InuYasha IV

Grip! ist der Opening-Song, der die Folgen 96 bis 127 einleiten darf, und bisher definitiv der beste OP. Die Animationsabfolge dazu ist allerdings mal wieder ziemlicher Standard. Genau genommen kommt InuYasha hier mehr wie eine Endlos-Kinderserie daher, denn je, setzt vor das Opening, welches ohne große Kreativität alle Hauptprotagonisten und –antagonisten durchrattert, sogar noch eine vom den VAs eingesprochenen Abriss, worum es in der Serie allgemein geht mit kleiner Anheizer-Aussicht auf das, was in der eigentlichen Folge abgehen wird.

Dazu kommt ab Episode 99 auch noch ein neuer Animationsstil, denn statt handgezeichneter Cels wird nun auch die Hauptserie am Computer animiert, was für das Opening und Ending bereits eine Weile Standard ist. Das führt dazu, dass die Folgen, in die mehr Arbeit geflossen sind, so flüssig animiert daherkommen, wie noch keine zuvor, aber diejenigen, die spartanischer daherkommen, umso billiger wirken. Denn jetzt schaut das Bild halt einfach Detailarmer und von der Farbgebung viel heller aus. Was den Touch der Kinderserie auch unterstreichen kann.

Allgemein wirkt es alles jetzt so ein wenig, als ginge man durch die Standardbewegungen einer Kampf-Serie. In den einzelnen Auseinandersetzungen bekommt nun fast immer jedes einzelne Mitglied unserer Truppe etwas zu tun, selbst Shippo darf sein Fuchsfeuer etc. häufiger einsetzen. Und nachdem es wohl doch jemandem aufgefallen ist, dass mit Naraku aus dem Sichtfeld die Monster des Tages auf Dauer etwas wenig her machen, wird mit der Band of Seven eine Gruppe exzentrischer Antagonisten hergezaubert. Die voll bedrohlich wirken sollen und natürlich vom Charakterdesign wie Wesensart extrem unterschiedlich daherkommen. Die Romanze zwischen Inuyasha und Kagome liegt auf Eis, Kagomes Dialoge wird mehr und mehr zum ewigen Wiederholen von Inuyashas Namen, und auch zwischen Sango und Miroku geschieht nicht viel, wird sich mehr auf dessen lüsterne Gags bezogen.

Dass die deutsche Ausgabe ausgerechnet bei Episode 104 auslief, die nicht nur auf einem Cliffhanger endet, sondern auch noch, nachdem die Band of Seven gerade eingeführt werden, ist natürlich etwas unglücklich gewesen. Aber vielleicht auch nicht ganz von Irgendwo kommend. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass die Einschaltquoten echt gelitten haben, denn ohne Naraku fehlt wirklich etwas in der Serie, und es ist auch keine schnelle Besserung in Aussicht. Stattdessen fighten sich in Einzelschauplätzen nebeneinander Versatzstücke unserer Truppe, der immer handzahmer werdende Sesshomaru, oder Koga mit jeweils einigen der Band of Seven in und um den heiligen Berg Hakurei. Teilweise aufgepowert durch die Splitter des Heiligen Juwels, von denen man fast hätte vergessen können, dass die ursprüngliche Prämisse mal deren Einsammeln gewesen war. Selbst Kikyo zieht es bis zum Berg und darf sie den einen oder anderen Pfeil ins Getümmel schießen. Tatsächlich war ihre Reise um dem Dieb die letzte Ruhe zu gewähren, ein gutes Kontrastprogramm zur doch etwas lauwarm gewordenen Hautpstory der Episoden.

Letztendlich dauert es bis Folge 123, bis Naraku neu erstarkt die Bühne betritt. Und was für ein Wiederkommen es ist. Es gibt einen neuen Look für den Schönling. Neue Mysterien darum, was er mit Kagura fortgeschickt hat, und was mit Onigumos menschlichem Herz geworden ist, welches bisher seine einzige Schwäche war. Und mit dem Ausscheiden von Kikyo kommt es zu einem richtigen Game Changer und dem Zwang von Inuyasha und Kagome doch wieder über ihre Beziehung reden zu müssen, mit einer nicht zu verpassenden Post-Credit-Szene nach dem Ending in Episode 126, die mehr emotionales Gewicht darbietet, als alle vorangegangenen Episode zusammen – und die auch viel besser gezeichnet und animiert wurde! Nicht zu vergessen, dass plötzlich die Splitter doch wieder wichtig sind, denn Naraku steht kurz vor der Vollendung des Juwels.

Bleibt zu hoffen, dass die kommenden 40 Folgen auf Spur bleiben, denn so kann es gern weitergehen. Man merkt halt gerade retrospektiv stark, dass sich die Serie ohne Naraku tatsächlich eher schlecht denn recht über Wasser gehalten bekommen hatte. Das müsste gar nicht sein, denn kreative Monster des Tages aus japanischer Mythologie einzustreuen würde sicherlich funktionieren. Hätte dann aber eventuell in Maßen statt in Massen geschehen sollen, und so wirklich ein interessanter Yokai wie die Haardämonin zu Serienbeginn war auch nicht mehr gerade dabei. Die Band of Seven fand ich eh eher lachhaft.

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