gute ist ja auf Twitter und in Interviews gern dazu bereit, zu behaupten, dass gewisse Charaktere und Thematiken im Harry-Potter-Universum reale soziokulturelle Probleme spiegeln oder Minderheiten repräsentieren sollten. Oft damit bemängelt, dass es wenig hilft zu behaupten Dumbledore wäre schwul, wenn es im eigentlichen Material nicht behandelt wird. Nun, mit einem von ihr selbst geschriebenen Prequel in einer etwas erwachseneren Welt ward nun die Gelegenheit, ihre Schreibhand dahin zu führen, wo ihr Mund schon die ganze Zeit predigt. Die Unterdrückung der magischen Jugend durch diese religiöse Fanatikerin soll bestimmt auch was bedeuten. Aber erneut hat die Rowling beispielsweise nicht einen LBTQ-gecodeten Charakter in den ganzen Film gesetzt. Als das Main Girl Redmayne zu sich nach Hause nimmt, und sie von einem anderen Mädel begrüßt werden, dachte ich noch „gut für dich Rowling, sowohl ein lesbisches Pärchen erschaffen und den Erwartungen, dass das Main Girl immer der Love Interest vom Main Dude sein muss untergraben“, nur damit ein Satz später aufgeklärt wird, dass die beiden Schwestern sind.

How to be Single. Eine manchmal ganz nette und manchmal etwas anstrengende oder flaue Komödie um eine Dakota Johnson, die ein Aus mit ihrem Freund vereinbart, um sich selbst zu finden, fremd vögelt, und dann enttäuscht ist, dass er sich in der Zwischenzeit neu verliebt hat. Plus ihre Karriere-gestriegelte Schwester, die plötzlich doch ein Kind haben will, und die neue Kollegin im Beruf, welche die Nächte durchfeiert. Und natürlich die in Frage kommenden Männer, die dem Single-Dasein entgegenwirken könnten.

Gratulation zumindest dazu, dass der Film nicht in alle blöden Erwartungen spielt. Nicht jeder Topf findet seinen Deckel. Johnson selbst, trotz Hauptcharakter-Status im Ensemble-Cast, darf am Ende sogar endlich mit dem Single-Dasein zufrieden sein, statt wie eine Carrie in Sex and the City trotz pochen auf moderner Emanzipation sich doch immer nur durch den nächsten Kerl zu definieren. Gratulation auch dann, wenn der Film tatsächlich witzig ist. Und vor allem Gratulation dazu, dass der Film echt hübsch ausschaut und einige echt nette Shots bietet – hätte man nicht erwartet, dass ein How to be Single weniger visuell kreativ bankrott ist, als ein Fantastic Beasts. Doch wie häufig in solchen Filmen und Serien find ich leider mal wieder den Hauptcharakter und deren umgebendes Beziehungsgeräuschel als anstrengend und leicht unsympathisch, während mir die Nebenhandlungen um die Sidecharaktere besser lagen.

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2 Kommentare

  1. Hey, Quickies gab es ja schon lange nicht mehr! Ich frage mich nur, was sie wieder in Erinnerung gerufen hat. :P

    Jedenfalls kann ich dich bei Gesetz der Rache sogar noch überbieten und ehrlich behaupten, noch nie etwas vom Film gehört zu haben. Es klingt ganz net und würde ich mir vielleicht auf Netflix anschauen wollen (wenn es den dort gäbe), aber eine DVD würde ich mir nicht kaufen wollen.

    Auch wenn dein Eindruck zu Fantastic Beasts ziemlich niederschmetternd ist, werde ich mir den Film notfalls auch als DVD zu Gemüte führen und dann schauen wir mal, ob ich dir zustimmen werde. Ich musste aber ziemlich über deinen Breitmaulfrosch-Vergleich schmunzeln, weil er wirklich total danach aussieht.^^

    Trotz deiner Zugeständnisse klingt der Film auf mich ziemlich abstoßend, aber das liegt wohl einfach an meiner Abneigung gegen romantische Komödien/Filme.

    Antwort
    • Ich bin ja nur etwas neidisch auf den Eddie, weil ich weder so niedlich bin, noch 20 Schwänze gleichzeitig in meinen Mund passen.

      Der Film ist übrigens nicht schrecklich, sondern nur ziemlich „meh“.

      How to be Single is auch eher was, was man sich so ansieht, wenn’s gerade läuft, und man zu faul zum Aufstehen und umschalten/ausmachen ist :D „Nett“ halt, leicht runtergeschaut, aber nichts was man sich kauft.

      Antwort

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