Let’s Play Persona 5 – 02. Castle of Lust

Ann ist auch nicht gerade begeistert herauszufinden, dass Kamoshida ihre beste Freundin verprügelt und vergewaltigt hat, so dass die sich umbringen wollte. Und nachdem sie uns in den Palast von Kamoshida folgt, haben wir nach dem Erwachen von Carmen die nächste Persona-Nutzerin gewonnen und damit ein volles Team. Bleibt nur noch das Herz von Kamoshida zu rauben, damit er sich seinen Sünden stellt. Dafür muss im Palast zunächst die Schatzkammer gefunden werden, in der seine Begierde Form annimmt, was sie allerdings noch nicht getan hat. Stattdessen schreiben wir ihm wieder in der Realität angekommen wie richtige Gentleman Thieves eine Visitenkarte, dass wir ihn auffliegen lassen werden. Erst dann kann der Schatz, der die Form einer Krone annimmt, gestohlen und Shadow-Kamoshida zum Bosskampf gestellt werden. Der war relativ simples Austauschen von physischen Attacken und anschließend bricht sein Palast zusammen – wir können also nie wieder ins Dungeon zurück – und in der Realwelt angekommen stellt sich sein größter Schatz als seine Olympia-Medaille heraus. Halt der Moment in seinem Leben, an dem er der größte Macker war, was sein Ego so aufgeblasen hat, dass er selbst jetzt als schlichter Sportlehrer sich noch wie der King vorkommt.

Ist jetzt auch eine gute Möglichkeit, um meine Gedanken zu den Dungeons des Spieles zu sagen, nachdem wir gerade das erste (12 Stunden im Spiel, welches nach 4 Stunden erst mit seinem Prolog fertig war!) beendet haben. Ich mag es sehr, dass sie nicht mehr randomisiert, sondern komplett statisch durchdesignt sind. Selbst die sichtbaren Gegner sind dauerhaft weg, nachdem man sie besiegt hat, wenn man nicht neu lädt. Außerdem wirken sie viel dynamischer, weil nun durchaus mal über Kronleuchter gesprungen oder durch einen Lüftungsschacht gekrochen wird. Zumal hinter Objekten auch in Deckungsstellung gegangen und zwischen ihnen hin und her gewechselt werden kann, um in Lauerstellung die Gegner zu überraschen, was zu einem Erstschlag führt. Nebenbei lässt sich zwischen den schon erreichen Speicherräumen hin und her warpen, um schneller Bekanntes zu überspringen. Das Dungeon Crawling war der schwächste Part der beiden Vorgänger, und hier hat sich viel gebessert.

Nicht so begeistert bin ich davon, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, sich die SP zu heilen, solange man keine Items dafür dabei hat, was im ersten Palast schon dazu führt, dass das Crawling durch deren Aufbrauchen unnötig verkürzt wird. Oder das wenn man die Visitenkarte geschickt hat, um den Schatz zu stehlen, das Security Level konstant bei 99% ist und die Gegner einen so über den ganzen Raum hinweg sehen und direkt nach dem Besiegen respawnen. Ist wohl so gedacht, dass man am letzten Tag (grenzgeniale Mucke btw) direkt vom nahsten Speicherraum in die Schatzkammer rennt. Auch die arg begrenzte Anzahl an Munition für die Knarren ist nicht so toll, wenn man sie in einem Dungeonbesuch nicht nachladen kann, so dass diese Weakness auzunutzen beschränkt wird. Wie neue Persona errungen werden, find ich auch nicht ganz so prickelnd. Es wird jetzt wie in der Hauptserie und den ersten Personas mit den Gegner gesprochen, um sie zum Mitkommen zu überreden. Das geht aber nur, wenn die das beim Nahtod von sich aus initiieren oder man sie über ihre Weakness in eine All-Out-Attack gebracht hat. Sobald man also einen Gegner oneshottet, ist es rum ihn als Persona zu bekommen. Ich finde es halt auch allgemein, dass es viel besser zur schnelleren und simpleren Persona-Subserie passt, wenn man fast nach jedem Kampf einfach eine als Karte gezogen bekommt, was sie zwar unglaublich austauschbar macht, aber dadurch auch immer was Neues fusioniert werden kann. Jedes Mal den Gegner zu Boden zu schleudern und durch eine Konversation zu navigieren ist da bestechend umständlicher.

Ähnlich wie in Persona 4 muss, sollte man einen Palace bereits vor dessen Deadline abgeschlossen haben, anschließend einige Tage darauf gewartet werden, dass die Story einen eingeholt hat. Kamoshida platzt in ein Schulmeeting rein und gesteht vor allen Lehrern und Schülern, dass all die schrecklichen Gerüchte um ihn war sind, er Schüler verbal, physisch und sexuell misshandelt hat. Alles anschließend groß in den Nachrichten und damit ist die Akte Kamoshida für uns abgeschlossen. Selbst ins Koma gefallen oder gestorben ist er nicht, da wir seinen Shadow zwar besiegt, aber nicht umgebracht haben. Was schön und gut ist, doch zumindest selbst auf einem gebrochenen Bein oder zwei hätten wir ihn schon aus dem Bosskampf herauskriechen lassen können. Aber gut, Gutmenschentum siegt eben. Das Volleyballteam bedankt sich, weil sie uns dahinter vermuten, die Tussen der Schule entschuldigen sich, über Ann Gerüchte verbreitet zu haben, und ihre Freundin wacht auch aus dem Koma auf.

