Birthdays the Beginning

Vom Schöpfer der erfolgreichen Harvest Moon Franchise, einer Simulation des Führen eines Bauernhofs, und dem weniger beliebten Home Town Story, eine Simulation über das Führen eines Ladens, ist auch das Spiel Birthdays the Beginning, eine Simulation über die Entstehung des Lebens.

In meinem langen Beitrag darüber, warum Spore richtig gut sein könnte, es aber nicht ist, ich es aber dennoch mag, hatte ich auch Sim Earth erwähnt. Ein total trockene und langweilige Simulation, in der man übers Menü Regenwolken herbeibeschwört, Vulkane zum Ausbruch bringt, etc. um sich dann ewig lang und langsam anzuschauen, wie dies die Temperatur und atmosphärische Beschaffenheit des Planeten ändert, in der Hoffnung, dass das Leben entsteht, welches man aktuell erschaffen soll.

Birthdays the Beginning ist dem im Grundsatz nicht unähnlich, allerdings gefälliger und mit etwas mehr Partizipation statt nur toter Luft. Der einzig zu Beginn freigeschaltete Modus ist in vier Episoden unterteilt, die jeweils Teilziele offerieren, und bei dem es ebenfalls immer darum geht, eine besondere Spezies zu erschaffen. Erstes Plankton als Nahrungsgrundlage im Wasser. Erste Tiere, die das Wasser verlassen und an Land leben. Die ersten Dinosaurier. Die ersten Säugetiere. Den ersten Menschen bis hin zum modernen Mensch.

Dies wird erledigt, in dem man sich den Alien-Avatar schnappt, durch die Gegend fliegt, und den mit der Zeit größer werdenden Würfel terraformt. Je höher die Berge, umso mehr kühlt die Biosphäre ab. Je tiefer das Meer, umso heißer wird sie. Die Temperatur wirkt sich neben der Anzahl von Land vs Meer vs Flüsse auch darauf aus, wie hoch die Feuchtigkeit ist. Spezies tauchen nur auf, wenn die richtige Höhe/Tiefe des Landes erschaffen wurde, die Temperatur und Niederschlagswahrscheinlichkeit stimmt, und ihre Nahrungsquelle oder direkten Vorväter ebenfalls bereits existieren.

Ganz einfach ist das leider nicht immer. Auch bei Birthdays the Beginning ist es nun erst Mal so, dass in regelmäßigen Abständen aus dem Würfel in die Gesamtübersicht herausgezoomt werden muss, und einfach die Zeit laufen gelassen wird, um zu sehen, wie die Terraforming-Veränderungen sich auf das gesamte Biotop auswirken, welche neue Lebensformen entstehen oder alte aussterben etc. Das Spielgeschehen ist also immer noch ziemlich „Hands off“. Es hilft hier aber schon viel, dass das Minecraft-esque Terraforming direkt vom Spieler übernommen wird. Das jederzeit sich die selbst erstellte Welt inklusive die wie knuddelige Legofiguren aussehenden Tiere angeschaut und für die Enzyklopädie registriert werden können. Zudem gibt es Items, deren Einsatz das Geschehen beschleunigen kann. Regenwolken für eine höhere Luftfeuchtigkeit zu beschwören oder Globale Erwärmung fürs schnellere Ansteigen der Temperatur.

Es gibt also sozusagen kein direkt an die gemachten Dinge gelinktes Feedback, sondern erst mit der Zeit entwickelt sich das Ziel sozusagen von selbst, wenn die Lebensgrundlage vorher erschaffen wurde. Das Spielgeschehen lässt sich allerdings beschleunigen, und die meiste Zeit über fand ich das alles andere als langweilig, weil eigentlich immer etwas Neues und nach nur wenigen Tweaks und Kniffen dann auch das aktuelle Teilziel entstanden ist.

Zumindest bis zum Punkt, der wenn man dem Internet so glauben darf, ebenfalls viele andere Spieler blockiert hatte. Bei mir wollte nämlich ums Verrecken das erste Säugetier nicht auftauchen, auch nachdem ich alle vom Spiel gegebenen Voraussetzungen erfüllt hatte. Ich habe mehrere Realstunden dabei verbracht, hier und dort Dinge an der Welt zu verändern. Andere Spezies aufkommen und aussterben lassen. Aber die Maus wollte nicht entstehen. Letztendlich habe ich dem Abhilfe geschafft, in dem ich den Vor-Vorfahren erneut habe sich entwickeln lassen und mit dem zweimaligen Einsatz des Items Seed of Evolution einfach den Vorfahren und dann die Maus in die Welt zu zwingen. Danach segelte es sich wieder gemütlich durch den Rest der Episoden, doch dieser Punkt war echt nervig. Scheinbar gibt es dann doch mehr Faktoren zu beachten, als einem das Spiel sagt, hier wäre mehr Transparenz echt schön gewesen, um zu erfahren, wo genau es hakt.

Neben jenem Hauptspiel, welches für mich so 7 oder 8 Stunden inklusive diesem langen Hänger dauerte, gibt es später noch zwei weitere Modi, die gespielt werden dürfen. Zum einen Challenges, wo eine gezielte Spezies unter Zeitlimit in einer Welt erschaffen werden muss, die nicht für sie gebaut ist. Und Free Mode natürlich, bei dem man ganz Vorgabenlos einfach einen Würfel so erstellen und die Flora und Fauna erschaffen darf, auf die man gerade lustig ist.

Zunächst war ich ehrlich gesagt absolut vom Spiel begeistert. Diese Evolutionssimulationen finde ich sowieso interessant. Aber wo Sim Earth zu trocken und langweilig war, einfach den Spieler zu sehr von den Ereignissen ferngehalten hat. Wo Spore zu simpel und kurzgehalten war, zu viele Kleinigkeiten vom Spieler selbst erledigt werden mussten, um motiviert zu bleiben. Da fand ich Birthdays the Beginning genau den richtigen Mittelweg. Mehr Interaktion mit dem Spiel, aber dennoch relativ gechillt der Entwicklung zusehen können. Alles in einem super süßen Paket verschnürt mit einer gefällig-charmant designten Welt. Aber Mensch, wenn es hängt, und man nicht versteht, woran es liegt, weil das Spiel dafür zu viele Informationen vor einem versteckt hält, kann das auch absolut demotivierend sein. Es hat die Kurve dann zwar noch gekriegt, aber der eine Patzer, den es sich bei meinem Spielverlauf geleistet hat, war schon mehr als nur ein Schnitzer.

Interessant dürfe dabei das kommende Switch-Release als Happy Birthdays sein. Angeblich hat man das Spiel nämlich abgeändert um doch etwas mehr Richtlinien und Informationen zu bieten, und den Spielverlauf doch nicht ganz so frei vor sich hin dümpeln zu lassen.

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: