Let’s Play Persona 5 – 03. Museum of Vanity

Dass wir Yusuke in die Arme gelaufen sind, kommt allerdings nicht wirklich von irgendwo, denn sein Meister Madarame wird unser neues Opfer werden. Der Künstler ist gerade überall in den Medien, weil er eine neue Ausstellung plant, und zeichnet sich vor allem durch seine Bescheidenheit aus. Und dadurch, dass er sich nicht über einen einzelnen Zeichenstil definiert, sondern in vielen Meisterwerke produziert.

Damit sollte ziemlich klar sein, was wirklich dahinter steckt, denn er plagiarisiert einfach. In dem er junge Schüler mit Talent bei sich wohnen lässt und ihnen seine Kniffe beibringt, erwartet er im Austausch allerdings auch, dass deren produzierte Gemälde unter seinem Namen laufen. Und wer ihn verlässt, um sich selbst einen Namen zu machen, dessen Reputation zerstört Madarame zur Vorsicht lieber, in dem er seine Connections in der Kunstszene spielen lässt.

Merkwürdig ist da allerdings, dass Yusuke scheinbar gewillt ist mitzuspielen. Er nimmt Madarame in Schutz und scheint seine Gemälde willig ihm bereitzustellen, um dessen guten Ruf über die kreative Blockade hinwegzuhelfen. Angeblich weil ihn dessen erstes Meisterwerk, das Portrait Sayuri, so sehr gefallen hat, und Madarame sich um Yusuke seit seiner Kindheit kümmert, nachdem dessen Mutter gestorben ist. Na wenn da nicht mehr dahinter steckt. Nachdem Ann sich zum Vorwand bereiterklärt hat, für Yusuke sogar nackt Modell zu stehen, um die bescheidene Hütte von Madarmae zu infiltrieren, entdecken die beiden dort in einem verschlossenen Raum eine ganze Reihe an Sayori-Plagiaten, die Madarame selbst gemalt hat.

Geflüchtet wird in dessen Palast, dem Museum of Vanity. Ein ziemlich monströse und goldenes Gebäude, ganz nach dem inneren Größenwahn des nach außen Bescheidenheit heuchelnden Madarame. Dessen wie ein in Gold gekleideter Shogun aussehender Shadow erst Mal offenbart, dass er selbst den Diebstahl seines Meisterwerks Sayuri inszeniert hat, um Plagiate als wiederaufgetauchtes echtes Werk zu verhökern. Und in einer Villa lebt er eigentlich auch, die läuft nur unter dem Namen einer Geliebten. Findet Yusuke gleich weniger pralle und beschwört seine Persona Goemon. Womit wir ihn unter dem Codenamen Fox im Team haben, somit ab jetzt eine aktive Vierergruppe aussuchen dürfen. Im Fox-Kostüm sieht Yusuke auch nicht mehr ganz so schlimm aus, wobei sich an seiner komischen Körperhaltung nix geändert hat.

Das Museum hat ein paar ganz interessante Dinge zu bieten. Zum einen gibt es hier überall Laserfallen, in die nicht reingelaufen werden sollte, wenn man denn das Security-Level nicht erhöhen will. Immer schön mit X drüber springen oder drunter rutschen bzw. die Konsole finden, die sie ausschaltet. Zudem öffnet sich der Weg in das Herz des Gebäudes erst, nachdem wir kurz wieder in die Realität gegangen sind, und Madarame ein bisschen auf Trab gebracht haben. Im späteren Verlauf muss sogar durch einige Gemälde gelaufen oder ein Escher-eskes Labyrinth durchschritten werden. Schön kreativ und toll anzusehen das.

Neu hier sind auch die Schatzdämonen. Wenn man auf die Eagle Vision umstellt, um Fallen oder erklimmbare Wände zu sehen, werden auch einige Dekorationen Gold eingefärbt, die man stehlen und später in der Stadt zu Geld machen kann. Ab dem Museum ist es nun so, dass die sporadisch zu fliegenden Juwelen werden, die wenn eingefangen sich als Regent-Monster herausstellen. Besiegt geben die ordentlich EXP und Geld, stattdessen als Persona gefangen können sie zwar nicht beschworen werden, machen aber meist in der Fusion mit anderen besonders gute neue. Beispielsweise mit Leichtigkeit den Matador mit Magaru, den die beiden Velvet-Room-Lolis sehen wollten, um die Strength-Arcana zu fördern.

Manchmal fühle ich mich übrigens schon so ein wenig wie ein Fiesling. Wenn man in einem Kampf gegen eine Gruppe an niedlichen Gegnern wie Hua Po oder Koropokkuru alle sofort zu Boden schmeißt und sich die Truppe dann mit gezückter Waffe um sie herum platziert, um ihnen entweder den Todesstoß zu geben oder in die Sklaverei zu zwingen. Weniger schlecht fühlte ich mich allerdings gleich, als ein Koropokkuru Ann über deren Weakness umgeworfen bekam, und sie kidnappen wollte, die können das also auch!