Anschließend dürfen wir die Phantom Thieves als offiziell gegründet ansehen, denn unser Grüppchen beschließt, dass es viel zu viele Erwachsene gibt, die ihre Macht ausnutzen und damit unbeschadet davonkommen, so dass wir weiter machen werden, auch wenn nach Kamoshida keine akute Bedrohung für uns persönlich mehr herrscht. Da eine Fansite zu uns eröffnet wurde, wird es auch einfacher, sich nach neuen Opfern umzuhören. Erst mal allerdings nur ein kleiner Fisch, nämlich ein Stalker, der ein Regierungsmitarbeiter ist, dem wir in einem Memento-Dungeon stellen. Das sind randomisierte Minidungeons, die so nebenbei gemacht werden können, und sich nicht in die Hauthandlung einspeisen. Morgana verwandelt sich hier unten in einen Katzenbus, den wir durchs Dungeon fahren.

Beim Warten auf den nächsten großen Fang darf natürlich viel im Social Sim des Spieles verbracht werden. Ich muss sagen, dass ich im überlangen Tutorial und dem ersten Palast noch nicht sofort warm geworden war mit Persona 5. Aber sobald es dann in die kurzweilige Alltagssachen geht, war ich voll dabei. Sich mit Freunden für die Social Links treffen, die jetzt Confidants heißen, um zum Crime-Thema des Spieles zu passen; seine Stats über diverse Aktivitäten aufbessern; der ganze Kram halt. So hab ich ein wenig mit Ryuji und Ann rumgehangen, aber auch vom Cafe-Besitzer Sojira das Brauen von Kaffee beibringen lassen, oder bei der Punkrock-Ärztin merkwürdige Experimente über mich ergehen lassen. Social Links aufzuwerten hat hier häufig noch nette Nebeneffekte, statt nur das Fusionieren der dazugehörigen Persona-Arcana mit Bonus-EXP auszustatten. Igor beispielsweise lässt einen mehr Persona tragen. Ryuji oder Ann können bei Dämonenkonversationen rettend einspringen oder nach dem Ausnutzen einer Weakness über Baton Pass den Bonusangriff an einen anderen Mitstreiter übergeben. Sojior bringt einem das Kaffeebrauen bei, mit dem man auch außerhalb seiner Interaktionen Heilgegenstände herstellen kann. Die Medizin der Ärztin zu schlucken schaltet nicht nur mehr frei, was man bei ihr kaufen kann, sondern steigert auch den Guts-Statuswert. Oder beim Abhängen wird schlichtweg eine neue Lokalität wie der Ramen-Shop freigeschaltet.

Die Bekanntschaft zweier neuer Charaktere machen wir obendrein. Zum einen wäre da Makoto, die dem Schülerrat vorsteht und vom Schuldirektor darauf geeicht wird, die merkwürdigen Ereignisse um den Fall Kamoshida zu investigieren. Die schlaue Musterschülerin, die zudem die jüngere Schwester von Staatsanwältin Niijima ist, springt natürlich sofort auf unser Grüppchen an. Außerdem ist da noch Yusuke, den Ann zunächst für einen Stalker hält, doch ist der Kunst-Protegé nur bei ihrem Anblick sofort von der Muse geküsst und möchte sie malen. Außerdem sieht er aus wie eine Vogelscheuche. Shigenori Soejimas Charakterdesigns sind sowieso schon immer sehr dürr gewesen, wobei das in vorigen Personas mit ihren SD-ifizierten Charaktermodellen und den Anime-Szenen nicht so auffiel. Ich find auch in Persona 5 ist das in den Anime-Sequenzen nicht so der Fall. Die 3D-Charaktermodelle im Spiel hingegen tragen schon stark auf, wie schlaksig die Figuren sind. Und da Yusuke als artistischer Künstler-Stereotyp noch mal größer und leichter sein soll, als der Rest des Casts… sein Charaktermodell schaut einfach wahnwitzig aus.

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2 Kommentare

  1. Mir haben die Dungeons in Persona 5 auch wesentlich besser gefallen als in den vorigen Teilen. Dass nichts randomisiert ist stört allenfalls bei erneuten Durchgängen :D

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    • Ich geh ehrlich gesagt nicht häufiger als 2x in die Dungeons. Und beim erneuten Durchlauf renn ich eh schnell zu den goldenen Objekten und gleich weiter, statt mich lang aufzuhalten :D

      Antwort

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