So, bisher ist Madarame ja noch gar nicht so schlimm gewesen. Ein Schurke durch und durch, überheblich und andere ausnutzend, ein Lügner und Plagiat, der die Zukunft anderer verbaut. Aber so ganz die gleiche Stufe wie ein Sportlehrer, der seine Schutzbefohlenen verprügelt und sexuell missbraucht, ist das noch nicht ganz gewesen. Ändert sich ein wenig, nachdem wir herausfinden, wer die legendäre Sayuri wirklich gemalt hat. Nämlich die Mutter von Yusuke in einem Selbstportrait mit ihrem Baby. Als die kränkliche Mutter einen Anfall hatte, sah Madarame ihr beim Sterben zu, statt Hilfe zu holen, um das Bild – nachdem er das Baby retuschiert hatte, um dem Mona-Lisa-Lächeln der Sayuri den nötigen mysteriösen Touch zu verleihen – als seines auszugeben. Und von da an auf die Idee zu kommen, seine Schüler entsprechend aufs Herzblut auszunutzen, so dass sich der eine oder andere sogar in den Selbstmord getrieben fühlte.

Im Bosskampf gegen ihn verwandelt sich Shadow Madarame übrigens in ein Gemälde, oder besser gesagt vier, zwei Augen, eine Nase und ein Mund. Die sind schwach gegenüber unterschiedlichen Sachen und können sich gegenseitig wiederbeleben. Sind doch alle endlich erledigt, kommt der eigentliche Madarame-Shogun hervor, den wir wirklich umbringen müssen. Dauert das zu lang, verwandelt er sich wieder in die Bilder, die erneut besiegt werden müssen, um an den Kern zu kommen. Außerdem kann er Charaktere mit Tinte übergießen, die von nun an gegen alles eine Weakness haben, so dass er sich ordentlich Extra Turns holen kann.

Ein Rätsel stellt sich uns allerdings nach dem Sieg noch, denn Shadow Madarame spricht davon, dass auch noch ein Schwarzmaskierter unterwegs war, und er sich wundert, dass der nicht zu uns gehört zu haben scheint. Die Auflösung wird aber bestimmt noch auf sich warten lassen. Wir sind erst Mal froh, dass der reale Madarame eine Pressekonferenz einberuft, und seinen Plagiarismus eingesteht. Yusuke zieht natürlich bei ihm aus, zunächst beinahe bei uns ein, geht aber dann doch ins Wohnheim seiner Kunstakademie, und stellt sich seinen Mitschülern. Ach ja, auf der Feier unseres Sieges darf Namae noch genauer beleuchten, dass er seine Vorstrafe hat, weil die Frau, der er eigentlich geholfen hatte, dazu gezwungen wurde gegen ihn auszusagen.

Irgendwie ist unsere Truppe ja schon ziemlich auffällig. Nicht nur sind plötzlich die drei Schüler, die von Kamoshida am meisten betroffen waren, gute Freunde, sondern prompt nach Madarames öffentlichen Eingeständnissen, hängt dessen Protegé auch mit uns rum. Abgesehen davon, dass wir ziemlich lautstark rumgelaufen sind, und Leute mit Sätzen wie „verprügelt dich Kamoshida etwa?“ oder „ist was an den Plagiats-Vorwürfen gegenüber Madarame dran?“ konfrontiert haben. Subtilität oder Fingerspitzengefühl ist was Anderes. Da braucht es nicht mal besondere Schläue von Schulsprecherin Makoto, um auf unsere Spur zu kommen. Und dann bekommt sie auch noch aufgenommen, wie Ryuji und Ann sich lautstark darüber unterhalten, dass wir die Phantom Thieves sind.

Allerdings kommt uns da indirekt ein neuer Charakter zur Hilfe. Goro Akechi ist wie Naoto aus Persona 4 trotz seines jungen Alters schon ein Prestige-beschmückter Detektiv, der mit der Polizei zusammenarbeitet, und der wegen seiner Popularität gern zu Fernsehinterviews eingeladen wird. Er investigiert an den Phantom Thieves und gibt mit seinen Aussagen nicht nur unserer Truppe zu denken, ob Selbstjustiz wirklich Gerechtigkeit ist, sondern auch Makoto. Deswegen wird Makoto uns nicht direkt beim Direktor verpfeifen, sondern will stattdessen einen Deal vorschlagen.

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2 Kommentare

  1. Wie lief bei dir eigentlich der Bosskampf gegen Madarame? Für mich war’s einer der schwersten Kämpfe im Spiel, obwohl es ja erst der zweite Boss ist.

    Antwort
    • Ich glaub ich hatte bei dem etwas Glück. Er hat seine von mir getöteten Teile gar nicht so häufig wiederbelebt. Und auch mit Tinte bespritzt meist, als ich ihn kurz vor der menschlichen Form hatte.

      Antwort

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